Take a ride on the wild side

Vom Auto aufs Rad: Mein großer Wandel (Teil 2) 🚴‍♂️🌄

Willkommen zurück beim zweiten Teil meiner Geschichte, wie ich das Auto fast komplett durchs Rad ersetzt habe! Im letzten Beitrag

habe ich Dir von meiner langen, holprigen Beziehung zum Rad erzählt – vom Bonanza-Rad in der Jugend bis hin zu den drei Jahren in München, in denen wir ganz ohne Auto auskamen. Ich habe Dir verraten, dass der echte Wendepunkt unerwartet und zufällig kam: im Jahr 2010, als ich auf einer Geburtstagsfeier spontan ein gebrauchtes Fahrrad kaufte. 🥳

Das war der Startschuss. Aber wie Du weißt, ist ein Fahrrad zu besitzen noch lange keine Verkehrswende im Alltag. Mein Ziel mit dieser Blogreihe ist es, Dir konkrete Einblicke in diesen spannenden Umstellungsprozess zu geben, der weit über die kurzen Freizeitfahrten hinausgeht und tatsächlich die Mobilität neu definiert.

Vom Auto aufs Rad: Der Start ins neue (Rad-)Leben (Teil 2) 🚴‍♂️🌄

Heute erzähle ich Dir, wie dieses neue Rad schnell vom reinen „Freizeitmodus“ zum unverzichtbaren Begleiter im Berufsleben wurde. Es geht um die ersten schönen Erfolge, die überraschenden Lerneffekte und natürlich auch um die unvermeidlichen Rückschläge. Bereite Dich auf den ersten Kilometer-Rausch und die echten Aha-Momente vor, die mich dazu brachten, heute fast 95 % meiner Wege mit dem Rad zurückzulegen. Lass uns loslegen! 👇

Die ersten Meter: Vom Entdecken zum Pendeln

Ich hatte es nun: Mein Stadtrad, ein Troger Argon 20 mit Kettenschaltung und V-Brakes.

Rotes Vintage Troger Herrenrad mit Gepäckträgertaschen und montiertem schwarzen Korb, auf einem gepflasterten Bürgersteig in der Sonne abgestellt. Das Fahrrad hat eine Schutzblech vorn und hinten, silberne Felgen und einen Seitenständer.

Doch mein Leben war noch komplett auf Auto eingestellt. Wie sollte ich dieses Radfahren also in meinen Alltag integrieren?

Zuerst machte ich mich ganz behutsam damit vertraut. Nur kurze Strecken bei uns in Kerpen. Ich lernte wieder richtig zu schalten, probierte das einhändige Fahren (wegen des Richtung-Anzeigens, versteht sich 😉) und testete die verschiedenen Bodenbeläge. Das Rad meisterte alles. Ich kaufte mir das erste Zubehör, zugegeben, noch ziemlich unbedarft: Taschen für den Gepäckträger, sogar ein Körbchen obendrauf. Schnell merkte ich auch, dass der Seitenläuferdynamo nicht das Gelbe vom Ei war und ich auf Stecklichter umsteigen musste – eine echte Eingewöhnungsphase.

Aber Halt: Trotzdem spielte das Rad noch nicht die Hauptrolle. Ich war 2010 sogar in Kopenhagen, der Mekka-Stadt der Radfahrer, und bin dort keinen einzigen Meter Rad gefahren. Immerhin: Dort kaufte ich mir meinen ersten richtigen Fahrradhelm, den ich heute noch besitze!

Nahaufnahme eines lächelnden Mannes mittleren Alters mit einem metallisch-roten Bell-Fahrradhelm und gold-verspiegelter Sportsonnenbrille. Der Kinnriemen des Helms ist geschlossen. Er trägt eine braune Strickjacke über einem weißen T-Shirt. Im Hintergrund ist ein heller Wandabschnitt mit angeschnittenem Text, der "FREEDOM" enthält.

Der Game Changer: Die erste Fahrt zur Arbeit

Der Moment, der alles veränderte, war meine erste Fahrt zur Arbeit. Der Weg von Kerpen-Horrem zum WDR-Betriebsgelände in Köln-Bocklemünd. Das waren 15 Kilometer einfache Strecke. Ich kannte den Weg nur mit dem Auto und hatte damals noch keine Ahnung von Fahrradnavigation. Also fuhr ich notgedrungen im Wesentlichen die Auto-Route ab.

Ich wählte bewusst einen Tag ohne frühe Termine, falls ich die Strecke nicht oder nicht schnell genug schaffen würde. Kennst Du diese leise Angst, dass man zu spät kommt oder total erschöpft ankommt? 😅

Aber natürlich schaffte ich die Strecke! Und sogar die Heimfahrt, die einen der wenigen Hügel in unserer Gegend enthält. Das war wohl im Spätsommer, Ende August.

