Take a ride on the wild side

Hallo, Halo! Die Geheimnisse der Lichtphänomene auf meiner Radstrecke.

Abendrot oder Polarlichter über dem Rhein Erft-Kreis

🌅 Traumhafte Ausblicke am Abend – Wenn der Himmel leuchtet!

Du kennst das Gefühl, oder? Nach einem langen Tag auf dem Weg zur Arbeit und zurück – diesmal mit meinem ICE Adventure HD und der treuen Lunetta unterm Popo – spürst du die Beine, aber der Kopf ist klar. Und dann, genau in diesem Moment, beschenkt dich der Himmel mit einem Anblick, der einfach alle Strapazen vergessen lässt. 🤩

Genau so erging es mir am Mittwoch auf meiner 45,2 Kilometer langen Tour über Hürth! Das Wetter war sonnig und warm, der Wind hielt sich vornehm zurück. Perfekte Bedingungen, um bei zunehmender Dunkelheit die „Alltags- und Lustfahrt“ so richtig auszukosten.

Auf dem Hinweg habe ich übrigens ein kurioses Fundstück gemacht: Auf dem Radweg entlang der L361 lag ein Rahmen mit einem gemalten Geburtstagsbild.

Malerei, Bild Happy Birthday auf Radweg, L361

Kennst du das auch, wenn du beim Radeln völlig Unerwartetes entdeckst? Ich frage mich ja, ob das Geschenk dem oder der Beschenkten einfach nicht gefallen hat oder ob es unabsichtlich verloren ging. Wie schade, oder?

Der Rückweg durch Köln in Richtung Hürth hielt dann die eigentlichen Höhepunkte bereit. Kurz vor Stotzheim sah ich Radelnde über ein Feld von der Bonnstraße her kommen – das inspirierte mich zu ein paar Schnappschüssen, darunter ein stilisiertes Rad und ein cooles Graffiti an einer Hauswand. Schau dir das unbedingt in der Bildergalerie an!

Als ich dann selbst über diesen Feldweg Richtung Westen fuhr, entfaltete sich das volle Abend-Spektakel: Dieser wunderbare Abendhimmel, den du auf dem Titelfoto erahnen kannst, war einfach magisch! Es gab tolle Ansichten, die Sicht war prima und ich hatte fantastische Fotomotive.

Aber Halt, das ist noch nicht alles!

Später, auf der Strecke zwischen Gleuel und Bachem, gab es den nächsten Wow-Moment: Der tolle Blick auf Köln, bei dem die Pylonen des Rhein-Energiestadions markant in den Himmel ragten, musste natürlich auch sofort mit der Kamera eingefangen werden.

Pylone des Rhein-Energie-Stadions bei Nacht, fotografiert aus Frechen Bachem

Es war ein ganz besonderer Abend, so reich an visuellen Geschenken! Deshalb ist die Fotogalerie heute ein besonderes Schmankerl, sie lohnt sich wirklich!

✨ Faszination Himmelslicht: Was wir am Abend sehen

Diese atemberaubenden Ansichten am Abendhimmel sind oft das Ergebnis von natürlichen optischen Phänomenen, die unser Blickfeld in ein Kunstwerk verwandeln. Hast du dich jemals gefragt, wie diese Farben und Lichter eigentlich entstehen? Tauchen wir kurz ein in die spannende Welt der atmosphärischen Optik!

