Nach dem Rennen….

Ist eigentlich schon vor dem Rennen, denn die Grüne Hölle auf dem Nürburgring ruft schon. Aber echt noch leise, denn erst einmal ist noch etwas Entspannung im heißen Wasser der Poseidon Therme in Bad Griesbach angesagt. Die hat mir schon im letzten Jahr wie diesjahr zur entspannten Vorbereitung und Erholung rund um das Race24 gedient.

Radfahren geht aber auch schon wieder am Tag 2 danach. Auf dem Donauradweg sollte es von Vilshofen zur Isar Mündung nach Deggendorf gehen.

Komoot entschloss sich dazu, mich in Deggendorf noch mal über die Donau zu jagen und dann auf einem ziemlich schrecklichen Weg die Isar hinauf. Das konnte logischer Weise nicht der Weg zur Mündung sein, also befragte ich Fräulein Google, die mich zwar treffsicher zum Ziel führte

Aber auch immer mal wieder meinte: Isar Mündung ist heute möglicherweise geschlossen. Nun ja, war sie nicht, aber auch nicht wirklich gut zu sehen.

Geschlossen war dafür an zwei Stellen der Donauradweg.

Bemerkenswert. Einfach so, ohne Umleitung, ohne Empfehlung. Übrigens konnte man auch die durchgekreuzten Wege einfach weiter fahren, dennoch stürzte diese Beschilderung Scharen von Radelnden in Bedrängnis. Für einen großen europäischen Fernradweg, wie ich finde, ein ziemlich armseliges Management…..

Ich fuhr dann den gleichen Weg zurück, Gott sei Dank mit Rückenwind, sonst wäre es mit der Regeneration im Wahrsten Sinne des Wortes Essig gewesen.

Echt schön immer wieder die Donaulandschaft

Wie der Fluss selber

Eine Merkwürdigkeit noch von Vilshofen. Am Nordufer der Donau liegt, quasi in der Stadt, ein Flugplatz. Über mir starteten mindestens zwei Propellermaschinen. Ob es heute so etwas genehmigungstechnisch wohl noch gäbe?

Zu guter Letzt nutzte ich die verbleibende Parkzeit für einen kurzen Abstecher zur zweiten Fluss Mündung an diesem Tag, der der Vils.

Insgesamt ein leichtes und lockeres Regenerations-Radfahren. Hat Spaß gemacht.

Ultimativ

Als ich auf einer Party ein paar Freunden über mein 24 Stunden Rennen in Zolder vorjammerte, dass mein SCHWARZER BULLE einfach zu schwer ist für so was

sagte Alex spontan: Ich leih dir mein Rad für Kelheim.

Und so durfte ich tatsächlich mit diesem Canyon Ultimate nach Niederbayern reisen (danke noch einmal BestBikeBuddy Anja und Erhard fürs Mitnehmen, das Rad befindet sich wohl geschützt mitten drin).

Foto: Anja Georg

Alex hatte das Rad so weit wie es ging „abgespeckt“ und Gewicht gespart. Das machte ich schon im Vorfeld durch einen zusätzlichen Flaschenhalter (bei 24 Stunden Rennen geht es nicht ohne) und SPD Pedale zunichte.

Und natürlich war das nicht das Ende.

An der Frontpartie musste Na klar die Startnummer angebracht werden. Die Lenkertasche musste auch sein, keine Ahnung, wie ich sonst Handy und Powerbank hätte wasserdicht transportieren sollen.

Ja, und auch Licht. Hatte zuerst gedacht, dass ich nachts den SCHWARZEN BULLEN reiten würde, aber das kam nach den tollen Erfahrungen mir dem CANYON, das viel weniger wiegt, über Tag gar nicht in die Tüte. So sah das Rad dann von vorne aus:

Auch die Sattelstange blieb nicht verschont. Sie musste das Rücklicht und ein Beanie aufnehmen, in dem sich ein Ersatzschlauch, Werkzeug und anfangs eine Regen Jacke, später ein Drehmomentschlüssel befand.

Und so ging es auf die Fahrt, und was soll ich sagen: Hammer Hammer Hammer geil.

Das Rad lief perfekt. Die 6 km berghoch machte es es mir leicht, die Abfahrten machte es zu einem rasanten Erlebnis. Oft rollte es bergab ohne treten schneller als andere, die stampelten.

Auch das Kopfsteinpflaster auf dem Marktplatz schluckte es bei immer rasanterer Fahrt klaglos.

Quelle: https://www.mittelbayerische.de/fotos/bilderstrecken/race24/2017/race24-kelheim-2019-es-geht-in-die-nacht-23678-gal40902.html Bild 8

Da ich das Rad im Vorfeld nur etwa 150 Kilometer gefahren war, merkte ich erst nach etwas über 300 km an Schmerzen in der rechten Pobacke, dass der Sattel einen Ticken zu hoch war, mein Becken kippte offensichtlich leicht. Nach einer Neujustage (keine Sorge, Alex, deswegen der Drehmomentschlüssel) löste sich das Problem in Luft auf und es ging perfekt weiter.

