Kaum zu glauben, wie schnell der Januar an uns vorbeizieht! Zwei (plus ein kurzfristig aufgekommenes) meiner Highlights sind schon Geschichte, aber die Energie wirkt noch richtig nach. Schnallt euch an, hier kommt ein kleiner Rückblick mit einer ordentlichen Portion Fernweh. 🚲✨
Bässe, Bikes und Botschaften
Der Fahrrad-Rave letzten Freitag in Köln war eine Wucht. Mehr als 100 Leute – vor allem viele junge Gesichter – haben gezeigt, wie laut und bunt der Wunsch nach einer echten Verkehrswende sein kann. Die Mischung aus wummernden Beats und klaren politischen Ansagen direkt im Pulk zündet einfach.

Dass Musik ein starker Motor für sozialen Wandel sein kann, zeigen auch aktuelle Untersuchungen zur Protestkultur, die das Fahrrad als Symbol für Freiheit und Klimaschutz unterstreichen. Warst du schon mal bei einer Demo mit Soundanlage dabei? Den nächsten Termin poste ich euch natürlich rechtzeitig!
Abenteuer pur: Von Kapstadt nach Wien
Samstag wurde es im Capitol Kino in Kerpen deutlich ruhiger, aber kein bisschen weniger spannend. Tanja und Johanna von Roaming Pedals haben uns mit ihrem Vortrag „Zwei Frauen, zwei Räder und ein Zelt“ mit auf die Reise von Südafrika nach Österreich genommen. Besonders ihre Berichte aus dem Iran und die nötige Umsicht in den verschiedenen Klimazonen und Landschaften waren tief beeindruckend.

Falls du selbst mal eine große Tour planst: Eine gute Packliste für Radweltreisen ist Gold wert, damit das Zelt am Ende nicht zum unnötigen Ballast wird. Schau unbedingt mal auf ihrem Instagram-Profil oder ihrer Website vorbei. Ich werde mich definitiv mal vernetzen – so viel Mut gehört belohnt!
Mülheimer Brücke: Druck auf der Brücke
Na, da hat sich doch glatt noch eine Veranstaltung in meinen Januar-Plan eingemogelt! Spontan ging es zur Rad- und Fußdemo des Fahrradentscheids Köln auf die Mülheimer Brücke. Ich war natürlich mit meinem Scorpion am Start.

Worum es bei dem Zoff geht? Eigentlich sollte die Sanierung der Brücke die Chance für eine moderne Verkehrsführung sein. Doch die Stadt plant aktuell, den Radverkehr auf einen viel zu schmalen Zweirichtungs-Radweg zu quetschen, während dem Autoverkehr weiterhin massig Platz eingeräumt wird. Ein klarer Verstoß gegen die Ziele des Fahrradentscheids. Die Demo forderte deshalb eine gerechtere Aufteilung – Platz wäre da, man muss ihn nur politisch wollen!
Nach dem Protest ging es mit der „Bubble“ noch ins Brauhaus mit dem wunderbaren kölschen Namen „Milano“ am Mülheimer Bahnhof. Zwei Käffchen, gute Gespräche und dann entspannt nach Hause. Ein rundum gelungener Nachmittag! ☕️🥨
Wie geht es weiter?
Ein wichtiges Zeichen: Die Natenom Gedenkfahrt

Ein Nachklang voll Kontraste: Die Gedenkfahrt für Natenom
Am Samstag folgte dann der emotionale, aber auch nachdenkliche Abschluss: Die Gedenkfahrt für Natenom, den im Januar 2024 getöteten Radaktivisten. Es war bereits die dritte Fahrt dieser Art, für mich persönlich jedoch die Premiere.
Was mich tief beeindruckt hat, war die enorme Resonanz. Menschen aus dem ganzen Land waren angereist – allein aus NRW waren wir mit gut zehn Aktivist*innen vertreten. Die Anteilnahme war greifbar, die Organisation perfekt und die Disziplin der Teilnehmenden bewundernswert. Besonders der lange Anstieg hinauf zur Unglücksstelle, wo heute das Ghostbike und die Gedenkstätte an Natenom erinnern, forderte Durchhaltevermögen und schuf eine ganz eigene, dichte Atmosphäre.
Zwischen Gedenken und Ideologie
Doch wo viel Licht ist, gab es für mich auch Schatten. Wenig beeindruckt war ich von der Art und Weise, wie der Tod eines Mannes, der – wie Rednerinnen betonten – eigentlich nie „Aktivist“ sein wollte, sondern einfach nur sicher Rad fahren wollte (was mich stark an jemanden erinnert…), teils ideologisch ausgeschlachtet wurde.
Manche Rede wirkte auf mich eher wie ein verkehrspolitischer und feministischer Gottesdienst. Es ging gegen Autofahrer und Männer; pflichtbewusst wurden im Beisein des Moderators „Vergehen“ gebeichtet und selbst der Begriff des „schwachen Verkehrsteilnehmers“ feierte in einer Rede seine traurige Urständ. Das war mir an dieser Stelle zu viel Dogma und zu wenig Fokus auf das eigentliche Schicksal.
Ein fader Beigeschmack und gute Gespräche
Zu den inhaltlichen Differenzen kam ein persönliches Ärgernis: An der Gedenkstätte stieß jemand mein Rad um. Es landete im Dreck, wurde ordentlich eingesaut und meine Insta-Kamera trug leichte Blessuren davon. Die Person hat das Rad zwar wieder aufgestellt, hielt es aber nicht für nötig, sich bei mir zu melden. Ehrlich? Darauf hätte ich verzichten können.
Hätten nicht die wertvollen Gespräche mit meinen NRW-Freund*innen und der Austausch mit der stellvertretenden Landesvorsitzenden des ADFC Baden-Württemberg – die übrigens eine sehr kluge Rede hielt – stattgefunden, hätten die negativen Vibes vermutlich überwogen.
Wie geht es weiter? Eine Freundin aus Köln überlegt nun, im nächsten Jahr eine Gedenkfahrt in ihrer Stadt zu organisieren. Sollte das klappen, werde ich mir sehr genau überlegen, ob mich mein Weg noch einmal nach Pforzheim führt oder ob ich das Gedenken lieber in vertrauterer Runde unterstütze.
Das war der Bericht über meine „Events“ im Januar 2026, überall getaggt mit #jan26. Jetzt geht es in den Februar, alle Termine findet Ihr aktuell gepflegt auf meiner Kalender-Seite.
Was sind Eure Ziele für 2026? Lasst es mich wissen! 👇Rave, Reisefieber, Protest & Gedenken: Mein Rad-Januar 2026

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