
Veedelstour am gestrigen Mittwoch. Ziel war eigentlich ein Geisterrad, das wir vor einiger Zeit in Auenheim in der Nähe der Mönchhöfe in Auenheim aufgestellt hatten. Denn schließlich war gestern der Ride of Silence, an dem weltweit der im Straßenverkehr getöteten und schwer verletzten Radfahrerinnen und Radfahrer gedacht wird.
Für einen Abschnitt des Weges dahin hatte mich ein Artikel im Kölner Stadtanzeiger vom Vortag animiert. Die Bergheimer Grünen hatten kurzerhand die zwar schon fertiggestellte, allerdings noch nicht für den Verkehr freigegebene K22n erobert und waren sie abgefahren. Die Straße ist, wenn ich es richtig verstehe, eine „rekultivierte“ Verbindung der beiden Bergheimer Stadtteile Oberaußem und Kenten, die dem Braunkohletagebau zum Opfer gefallen war. Nach gefühlt unendlich langen Diskussionen und Planungen wurde die Straße dann doch gebaut. Und der Artikel im Stadtanzeiger erweckte zumindest den Eindruck, dass sie zwar nicht freigegeben, aber doch schon befahrbar sei.
Den Versuch war es wert. Auf komoot ist die Straße noch als Planung eingetragen, wenn ich einen Wegepunkt auf einer Route dort eintragen wollte, verschwand sie auf der Karte und der Wegepunkt war im Acker. Also war Entdeckergeist gefordert. Unsere Anfahrt erfolgte von Quadrath kommend hinter dem Martinswerk nach rechts über die Bahn und dann kurz nach Norden. Es gibt keine direkte Auffahrt auf die Straße, also mussten wir noch ein kurzes Stück Schotterweg fahren, um dann über eine „Auffahrt“ auf den Asphalt zu kommen, der sich dann allerdings tatsächlich bin zum Kreisverkehr vor Oberaußem durchzieht. Dort mussten wir uns ein wenig durch eine Absperrung schlängeln, aber das funktionierte schon.
Die Straße ist noch nicht fertig. Es gab an vielen Stellen noch Baumaterial, das auf der Fahrbahn liegt. Außerdem sind noch einige Absätze zu überwinden, die noch ausgeglichen werden müssen. Ich vermute, dass auch noch ein richtiger Deckbelag (wahrscheinlich kein fachmännischer Begriff) drauf kommt, denn der jetzige ist noch nicht wirklich glatt.
Beim Fahren in Richtung Oberaußem sahen wir rechts auch noch einen asphaltierten Weg, den wir als Radweg interpretierten. Tatsächlich erinnere ich mich auch noch eine Diskussion darüber, ob an der Straße überhaupt ein Radweg angelegt werden sollte. Aber unsere Bergheimer ADFC Freunde haben sich dafür eingesetzt und jetzt gibt es ihn. Wir haben ihn dann auf dem Rückweg benutzt, das Titelbild zeigt die Szenerie.
Auf dem Rückweg verpassten wir die „Ausfahrt“ und fuhren dann auf die Erdwälle zu, die die neue Straße in Richtung Kenten versperren. Wann es dort weiter geht, steht, wenn ich es richtig verstehe, noch in den Sternen, weil die Straße einmal durch eine Unterführung unter die Bahnlinie (Horrem – Bedburg) geführt werden soll. Bin gespannt, wann es die einmal geben wird.
Die K22n war nicht die einzige Entdeckung, jedenfalls für meine Mitfahrerinnen und Mitfahrer nicht. Die etwas verschlungenen Wege nach Niederaußem und von dort wieder zurück nach Oberaußem (das Stück nenne ich gerne Achterbahn, weil es steil runter und hoch geht) waren, so mein Eindruck, allgemein nicht bekannt.
Auch die Umrundung des Braunkohlekraftwerkes Niederaußem, das bei uns in der Gegend natürlich grundsätzlich alle kennen, weil es uns immer mal wieder mit Wolken über unseren Häusern versorgt, war, so denke ich, ein Erlebnis, denn so nah und detailreich sieht man es natürlich nur, wenn man es einmal bewusst mit dem Rad umrundet.
Eine Entdeckung machten wir dann aber leider nicht. Das Geisterrad war nicht mehr da. Mal sehen, ob ich herausfinde, was passiert ist.
Insgesamt aber eine Fahrt voller Entdeckungen, auch für mich. Und eine der längsten und weitesten Veedelstouren ever, die meine Mitradelnden total gut gemeistert haben.
Die Tour auf komoot gibt es hier:

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