Take a ride on the wild side

Auf Turmjagd mit dem Fahrrad: Mein Wasserturm-Spleen und spannende Fakten.

Fotorealistische Aufnahme eines historischen Backstein-Wasserturms und eines modernen Wasserturms in der Abendsonne, gesehen über den Lenker eines Gravelbikes. Der Bildtext lautet: „Mein verrückter Wasserturm-Fetisch“.

🚴🏼‍♀️ Mein verrückter Wasserturm-Fetisch – und was diese Kolosse der Wasserversorgung so faszinierend macht!

Herzlich willkommen, liebe Radfahr-Enthusiastinnen und -Enthusiasten, bei eurem täglichen Dosis „Warum ich Rad fahre“! Heute wird’s ein bisschen skurril, denn ich verrate euch eines meiner ungewöhnlichsten Sammelgebiete, das mich regelmäßig vom Weg abbringen lässt. Wassertürme. Jep, du hast richtig gehört.

Klar, wir alle haben ja so unsere kleinen Spleens und Fetische, die andere manchmal die Stirn runzeln lassen. Bei mir sind es unter anderem Tattoos und Graffiti, aber eben auch ein ziemlich handfester, architektonischer Tick: Ich sammle Wassertürme. Immer wenn ich das jemandem erzähle, sehe ich dieses typische Fragezeichen in den Augen, gefolgt von der unausgesprochenen Sorge: „Tickt der noch sauber?“ Die häufigste Reaktion ist: „Wie bitteschön willst du denn Wassertürme sammeln?“ Ganz einfach: Jeder Turm, den ich auf meinen Radtouren entdecke, ist mein Turm. Ich fahre auf jeden Fall hin, schaue ihn mir so weit wie möglich an, halte die Bauwerke fotografisch fest und dokumentiere sie. Mein Blog-Artikel vom 15. Dezember (den Link dazu findest du hier: https://warumichradfahre.blog/2025/12/15/ich-sammele-wasserturme-reloaded/) ist dabei die finale Dokumentation meiner Eroberung.

Das Faszinierende daran: Die Türme sind unglaublich unterschiedlich. Sie variieren massiv in Höhe, Form und – und das ist besonders spannend – in ihrer aktuellen Nutzung. Manche sind noch in Betrieb, andere wurden zu Wohnungen oder Lofts umgebaut, wieder andere werden von Förder- oder Heimatvereinen betreut. Und dann gibt es die ganz besonderen Exemplare: die Lost Places unter den Wassertürmen. Ein echtes Highlight war, als ich den Turm in Lüneburg sogar besteigen durfte. Ein unvergessliches Erlebnis, das die Faszination für diese Bauwerke nur noch gesteigert hat!

💧 Die stillen Giganten: Zweck, Technik und Geschichte des Wasserturms

Aber Halt, das ist noch nicht alles! Die Bauwerke sind nicht nur tolle Fotomotive, sondern haben eine extrem wichtige Geschichte, die tief in der Siedlungsentwicklung verwurzelt ist. Hast du dich jemals gefragt, warum wir in der modernen Wasserversorgung diese riesigen, erhöhten Speicher überhaupt brauchten?

Die Geschichte und der Zweck

Wassertürme wurden ab dem späten 19. Jahrhundert in vielen Städten und Gemeinden zur zentralen Wasserversorgung unentbehrlich. Ihr Hauptzweck ist die Schaffung von konstantem Druck im Leitungsnetz.

Wusstest du? Ein Wasserturm ist im Grunde ein riesiges Hochreservoir. Er speichert Trinkwasser und nutzt die Schwerkraft, um das Wasser ohne ständige Pumpenleistung in die tiefer liegenden Haushalte zu befördern.

Diese Funktion gleicht auch Verbrauchsspitzen aus. Wenn morgens alle duschen und Kaffee kochen, springt der Turm als Puffer ein. Nachts, wenn weniger Wasser gebraucht wird, füllen Pumpen den Turm wieder auf. Das spart Energie und schont die Pumpen.

Aufbau und Funktionsweise

Der Aufbau ist genial simpel. Ein Wasserturm besteht meist aus einem tragenden Schaft und einem oben aufgesetzten, oft kugelförmigen oder zylindrischen Wasserbehälter. Die Höhe des Behälters über dem Versorgungsgebiet bestimmt den Wasserdruck – eine simple Anwendung des Prinzips der hydrostatischen Säule.

  • Das Wasser wird von Pumpwerken in den hochgelegenen Behälter gepumpt.
  • Die Schwerkraft drückt das Wasser durch Fallleitungen ins Versorgungsnetz.
  • Die Höhe des Turms sorgt für den notwendigen Fließ- und Leitungsdruck.


Möchtest du mehr über die genaue Technik und die verschiedenen Bauformen wie Intze-Behälter oder Pilz-Behälter erfahren? Schau doch mal hier vorbei.

Verbreitung und Bedeutung im Wandel der Zeit

Die Blütezeit der Wassertürme war definitiv die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit dem Aufkommen leistungsstärkerer Pumpentechnik und der Etablierung von unterirdischen Hochbehältern in höher gelegenen Gebieten verloren viele Türme ihre ursprüngliche Funktion. Dennoch sind sie bis heute identitätsstiftende Bauwerke geblieben – echte Wahrzeichen ihrer Städte!

Kennst du auch so ein Bauwerk in deiner Nähe, das die Stadtlandschaft prägt? Erzähl mal!

Ich werde auf jeden Fall weiter Wassertürme sammeln. Ich werde es nicht direkt darauf anlegen, jeden Tag ein Bauwerk als offizielles Radziel auszurufen – aber es gibt bestimmt noch unzählige zufällig zu entdeckende Exemplare am Wegesrand. Die Suche geht weiter! 🧭


Hat dich dieser Beitrag inspiriert, bei deiner nächsten Radtour mal bewusst nach den architektonischen Hoch-Punkten Ausschau zu halten? Oder hast du selbst schon einen Wasserturm entdeckt oder sogar fotografiert? Schreib es mir in die Kommentare, markiere den Beitrag mit einem Like und teile ihn mit deinen Freundinnen und Freunden! Wir sehen uns auf dem Sattel! 👋

Kommentare

  1. Wassertürme sind ja auch schöne Landmarken auf Radtouren.

    Ich selbst werde manchmal belächelt, wenn ich ein Fotostop an einen der gravierten oder hölzerne Wegweiser oder die Pilze aus Beton am Wegesrand besuche und fotografiere.

    1. Ncht von mir!!! Ich finde Deine Beiträge ungemein inspirierend!

  2. Das weis ich ja.

    Aber in persönliche Gesprächen kann man das schon mal erleben.

  3. Hier bei uns gibt es auch einen schönen Wasserturm – ich habe mal einen Bericht drüber geschrieben – hier der Link: https://carlmakesmedia.de/online-magazin/das-historische-wasserturm/

    1. Vorgemerkt ❣️❣️❣️ Vielen Dank

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