Take a ride on the wild side

Die Last 😩 mit der 🚲 Leihe

Leihräder in München, Stuttgart und Tübingen

Diese Woche habe ich im wesentlichen auf Leihrädern verbracht (wenn nicht sogar ohne Radfahren). München, Stuttgart und Tübingen waren meine Stationen und tatsächlich hatte ich auch mit vier unterschiedlichen Anbietern von Mieträdern zu tun.

Über München habe ich ja schon kurz geschrieben, meine (schlechten) Erfahrungen mit den MVGO-Rädern und der „Not“- Alternative LIME.

Zu letzterem gibt es noch ein wenig etwas zu sagen.

Der Registrierungsprozess und das Handling der LME App waren sehr unkompliziert und schnell vor Ort möglich. Die anschließende Ausleihe auch, einfach den QR-Code scannen und loslegen. Das Rad selber war etwas ungewohnt, es wirkt halt aufgrund des Materials, aus dem es gebaut ist, eher wie ein Spielzeug und deswegen waren die ersten Meter auch von großer Vorsicht geprägt. Dann aber funktioniert alles ganz gut, der Elektroantrieb bringt das Rad gut vorwärts. Der Anbieter warnt in der App und ich glaube auch auf dem Rad davor, zu schnell anzufahren beziehungsweise beim Anfahren vorsichtig zu sein, weil der Elektroantrieb sehr schnell greift. Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Dennoch war das Fahren im Großen und Ganzen sehr einfach, wenn auch mir persönlich die Anstrengung ein wenig gefehlt hat. Die Rückgabe ist nur in markierten Zonen gestattet, was es erforderlich machte, eine solche zu finden. Da ich das Rad dort zurück gab, wo ich es auch ausgeliehen habe, war das kein großes Problem. Die App wollte aber auch ein Beweisfoto, was natürlich ebenfalls kein Problem war, ich weiß aber nicht, was passiert wäre, wenn ich kein Foto hochgeladen hätte. Wollte ich aber auch nicht ausprobieren. Deswegen war die gesamte Fahrt von der Ausleihe bis zur Rückgabe ziemlich entspannt.

Was mir bei LIME eindeutig gefehlt hat, war jeglicher Ansatz der Kostentransparenz. Am Ende kamen für etwas über eine Stunde Fahrt fast zwölf Euro Kosten zusammen, die ich vermutlich hätte irgendwie vermeiden können, wenn ich mich sehr ausgiebig mit dem Thema Kosten, Rabatte, Bonus etc. beschäftigt hätte, wozu ich aber keine Zeit und auch keine Lust hatte. Deswegen fand ich das Ganze zum Schluss doch ziemlich teuer, wenn es mir auch relativ unbürokratisch möglicht hatte, ein paar Meter in München zu fahren. Kann man mal machen, muss ich aber nicht öfter haben.

Am Freitag waren wir dann ja (mit einem Transporter) von München aus in Tübingen angekommen und kamen mit dem Umzug relativ schnell voran, so dass ich nach einem kurzen Blick ins Internet die spontane Idee hatte, zur Critical Mass nach Stuttgart zu fahren. Natürlich hatte ich ja kein Rad dabei, weswegen ich mich dann auch noch um das Thema Leihrad in Stuttgart kümmern musste. Das war aber relativ einfach. Denn in Stuttgart gibt es ein prominentes Leihradssystem, das heißt RegioRadStuttgart. Am Startpunkt der Critical Mass, Stuttgart Feuersee, war eine Station, an der mehrere und unterschiedliche Räder zur Verfügung standen, die auf den ersten Blick alle einen relativ guten Eindruck machten. Ich prüfte kurz den Reifendruck, nahm dann das erste Rad, das dort stand und behielt es dann den ganzen Abend. Wie soll ich sagen, das Rad war sehr gut, brachte mich alle Hügel in Stuttgart hinauf und auch wieder hinunter und erfüllte seinen Zweck. Ich konnte meinen Rucksack mit Regenschutz auf dem Rücksitz, der als Transportschale ausgelegt ist, lagern und hatte deswegen damit keine Plage während der Fahrt. Selbst die überraschende Wendung der Critical Mass, an einem anderen Standort zu enden als am Startort, brachte weder mich noch das Leihrad in Bedrängnis. Denn am Bahnhof Stuttgart Bad Cannstatt gab es eine Station, an der ich das Rad zurückgeben konnte. Es war allerdings auch hier die Bedingung, dass es in einem gekennzeichneten Bereich abgestellt wird, sonst hätte es Strafgebühren gekostet.