Ab diesem Tag fuhr ich immer öfter mit dem Rad zur Arbeit. Ich lernte schnell den Umgang mit unterschiedlichen Witterungsverhältnissen, kaufte die ersten Sätze Regenklamotten und fuhr wirklich bei jedem Wetter. Ich richtete mich komplett neu ein: Kleidung, Werkzeug, Zubehör. Ich suchte nach den besten und kürzesten Strecken (ein endloser Prozess!) und lernte sogar, kleinere Reparaturen selbst zu erledigen: Reifen flicken, Bremsbeläge wechseln, Bremsen und Licht richtig einstellen.


Exkurs: Schwitzen? Kein Problem, wenn man es richtig macht!

Eines der größten Vorurteile beim Pendeln mit dem Rad ist das Thema Schwitzen und Geruch. Und ja, das ist eine berechtigte Sorge. Niemand möchte im Büro müffeln! Aber das lässt sich prima in den Griff bekommen:

  • Wann riecht Schweiß unangenehm? Frischer Schweiß ist fast geruchlos. Er beginnt erst durch den Abbau von Bestandteilen durch Bakterien auf der Haut zu riechen. Entscheidend ist also, wie lange der Schweiß auf der Haut und in der Kleidung bleibt.
  • Die richtige Kleidung: Trage beim Radfahren Funktionskleidung (häufig aus synthetischen Fasern oder Merinowolle). Diese Stoffe transportieren Feuchtigkeit schnell vom Körper weg und trocknen extrem schnell. Baumwolle ist ein No-Go, da sie Feuchtigkeit speichert.
  • Der Kleidungswechsel: Das ist der Schlüssel. Wer lange Strecken fährt, sollte Unterwäsche und das Oberteil im Büro wechseln. Die feuchte Radkleidung kommt idealerweise in eine separate, gut belüftete Tasche oder, wen vorhanden in einen Raum zum Aufhängen und Trocknen.
  • Ist Duschen immer nötig? Bei langen Strecken oder intensiver Fahrt ist Duschen oder zumindest eine „Katzenwäsche“ (Waschen von Achseln und Oberkörper) ratsam. Für kürzere Fahrten reicht oft ein schneller Kleidungswechsel und etwas Deodorant.
  • Hilfsmittel: Feuchttücher für Erwachsene können wahre Lebensretter sein, wenn keine Dusche vorhanden ist. Und natürlich trockene, frische Socken nicht vergessen!

Kurzum: Wenn Du Dich richtig organisierst, wirst Du nicht „stinken“, sondern fühlst Dich frisch und hast den Kopf freifür den Arbeitstag. Das ist doch die Mühe wert, oder?


Der harte Rückschlag im November

Das Rad wurde langsam zu einem echten Verkehrsmittel für mich – bis zu einem schlimmen Sturz Ende November 2010.

Es war morgens gegen 7:00 Uhr, dunkel, nasskalt, und es hatte etwas geschneit. Die Straßenbedingungen waren mies. Ich fuhr durch eine künstlich verengte Engstelle, die ich eigentlich gut kannte. Doch ich war wohl ein wenig geblendetund fuhr frontal gegen das rechte Hindernis.

Es war ein heftiger Abgang: Ich stieg über den Lenker ab und landete unsanft.

Diagnose: Rechter Schlüsselbeinbruch (musste mit einer Titanplatte operiert werden) und ein gebrochenes rechtes Schulterblatt. Ein Rettungswagen brachte mich ins Krankenhaus.

Im Krankenhaus begann sofort die Krankengymnastik.

Mann mit kahlköpfigem Lächeln sitzt in einem Krankenhauszimmer auf einem Krankengymnastik-Stuhl, den rechten Arm in einer Schlinge/Bandage. Er trägt eine ärmellose, hellgraue Kapuzenjacke und eine schwarz-weiß gestreifte Hose. Im Hintergrund ist ein modernes Krankenhausbett und medizinisches Gerät zu sehen.

An Radfahren war natürlich nicht zu denken. Ein Anwohner hatte mein Rad geborgen; ich hatte erst keinen Sinn dafür, seinen Zustand zu erfragen.

Fahrrad (Trekkingrad mit pinker Gabel und Lenkertasche) im Dunkeln, bereit für die nächste Radtour auf Kopfsteinpflaster.

Das Fazit nach diesem tollen Start war ein herber Rückschlag: Ich war verletzt und rekonvaleszent, mein Rad in ungewissem Zustand. Würde es überhaupt weitergehen mit dem Radfahren, nachdem der Weg so brutal unterbrochen wurde?

Das erzähle ich Dir im nächsten Beitrag. Denn eines kann ich Dir verraten: Aufgeben war keine Option! Was wäre Dein erster Gedanke nach so einem Sturz gewesen? Schreib es mir in die Kommentare! 👇

Kommentare

  1. Sturz vermieden, Ursache des seltsamen Quietschens damals entdeckt- stillgelegt.
    https://dinkelschnitte.wordpress.com/wp-content/uploads/2016/08/holl00061.jpg

    1. Bei mir lag es nicht am Rad, sondern am Fahrer 🙈

    2. Au weia, das hätte ins Auge gehen können…..

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