Take a ride on the wild side

Radwege vs. B477: Warum der Winterdienst die Verkehrswende stoppt

Nahaufnahme eines Radfahrers mit grauem Bart und Sonnenbrille auf einem Liegerad oder Trike. Er trägt einen dunkelblauen Kapuzenpullover mit gelbem Fahrrad-Aufdruck. Am Lenker sind ein Rückspiegel und eine Kamerahalterung montiert. Der Hintergrund zeigt einen winterlichen, verschneiten Radweg mit Glatteis neben einer geräumten Landstraße unter bewölktem Himmel.

Du denkst, Radfahren im Winter ist nur was für Hardcore-Fans? In den letzten Tagen habe ich im Rheinland gemerkt, dass es vor allem eine Frage des Untersatzes ist. Während andere schlittern, genieße ich die Spurtreue meines Dreirads – und entdecke dabei Abgründe in der Infrastruktur.


Wenn der Radweg zur Eisbahn wird

Gestern war ich wieder unterwegs und an einigen Stellen wurde mir mulmig beim Gedanken an ein klassisches Aufrechtrad. Während zum Beispiel die B477 blitzblank geräumt war, präsentierte sich der begleitende Radweg als spiegelglatte Herausforderung. Schieres Glatteis unter einer dünnen Schneedecke – ohne meine drei Räder wäre hier Feierabend gewesen.

Es ist leider ein trauriges Muster: Die Wege entlang der Bundes- und Landesstraßen sind oft in einem katastrophalen Zustand. Straßen.NRW scheint die Räumpflicht für den Radverkehr eher als Empfehlung zu verstehen.

Das ist nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich! Eine Freundin berichtete mir sogar per Mail, dass die Strecke von Köln nach Kerpen-Horrem schlicht unpassierbar war. Und unter den Instagram Post erschienen Kommentare mit weiteren Schilderungen von unhaltbaren Zuständen. Hast du das diesen Winter auch schon erlebt? 🤔

Die Verkehrswende braucht den Winterdienst

Wenn wir wollen, dass Menschen vom Auto aufs Rad umsteigen, muss die Infrastruktur auch im Januar funktionieren. Momentan passiert das Gegenteil: Die Straßen sind frei, die Radwege dicht. Das zwingt die Leute zurück ins Auto. Dass Winterradeln eigentlich gut funktionieren kann, zeigt dieser Ratgeber zum Radfahren bei Schnee und Eis, der wertvolle Tipps für die richtige Technik gibt.

Besonders bitter sieht es auf den Schulwegen aus. Der Parrig in Kerpen, die Hauptroute für Schüler*innen aus Horrem und Sindorf zum Gymnasium, war am ersten Schultag nach den Ferien eine einzige Rutschpartie. Festgefahrener Schnee und Glatteis überall. Das Ergebnis? Das Elterntaxi feiert ein Comeback, weil der Weg für die Kids schlicht zu riskant ist.

Gleichberechtigung für den Radverkehr

Es muss endlich Standard werden, dass Radwege mit der gleichen Intensität geräumt werden wie Fahrbahnen für Autos. Wer wissen will, welche rechtlichen Ansprüche Radfahrer*innen eigentlich haben, sollte mal einen Blick in die Übersicht zur Räumpflicht auf Radwegen werfen – Spoiler: Es gibt sie wirklich!

Damit die Verkehrswende nicht im Schnee stecken bleibt, brauchen wir Priorität für das Rad – auch bei Minusgraden. Falls du gerade überlegst, dein Rad winterfest zu machen: Eine Checkliste für Winterreifen und Beleuchtung hilft dir, sicher durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Schon mal Spikes ausprobiert? 🚲💨


Was meinst du: Wird bei dir im Viertel ordentlich geräumt oder herrscht auf den Radwegen das blanke Chaos? Schreib es mir in die Kommentare, lass ein Like da oder teile den Beitrag!

Kommentare

  1. Radwege werden doch als Schneeablage genutzt. Von der Straße kippen sie hin und vom Bürgersteigwedeln auch Portionen.

    1. Da hast du leider recht

  2. Ich wäre ja schon froh, wenn wir in Lüchow Radwege hätten!

    1. Ach weißt du, die eine Hälfte ist nicht geräumt, die andere sind Trümmerhaufen. Nichts, was wirklich zu vermissen ist.

      1. Na ja, wir haben ja auch keine Radwege in der Stadt, wenn kein Schnee liegt.😅

      2. Ich glaube, ich muss mal nach Lüchow kommen…..

      3. Du warst ja schon nah dran im letzten Jahr!😅

  3. Im Winter Eis und Schnee, im Herbst die Blätter en masse- mit fröhlicher Rutschpartie und im Frühjahr/Sommer Gehölz und zuwachsende Radwege 🤬 Jedes Jahr, immer wieder und Straßen NRW reagiert z. T belehrend, arrogant, wenn man überhaupt etwas hört. Danke Axel für Deine Arbeit und dem ADFC ohne den es noch schlimmer wäre.

    1. Irgendwann ist mal gut. Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde ist raus.
      Und beim Grünschnitt gibt’s die nächste. Denn da können wir uns schon drauf verlassen: irgendwann sind die Trümmerhaufen (nenn mich nicht Radweg) wieder zugewachsen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

  4. jawoll! 🙂 ich als nicht-Trike-Besitzer kann dem nur entschieden zustimmen. Auf den Bürgersteigen sieht es auch nicht besser aus – Sturzgefahr wegen festgetretenen Schnees.

  5. Hier in Gemeinde Südheide kann man den Verantwortlichen nur eine Vier geben.

    Der Radweg wurde nach dem Schneefall vom letzten Samstag von Hermannsburf nach Unterlüß und der Radwegabschnitt in Uterlüß, bei den die Gemeinde zuständig ist, wurde zwar geräumt (ohne zu Streuen9 abre das geschah erst im Verlauf des Montags.

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