Auch die Tarifstruktur war relativ transparent. So war mir von vornherein klar, dass wahrscheinlich der Tagessatz von neun Euro auf mich zukommen würde. Das ist bei all diesen Call-a-Bike und auch Nextbike Rädern sehr angenehm, dass es eben einen Tageshöchstsatz gibt, das scheint mir bei den anderen Leihradsystemen wie LIME oder auch TIER oder DOTT, nicht der Fall zu sein.

Kommen wir zu Tübingen und der Mühe dort, überhaupt ein Leihrad zu bekommen. Klar, in der Radstation am Bahnhof hätte es welche gegeben. Hätte hätte Fahrradkette….. Denn dann hätte die Station zur Zeit der Ausleihe und Rückgabe geöffnet sein müssen. Am Pfingstwochenende? Pustekuchen.

Der Rat in der Radstation: bloß kein TIER Rad leihen, die angeblich überall in Tübingen herum stehen. Hieß für mich: kein Rad fahren? KEIN RAD FAHREN??????

Also: TIER! Überraschung nach dem Herunterladen der TIER-App: die tut‘s nicht, empfiehlt die DOTT-App. Also: zumindest in Tübingen ist TIER DOTT. Herunterladen, registrieren und Zahlungsmittel hinterlegen ist mit dem Apple Universum kein Ding. Ausleihen auch nicht, QR-Code Scannen und los geht‘s. Sehr praktisch: eingebauter Handyhalter, zwar mit Warnhinweis, dass Nutzung auf eigene Gefahr, aber das iPhone saß sehr fest und so konnte ich komoot ohne den mitgebrachten FINN nutzen.

Insgesamt hatte ich drei unterschiedliche DOTT Räder. Die wirken auch wie Spielzeuge und fahren sich erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig. Das erste Rad bewegte ich ja über die Radbrücke und da wurde mir schon etwas schwummrig, denn es lenkte sehr schwer und ich kam nicht so gut um die Kurve. Auch bei diesen elektrogetriebenen Rädern geht es sehr schnell los nach dem Anfahren, so dass man lernen muss, wenig Kraft dabei einzusetzen, sonst schießt man nach vorne in eine Richtung, die man vielleicht nicht will. Die DOTT Räder haben aber augenscheinlich eine Art automatische Schaltung, denn ich merkte unterschiedliche Übersetzungen bzw. Unterstützungsstufen, obwohl es weder für den elektrischen noch den muskelbetriebenen Antrieb irgendwelche Schaltvorrichtungen gab (übrigens bei den LIME Rädern in München auch nicht).

Das zweite DOTT Rad war ein SCHROTT Rad. Die Bremsen zogen nicht richtig, machten dafür aber sehr laute Geräusche. Alles wackelte und klapperte. Der rechte Griff war lose. Ich fuhr es möglichst auf kurzem Weg zum Bahnhof und tauschte es dort. Was ein Glücksfall war, denn das neue Rad war einfach gut und fuhr sich nach einer kurzen Eingewöhnung wie ein „normales“ Rad.

Über Nacht hatte ich auch die Tarifstruktur gecheckt und einen „günstigen“ 100 Minuten Tarif gefunden, der die Sache auch finanziell erträglich machte. Dennoch: diese Anbieter sind recht teuer, dafür, dass sie zumindest partiell ziemlich bescheidene Räder bieten.

Na ja, ich fahre ja so ziemlich alles, was mir unter den Hintern kommt. Aber das Thema Leihrad ist doch mühsam und nicht wirklich zuverlässig. Für die Zeit nach meiner Rente (und eigentlich auch bis dahin) eher ein Anlass, mir über Alternativen Gedanken zu machen. Begonnen damit habe ich schon und eigentlich auch schon einen Plan. Den verrate ich aber hier noch nicht.

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