Take a ride on the wild side

Rheinquerung mal anders: Warum ich die Fähre liebe

Die Rheinfähre zwischen Leverkusen-Hitdorf und Köln-Langel mit Fahrzeugen und Radfahrern an Bord.

Fähre statt Baustelle: Mit St. Michael entspannt über den Rhein

Hast du genug vom Slalomfahren durch Bauzäune? Gestern habe ich euch noch vom Baustellen-Wahnsinn an der Leverkusener Brücke berichtet – heute präsentiere ich euch die ultimative Entschleunigung. Ich habe die Rheinfähre zwischen Köln-Langel und Leverkusen-Hitdorf getestet und was soll ich sagen: Schiff ahoi! ⛴️🚲

Auf zu neuen Ufern mit Mr_O

Sonntagvormittag, strahlender Sonnenschein – das perfekte Wetter, um mein treues Ortler Reiserad Mr_O zu satteln. Mein Ziel: Die ca. 25 Kilometer lange Durchquerung des nördlichen Rhein-Erft-Kreises und des Kölner Nordwestens. Nach gut anderthalb Stunden entspanntem Kurbeln erreichte ich den Fähranleger in Langel. Die Vorfreude auf die kleine Seefahrt stieg mit jedem Meter.

Die Rheinfähre: Tradition trifft Entschleunigung

Die Verbindung zwischen Köln-Langel und Leverkusen-Hitdorf ist viel mehr als nur ein Transportmittel; sie ist ein Stück gelebte rheinische Geschichte. Seit Generationen verbindet diese Fährlinie die beiden Ufer und bietet eine willkommene Abkürzung für alle, die dem Autobahnlärm entfliehen wollen. Während man auf der Rampe wartet, weht einem schon die frische Rheinbrise um die Nase. Sobald die Klappe der Fähre „St. Michael“ – die seit Sommer 2024 als würdige Nachfolgerin der defekten „Fritz Middelanis“ im Einsatz ist – das Ufer berührt, beginnt die kleine Auszeit. Auch wenn sie ein echter Klassiker mit Baujahr 1954 ist, bringt sie uns zuverlässig ans andere Ufer. Die Überfahrt ist eine wunderbare Gelegenheit, kurz innezuhalten, den Blick über das Wasser schweifen zu lassen und die Silhouette der Region aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Für uns Radelnde ist es der Inbegriff von Genussradeln: Kein Ampelstopp, keine Umleitung, einfach nur das sanfte Tuckern des Motors und die Gewissheit, dass der Weg hier tatsächlich das Ziel ist. Wann bist du das letzte Mal übers Wasser „geradelt“? 🌊

Das aktuelle Fährangebot: Einfach und Fair

Die gute Nachricht für alle Ausflügler: Die Fähre ist wieder voll im Einsatz und erfreut sich großer Beliebtheit. Die Taktung ist so eng, dass man nie lange warten muss – meist pendelt das Schiff einfach hin und her, sobald sich genügend Passagiere eingefunden haben. Der Preis ist mit 3 Euro für Person inklusive Fahrrad absolut fair und wird direkt an Bord beim freundlichen Personal bezahlt. Die Überfahrt selbst dauert knapp 10 Minuten, in denen man genug Zeit für ein schnelles Foto oder einen kurzen Plausch mit anderen Radfahrenden hat. Gerade an sonnigen Wochenenden ist die Fähre ein lebendiger Treffpunkt für die Community.

Deichwege und Sperrung-Rätsel

Nachdem ich in Hitdorf wieder festen Boden unter den Reifen hatte, ging es Richtung Osten. Die Strecke führt über wunderschöne Wege, teilweise direkt oben auf dem Deich.

Blick auf den Deichweg auf den Rhein

Dabei fiel mir auf: Die Verbindung von der Leverkusener Brücke entlang des Rheins zur Wuppermündung ist offiziell immer noch gesperrt.

Ein rot-weißes Sperrschild blockiert den Rheinradweg an der Wuppermündung bei Leverkusen.

Doch siehe da – ich habe einige Leute dort radeln sehen. Das schreit förmlich nach einer baldigen Erkundungstour, denn dieser Weg zur Critical Mass nach Wuppertal war früher immer ein echtes Highlight.

Der Rückweg zog sich zwar etwas länger als gedacht, aber mit fast 60 Kilometern auf dem Tacho und dem Gefühl, ein funktionierendes Stück Heimat neu entdeckt zu haben, kam ich zufrieden zu Hause an. Die Fähre ist und bleibt eine Top-Alternative!

