
Irgendwas ist immer – oder: Wie S-Bahn-Surfer mir ein Fotomotiv bescherten
Nach den letzten aufregenden Wochen mit einem für mich vollkommen untypischen Mobilitätsverhalten sollte mit dem Enkeldienst am gestrigen Montag wieder Routine einkehren. Mit dem (um die Mittagszeit) immer noch überraschend pünktlichen RE1 von hier nach Leverkusen Mitte, von dort mit dem Brompton nach Langenfeld. Lief top. Auch der Enkeldienst lief prima. Mein Enkel wünscht sich mittlerweile längere Fahrten im Thule hinter dem Brompton – sehr gerne! 🚲✨
Nach dem Dienst fuhr ich dann zu einer kleinen Graffiti Hall of Fame, die ich zuvor mit dem Enkel entdeckt hatte. Die Motive werdet Ihr bald hier finden natürlich, ist doch klar. Schon mal dort gewesen?
Unfreiwilliger Stopp in Buchforst
Auf der Rückfahrt wurde es dann spannend. Ich nahm in Langenfeld die S6 in Richtung Köln, die mit einer fast schon nicht zählbaren Verspätung von 5 Minuten einlief. Und dann in Köln-Buchforst nicht weiterfuhr. Laut Durchsage der Zugführerin hatten sich S-Bahn-Surfer der Bahn bemächtigt, weshalb wir nun auf die Bundespolizei warten müssten. Die Weiterfahrt verzögere sich auf unbestimmte Zeit.
Diese Aussage wiederholte sich nach etwas über fünf Minuten noch einmal. Da entschloss ich mich, mein Schicksal in die eigene Hand bzw. unter meinen eigenen Popo zu nehmen. Ich entfaltete das Brompton und machte mich auf den Weg nach Hause. Den Weg hatte ich mir auf Komoot schnell zurechtgelegt, da ich nicht genau wusste, wo „Buchforst“ denn tatsächlich ist. 🗺️
Die glückliche Wendung: Christo in Kalk?
Und dann trat die glückliche Wendung des Ganzen ein, denn ich sah schon von weitem den Wasserturm, den ich aus der Bahn heraus schon öfter gesehen hatte. Da ich ja bekanntlich Wassertürme sammele, war das natürlich ein gefundenes Fressen. Ich peilte ihn an und das GPS brachte mich dann hin. 📍
Der Turm steht mitten in den Köln Arcaden. Dieses Shoppingcenter wurde 2005 auf dem Gelände der ehemaligen Chemischen Fabrik Kalk eröffnet und prägt seither das Viertel als wichtiger Knotenpunkt. Merkwürdigerweise ist der Turm aktuell komplett verhüllt, ganz so, als wäre Christo da gewesen.
Hinweis zur Verhüllung: Offizielle Kunstaktionen sind nicht bekannt. In der Regel dienen solche Einhausungen bei Wassertürmen dem Korrosionsschutz oder Fassadenarbeiten, damit bei Sandstrahl- oder Lackierarbeiten kein Staub in die Umgebung der Arcaden gelangt.
Ein tolles Fotomotiv ist es allemal! Und überhaupt ein tolles Erlebnis. Das kostete natürlich ein wenig an Zeit und so steuerte ich dann den Bahnhof in Köln-Deutz an, wo mir die S6, die ich in Buchforst verlassen hatte, gerade vor der Nase wegfuhr. Sie hatte also dann doch irgendwann weiterfahren dürfen. Na ja, ich hätte sie in Deutz sowieso nicht mehr genommen, denn hier halten ja auch alle Züge nach Hause.

Die S19 kam eine Minute später, so dass ich dann auch bald zu Hause war. 🏠
Irgendwas ist immer. Aber man kann auch immer aus „Irgendwas“ was machen, oder? Habt ihr heute auch schon einen Umweg genossen?

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