2018

Was für ein irres irres irres Jahr.


Dabei sah es am Anfang gar nicht so aus. Ein Oberbauchbruch musste operiert werden und verhinderte, dass ich im Januar und Februar viel Radfahren konnte. Glück hatte ich, dass ich noch an seinem letzten Tag den Immerather Dom sehen konnte, bevor er den Abrissbaggern und dann später dem Braunkohletagebau zum Opfer fallen sollte.


Aber dann wurde das Jahr zu einem absoluten Radfahrjahr. Und in diesem Jahr gab es auch ein paar Veränderungen zu den Vorjahren.
Zum ersten Mal bekam ich es hin, einige Fahrten über das Wochenende zu machen. Total entspanntes Brausen durch wunderschöne Landschaften, vorbei an beeindruckenden und interessanten Gebäuden, unvergesslichen Stellen und Orten, Abende in romantischen Städten. Refugien.

Im Sommer die Flusskreuzfahrt an der Donau entlang. Ein gedachter Kompromiss zwischen dem Wunsch meiner Frau Dorothea, eine Kreuzfahrt zu machen, und mir, Rad zu fahren. Am Ende war es kein Kompromiss, sondern eine Win-Win-Situation, weil es unserer beider Interessen gerecht wurde.

Die Landschaft, die Städte, der Fluss, das Schiff, wunderschön, zur Nachahmung absolut empfohlen.

Auch sportlich hatte das Jahr seinen Höhepunkt. Das war allerdings dieses Mal nicht Rund um Köln. Wegen meines Sturzes im Vorjahr war ich dieses Jahr schissig und schob mein Rad praktisch und die Kurven. Damit kam kein gutes Ergebnis zustande.

Es war das 24 Stunden Rennen von Kelheim. Ich habe darüber ja schon sehr viel geschrieben und auch Bilder gepostet, sodass ich hier im Wesentlichen darauf verzichten will. Ich will aber erwähnen, dass ich mir hier selber meine Grenzen aufgezeigt habe. Und das ist, mit 57 Jahren, vielleicht auch nicht das Schlechteste.

Ausgangs des Kelheimer Bierzeltes…..

Dreimal bin ich untreu geworden, der Critical Mass Köln nämlich. Habe mich erdreistet, in Glasgow, London und Berlin den letzten Freitagabend im Monat zu verbringen. Um es ehrlich zu sagen, in Glasgow war es, von den drei Gelegenheiten, am schönsten. Die Gruppe war zwar klein, aber die Menschen waren gut drauf und am Ende hatten wir mir dem Film noch ein kulturelles Erlebnis.

Film in einem Bike Café nach der Critical Mass Glasgow

Dafür waren natürlich London und Berlin von den Routen her unschlagbar. Piccadilly Circus, Brandenburger Tor, Siegessäule, das hat man nicht jeden Tag.
Und so entdeckte ich auch durch die Critical Mass Fahrten in diesen Städten das Städteradeln. Ich weiß, dass viele es überhaupt nicht mögen, durch Städte zu radeln. Ich habe das aber dieses Jahr für mich entdeckt.

Es ist speziell, denn auf dem Rad erkennt, erlebt, erfährt man die Charakteristik einer Stadt in einer besonders intensiven Art und Weise. Wo und wie sind die Wohnquartiere? Wie sehen die Geschäftsviertel aus? Gibt es eine gute Radinfrastruktur? Kann man an den Flüssen entlang fahren? Es ist immer auch ein wenig Abenteuer, weil in den Städten im Wesentlichen unvermeidlich ist, mit den anderen Verkehrsteilnehmern auch einmal in engeren Kontakt zu kommen. Ich habe es dieses Jahr in Hamburg, Glasgow, Linz, Wien, Budapest, Bratislava, London, Berlin und natürlich auch in Wuppertal und Köln erlebt. Es war spannend, inspirierend, und interessant.

Nebenbei habe ich auch noch beim ADFC gelernt, wie man Touren leitet. Das hat viel Spaß gemacht und ich habe auch damit begonnen, Menschen auf dem Rad zu interessanten Plätzen zu führen.

Am Kölner Randkanal

Ich freue mich darauf, das im nächsten Jahr fortzusetzen und auch für mich selber noch interessante Stellen in meinem unmittelbaren Umfeld zu entdecken und mir und meinen Mitfahrer*innen zu erschließen.

Leider haben einige meiner Freunde in diesem Jahr auch sehr schwere Unfälle gehabt und sich auch schwer verletzt.

Alex wieder auf den Beinen

Gott sei Dank geht es allen wieder besser und sie sitzen wieder auf dem Rad. Das hat mich gelehrt, demütig und vorsichtig zu sein. Denn gegen so etwas ist man einfach nicht gefeit.

Norbert wieder auf dem Rad

Möglich gemacht hat das viele und entspannte Radfahren auch das phantastische Wetter. Es hat nur selten geregnet und es war eigentlich immer warm, manchmal zu sehr. So schön das fürs Radfahren war, gleichzeitig ist und war gerade das Wetter auch ein deutliches Zeichen für den voranschreitenden Klimawandel. Der Teil der Radfahr-Community, der ich angehöre, hat sich deswegen auch sehr stark für den Klimaschutz und gegen die Braunkohle und die Abholzung des Hambacher Forstes engagiert.

Raddemo an der Tagebaukante

Zum Schluss:

Von ganzem Herzen danken für das wunderbare Radfahr-Jahr möchte ich meiner Best Bike Buddy, Anja Georg. Ich habe jede Fahrt mit Dir genossen, Anja!

Erstes und letztes Foto : copyright @verenafotografiert

4 Kommentare zu „2018

  1. Ja, wow Axel! Eine Sehr schöne Zusammenfassung! Ich fahre auch (fast) täglich Rad, komme dabei aber leider nicht zu viel rum, wie Du. Sondern im Gegenteil: Ich halte mich nur in Kerpen, maximal anderen Kerpener Ortsteilen auf. Denn: Hier finde ich alles, was ich brauche – Einkaufen, Stadt, Land, Fluss, Kirche, Wald, Radwege an der Erft usw. Beruflich klappt es leider nicht mit dem Radfahren und privat muss ich quasi nie weiter weg. Aber: Du bist mir und sicher vielen ein Ansporn und Vorbild! Danke dafür und weiter so in 2019! Frohe Festtage…!

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    1. Hey Martin, vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich wollte, viel mehr Leute in Kröten kämen auch zu der Erkenntnis, dass in Kerpen eigentlich alles sehr gut mit dem rad zu erreichen ist.

      Dann wünsche ich dir auch in 2019 weiterhin gute Fahrt und

      KETTE RECHTS!

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  2. Ich wünschte auch, dass ich das Geld hätte, soviel rumzukommen… bei der abartigen Hitze im Sommer war Radfahren auf längeren Strecken kaum möglich. Als die Proteste gegen die sinnlose Abholung des Rest-Hambacher Forstes waren, hatte ich leider Prüfungszeit und mußte ständig gegen Müdigkeit und Erschöpfung kämpfen. Sei froh und dankbar, dass du Mitfahrer* hast. Ich wünsche mir das schon seit Jahren, aber die meisten wollen immer schneller fahren als ich und dann macht es beiden Seiten keinen Spaß.

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