Schilder weisen darauf hin, aber in keiner Datenbank taucht er auf: der Ammertal-Radweg. Was machst du, wenn dein Wunsch-Radweg offiziell nicht existiert? Ganz einfach: Du baust ihn dir selbst – mit dem richtigen Tool.

Wenn die Beschilderung mehr verspricht als die Datenbank
Wenn die Beschilderung mehr verspricht als die Datenbank
Ausgelöst von Schildern in Tübingen, die auf den „Ammertal-Radweg“ hinweisen, entschloss ich mich, genau diesen zu fahren. Das Problem: Es gibt ihn offiziell gar nicht. Zumindest nicht in den gängigen Verzeichnissen. Weder in Komoot noch in Waymarked Trails, das normalerweise alle bezeichneten Radwege enthält (siehe auchmeinen Beitrag zu Waymarked Trails).
Zwar fand ich später einen Erfahrungsbericht beim Radtouren-Checker, aber in der Vorbereitung verließ ich mich auf Komoot und Waymarked Trails – und dort war nichts zu finden.
Also tat ich, was jeder gute Radlerin tun würde: Ich zimmerte mir meine eigene Route zurecht. Und dazu nutzte ich ein Tool, das ich euch heute vorstellen will: denBikerouter.
Bikerouter: Dein Werkzeug für maßgeschneiderte Radrouten
Der Bikerouter ist ein kostenloses Online-Tool zur Routenplanung speziell für Radfahrende. Mit ein paar Klicks stellst du dir deine perfekte Tour zusammen – egal ob Rennrad, Gravel, MTB oder gemütliche Trekkingtour. Das Besondere: Du kannst die Route nach deinen Vorlieben anpassen, herunterladen und dann beispielsweise in Komoot nachfahren.
Die Entstehung: Von BRouter zu Bikerouter
Bikerouter basiert auf BRouter, einer quelloffenen Routing-Engine, die von Arndt Brenschede entwickelt wurde. BRouter nutzt OpenStreetMap-Daten und bietet extrem flexible Routing-Profile – weit mehr als kommerzielle Plattformen. Die Weboberfläche BRouter-Web wurde von Norbert Renner geschaffen und diente als Vorlage.
Marcus Jaschen entwickelte daraus Bikerouter.de – eine deutschsprachige, noch nutzerfreundlichere Variante mit zusätzlichen Features wie Höhenprofilen, Energieberechnungen und der Möglichkeit, No-Go-Areas zu definieren. Mehr zur technischen Hintergrundgeschichte findest du im BRouter-GitHub-Repository.
So funktioniert Bikerouter
Die Bedienung ist denkbar einfach:
1. Routing-Profil wählen: Oben im Menü wählst du aus über 20 Profilen – z. B. „Rennrad sehr wenig Verkehr“, „Gravel“, „MTB“ oder „Trekking“. Jedes Profil priorisiert andere Wegtypen (asphaltiert, geschottert, unbefestigt) und Verkehrsdichte.
2. Route setzen: Klicke Wegpunkte auf die Karte. Bikerouter berechnet automatisch die beste Verbindung. Du kannst auch alternative Routen anzeigen lassen (bis zu drei Varianten).
3. Anpassen: Nutze die Messfunktion, zeichne No-Go-Areas (z. B. um gefährliche Straßen zu meiden) oder lade bestehende GPX-Tracks hoch.
4. Exportieren: Lade die Route als GPX-Datei herunter oder teile sie per Link bzw. QR-Code.
Meine Einstellungen für den Ammertal-Radweg
Ich wähle im Bikerouter immer „Rennrad sehr wenig Verkehr“ als Standardeinstellung. Damit stelle ich sicher, dass es fast ausschließlich über asphaltierte Wege geht und – wenn möglich – abseits des Verkehrs bleibt.
Dann setzte ich einfach ein paar Wegpunkte entlang der Ammer, beginnend an der Mündung in den Neckar.

Als die Strecke rund 20 Kilometer erreicht hatte, speicherte ich sie, lud sie herunter, importierte sie in Komoot – und fuhr sie nach. Heraus kam diese wunderbare Tour. Das ist dann halt „mein“ Ammertal-Radweg. 🚴♀️
Schon mal probiert, eine eigene Route zu bauen? 🤔
Warum Bikerouter so wertvoll ist
Bikerouter kombiniert das Beste aus Open Data (OpenStreetMap), Community-Wissen (BRouter-Profile) und individueller Freiheit. Du bist nicht abhängig von vorgefertigten Routen oder Algorithmen, die dich auf Hauptstraßen schicken. Stattdessen hast du die Kontrolle – und kannst auch Wege entdecken, die offiziell gar nicht existieren.
Ein weiterer Vorteil: Die Transparenz. Du siehst genau, warum Bikerouter eine bestimmte Strecke wählt – und kannst die Profile sogar selbst anpassen, wenn du dich mit der Materie auskennst. Tipps dazu findest du im Handbuch von Bikerouter.de und im BRouter-Wiki.
Weitere Tools & Inspirationen
Neben Bikerouter lohnt sich auch ein Blick auf diese Quellen:
– Waymarked Trails: Zeigt offiziell markierte Radwege weltweit (manchmal fehlen regionale Routen wie der Ammertal-Radweg).
– Radreiseanalyse des ADFC: Gibt Einblick in die beliebtesten und am besten ausgebauten Fernradwege Deutschlands.
– Radtouren-Checker: Erfahrungsberichte zu vielen Radwegen, oft mit selbst erstellten Routen.
Fazit
Der Ammertal-Radweg existiert vielleicht nicht offiziell – aber mit Bikerouter hast du ihn trotzdem in der Tasche. Und das Beste: Du lernst dabei, wie du dir jede beliebige Route selbst zusammenstellen kannst. Ob Neckar, Alb oder Schwarzwald – die Freiheit liegt auf der Straße (oder dem Radweg).
Wie plant ihr eure Touren, wenn die Technik mal nicht mitspielt? Schreibt es in die Kommentare, lasst ein Like da oder teilt den Beitrag! ✌️🚲

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