  • Abend- und Morgenrot (Dämmerungsfarben): Dieses häufige und wunderschöne Phänomen entsteht, weil das Sonnenlicht auf seinem Weg durch die Atmosphäre einen viel längeren Weg zurücklegen muss, wenn die Sonne tief steht (kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang). Dabei wird der kurzwellige blaue Lichtanteil durch die Moleküle der Luft stärker gestreut und weggelenkt. Übrig bleibt das langwelligere rote und orangefarbene Licht, das uns direkt erreicht und den Himmel in diesen intensiven Farben erstrahlen lässt. Es ist, als würde die Atmosphäre alle anderen Farben „herausfiltern“ und uns nur das wärmste Licht zeigen.
  • Halo-Erscheinungen (Nebensonnen, 22°-Ring): Halos sind oft weniger bekannt als der Regenbogen, aber keineswegs seltener! Sie entstehen durch Brechung und Reflexion von Licht an Eiskristallen in hohen, dünnen Schleierwolken (Cirruswolken). Die Kristalle wirken dabei wie winzige Prismen. Besonders eindrücklich sind die Nebensonnen (Parhelia), die als helle, oft rötlich zum Sonnenrand hin gefärbte Lichtflecken links und rechts neben der Sonne (im Abstand von ca. 22°) erscheinen. Sie sind ein Hinweis darauf, dass der Himmel in großer Höhe kristallklar ist.
  • Sternschnuppen (Meteore): Dieses Phänomen ist der Wunschzettel-Klassiker schlechthin! Eine Sternschnuppe ist eigentlich ein kleines Staubkorn (Meteoroid) von einem Kometen oder Asteroiden, das in die Erdatmosphäre eintritt und dort durch die hohe Geschwindigkeit zum Glühen gebracht wird. Es handelt sich um ein kurz aufleuchtendes, schnelles Glühen, meist in 80 bis 100 km Höhe. Wir sehen also nicht den Körper selbst, sondern die ionisierte Luftspur dahinter. Bei uns in Mitteleuropa sind sie in klaren, dunklen Nächten das ganze Jahr über zu sehen, besonders zahlreich aber während Meteoritenschauern (z.B. Perseiden im August). Die Menschen sehen darin oft ein Glückssymbol und nutzen den Moment, um sich etwas zu wünschen.
  • Wetterleuchten: Dieses Phänomen ist ein fernes Gewitter in der Atmosphäre, dessen Blitze man sieht, aber dessen Donner man aufgrund der großen Entfernung (oft über 15 km) nicht mehr hört. Es ist also keine eigene Entstehungsart, sondern Licht eines normalen Blitzes, das an Wolken, Nebel oder dem Horizont reflektiert wird. Es wirkt oft wie ein lautloses, flächenhaftes Aufleuchten am Horizont und tritt meist in warmen Sommernächten auf. Die Sichtbarkeit ist am besten, wenn das Gewitter selbst schon unter dem Horizont verschwunden ist.
  • Polarlichter (Aurora Borealis/Australis): Das wohl magischste der Lichtphänomene! Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen (hauptsächlich Elektronen und Protonen) von der Sonne (im sogenannten Sonnenwind) auf das Magnetfeld der Erde treffen. Das Magnetfeld lenkt diese Teilchen zu den Polen, wo sie in der oberen Atmosphäre (über 100 km hoch) mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen kollidieren. Diese Kollisionen regen die Atome an, die die überschüssige Energie in Form von Licht (meist Grün, Rot oder Violett) wieder abgeben. Sie erscheinen als leuchtende Vorhänge oder Bögen und sind meist nur in den Polregionen sichtbar (Nord- oder Südlicht). Bei starker Sonnenaktivität können sie jedoch auch in gemäßigten Breiten, wie selten auch bei uns, beobachtet werden. Früher wurden Polarlichter oft als himmlische Feuer oder Zeichen der Götter interpretiert.

Diese Phänomene sind ein wunderbarer Beweis dafür, dass es sich immer lohnt, den Blick beim Radfahren nach oben zu richten, besonders wenn die Dunkelheit einsetzt! Du siehst also: Selbst der Alltagsweg kann sich in ein kleines Abenteuer mit spektakulären Ausblicken verwandeln, wenn das Licht stimmt.

Hier findest du alle Details zu dieser Tour (Name: Mit dem Rad zur Arbeit und zurück über Hürth, Rad: ICE Adventure HD, Lunetta):

Und nun Du: Welche Lichtphänomene hast Du auf deinen Touren schon am Himmel entdeckt? Lass es mich in den Kommentaren wissen, ich freue mich auf Deine Geschichten! Vielleicht teilst Du diesen Beitrag ja auch, damit noch mehr Radel-Enthusiastinnen und -Enthusiasten von diesen himmlischen Momenten erfahren! 👇

Kommentare

  1. Eigentlich habe ich bis jetzt nur Morgenrot gesehen, war aber auch sehr schön. Fundstücke habe ich auch schon oft geknipst 😉 bei mir sind es dann eher Blätter, Steine oder Holzstücke, schönen Tag wünsch ich dir.

    1. Dir auch. Das Titelbild und die Bilder im Album sind von gestern Abend. Von einem Fundstück kann ich eigentlich nicht reden, denn der Himmel sah einfach überall so aus.

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