Hast du die „St. Michael“ diesen Frühling schon besucht? Schreib es mir in die Kommentare! 👇

Die Touren und noch viele mehr gibt es in meiner April Komoot Collection:

Alle Videos und Shorts aus April gibt es hier:


Alle Details zur Fährverbindung:

Die Rheinfähre Köln-Langel – Leverkusen-Hitdorf ist eine autofähige Personenfähre, die bei Rheinkilometer 705,3 den Rhein im Norden Kölns überquert und Köln-Langel (linksrheinisch) mit Leverkusen-Hitdorf (rechtsrheinisch) verbindet.[1][2][3][5]

Aktuelles Schiff und Betreiber

Das derzeitige Fährschiff ist die MS St. Michael, die im Sommer 2024 die zuvor havarierte Fritz Middelanis ersetzte.[1][3][5][8] Die Fähre wird von der Rheinfähre Köln-Langel/Hitdorf GmbH betrieben, in Kooperation mit der HGK AG (Häfen und Güterverkehr Köln AG).[1][4][6][9] Sie bietet Platz für 250 Personen und 18 Pkw und befördert Fußgänger, Fahrräder, Motorräder, Pkw, Lieferwagen, Lkw, Busse sowie Landmaschinen.[1][5]

Anleger und Zufahrt

  • Linksrheinisch (Köln-Langel): Hitdorfer Fährweg.[1][5]
  • Rechtsrheinisch (Leverkusen-Hitdorf): Fährstraße (L 43).[1][5]

Die Überfahrt dauert etwa 5 Minuten und verkehrt ganzjährig, in der Regel im 20-Minuten-Takt.[3][5] Bei Rheinpegel Köln von 7,00–7,50 m pausiert der Betrieb.[4] Telefonisch erreichbar unter 0178/8323473.[4]

Fahrplan und Preise

Aktuelle Fahrpläne und Preise sind auf der Website der Stadt Leverkusen verfügbar.[1] Ältere Preise (gültig ab 01.01.2017) umfassen:

  • Kinder (6–14 Jahre): 0,50 €[2]
  • Erwachsene (ab 15 Jahre): 1,20–2,00 €[2][5]
  • Fahrrad (inkl. Fahrer): 2,00 €[2]
  • Pkw bis 2,8 t (inkl. Fahrer): 3,20 €[2]

Schwerbehinderte mit Freifahrtberechtigung (inkl. Begleitperson bei Merkzeichen B) reisen kostenlos.[6] Die Fähre ist als VRS-Linie Fähre Langel – Hitdorf integriert.[9]

Geschichte und Zukunft

Die Fähre verkehrt 362 Tage im Jahr mehrmals täglich und ist besonders bei Radfahrern beliebt, z. B. für Rhein-Touren.[2] Nach Havarie der Fritz Middelanis wurde die St. Michael als Ersatzschiff eingesetzt.[3][5] Im Juni 2024 einigten sich die Gesellschafter auf die Fortsetzung des Betriebs; geprüft werden Miete/Ankauf der St. Michael sowie Umrüstung auf umweltfreundliche Antriebe mit Fördermitteln.[3] Die Städte Leverkusen und Köln streben eine dauerhafte Lösung an (Stand Dezember 2024).[3]

Umgebung und Tipps

In der Nähe laden Bistros wie „Zur Fähre“ in Langel oder Biergärten in Hitdorf zum Verweilen ein; ideal bei Staus auf der Leverkusener Brücke.[2] Die Fähre gilt als praktische Alternative zu Brücken.[2][3] Auf Tripadvisor fehlen bisher Bewertungen.[7]

Citations:
[1] http://xn--fhren-rhein-l8a.de/faehren/faehre-hitdorf-langel/
[2] https://www.hgk.de/rheinfaehre-koeln-langel-hitdorf/
[3] https://www.koeln.de/tourismus/ll/beliebte-koelner-schiffstouren/rheinfaehre-koeln-langel-hitdorf/
[4] https://www.komoot.com/de-de/highlight/102352
[5] https://www.komoot.com/de-de/highlight/156129
[6] https://www.leverkusen.de/stadt-entwickeln/mobilitaet/faehre
[7] https://www.oepnv-info.de/freifahrt/informationen/nordrhein-westfalen/faehren-nordrhein-westfalen/rheinfaehre-koeln-langel-leverkusen-hitdorf
[8] https://www.tripadvisor.de/Attraction_Review-g187379-d21174837-Reviews-Rheinfahre_Koln_Langel_Hitdorf-Leverkusen_North_Rhine_Westphalia.html
[9] https://www.vrs.de/lis/linie/de:default:994:

Kommentare

  1. Für mich sind Flussfähren auch immer ein Erlebnis auf unseren Fahrradtouren.

    1. Die hier hatte eine schwere Zeit und auch die Neue war lange nicht zuverlässig. Jetzt scheint es aber zu laufen.

  2. […] Rheinquerung mal anders: Warum ich die Fähre liebe […]

  3. Ja, die Fähren muss man lieben. Es gibt noch andere empfehlenswerte Schätzchen
    südlich von Köln:
    Das Krokodil zwischen Zündorf und Weiß
    Die Fähre zwischen Lülsdorf und Wesseling,
    Die Fähre zwischen Mondorf /Siegmündung und Hersel
    Nördlich von Köln:
    Zwischen Langel und Hitdorf
    Piwipper Böötchen zwischen Piwipp und Monheim
    Und die Fähre wischen der Urdenbacher Kämpe und Zons.

    1. Ich glaube, ich bin die alle schon gefahren.

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