Das Canyon Ultimate hat mich dieses Jahr 30 mal über den Col de Stausacker geführt und mir damit fünf Runden oder 80 Kilometer mehr ermöglicht als letztes Jahr. Es war ein echtes Erlebnis, dieses Rad zu fahren. Danke Dir, lieber Alex, dass Du mir das möglich gemacht hast.

Phantastisch toll. Leider geil.

Wie hast DU die letzten 24 Stunden verbracht?

Foto: Anja Georg

Die Frage muss man tatsächlich umdrehen. Sie muss für alle, die einmal an einem 24 Stunden Radrennen teilnehmen wollen lauten: wie will ich diese 24 Stunden zubringen.

Üblich ist, sich Runden- oder Kilometerziele zu setzen. Ich habe mir dieses Mal für das Race24 in Kelheim ein Zeitziel gesetzt: 22 Stunden auf dem Rad sitzen.

Also: wie will man die 24 Stunden zubringen. Radfahren ist natürlich gesetzt. Aber was macht man in der Zeit, in der man nicht Rad fährt?

Pausen machen und in ihnen Essen und Trinken ist schon mal ein guter Plan. Trinken geht auch während der Fahrt, na klar, muss auch sein. Essen eher nicht. Essen muss aber zwingend sein. Dafür also Pausen.

Foto: Alfred Beck

Umziehen ist auch ein guter Plan. Nicht nur, wenn wie dieses Jahr in Kelheim, das Wetter zwischen Regen und Sonne wechselt. Auch wenn es in die Nacht hinein geht und es kälter wird, müssen die verschwitzten Sachen runter und warme und trockene Klamotten an.

Und, das die Erfahrung gerade von Kelheim, ja, auch Ausruhen gehört dazu. Einen Moment entspannen, mit dem Betreuerteam oder zufällig anwesenden Mitfahrern quatschen, den Körper etwas richten.

Ich habe bisher noch nie geschlafen bei einem 24 Stunden Rennen. Denke, ich würde zu viel Zeit verlieren und doch nicht regenerieren. Keine Ahnung, in zwei Wochen fahre ich Rad am Ring im Team, da werde ich die Erfahrung ja mal machen.

Foto: Anja Georg

Also: Radfahren, essen, trinken, Klamotten wechseln, ausruhen. So verbringe ich die 24 Stunden eines 24 Stunden Rennens.

Ich glaube, dass ich mein Ziel, 22 Stunden Rad zu fahren in Kehlheim nicht ganz erreicht habe. Viel Zeit beim Umziehen gebraucht und etwas mehr ausgeruht als geplant.

Trotzdem:

Ich bin vom 13.07. auf den 14.07.2019 beim Race24 in Kelheim 30 Runden und damit 492 Kilometer mit über 5.100 Höhenmeter gefahren. In meiner Startgruppe habe ich den 17. Platz von 82 Startern belegt.

Ich danke Franco fürs Vorbild sein und Bestbikebuddy Anja, Erhard und Boris fürs Mit- Radfahren und Fachsimpeln vor und nach dem Rennen.

Monika und Claire danke ich für die perfekte Betreuung, Fabio für die trockenen Wasserstandsmeldungen („du bist gerade 18., das ist ziemlich vorne“).

Es war einfach wieder leider geil.

Und das brauchte ich dann nach der Zieldurchfahrt (danke Anja fürs Ausgeben und Holen):

Foto: Anja Georg

Vor einem Jahr…..

hab ich Kelheim in Niederbayern kennen gelernt. Zusammen mit BestBikeBuddy Anja, Ihrem Mann und weiteren Freunden.

Tolle Gegend.

Aber die tolle Gegend war nicht das Ziel, sondern die Teilnahme am 24 Stunden Rennen von Kelheim, race24.

Am Vorabend noch ein kurzes Briefing im Biergarten.

Und im Bierzelt, durch das wir während des Rennens durchfahren.

Und dann, am nächsten Tag, ging es los.

Ein ziemlicher Kontrast

Das letzte Wochenende war wieder einmal eines der vielfältigen Erlebnisse mit dem Rad.

Vor dem Stadtfest Wochenende mit ADFC Stand und vor allem FamilienSpaßRadeln am Sonntag gab es zum Einstieg in der Nacht von Freitag auf Samstag Shorts on Wheels.

Ein ziemlicher Kontrapunkt.

Kurzfilme auf Rädern. Nachts. An vier Lokationen. Immer draußen. Alles dabei, was wir brauchen.

Die Filme.

THE PASSAGE
R: Kitao Sakurai
USA 2017, 22’, Spielfilm

L’ESPACE COMMUN (COMMON SPACE)
R: Raphaële Bezin
Frankreich 2018, 10’, Experimentalfilm

DIE NAVIGATOUR
R: Carsten Knoop, Dorit Kiesewetter
Deutschland 2019, 3’, Spielfilm

MOVEMENTS
R: Jeong Dahee
Republik Korea 2018, 10’, Animationsfilm

WILDEBEEST
R: Nicolas Keppens, Matthias Philips
Belgien 2017, 19’, Animationsfilm

Lustig, verdeutlichend, fremd, verstörend.

Schon zum 12. Mal ein irrer Abend. In toller Gemeinschaft.

Wieder im November. Save the Date.