Take a ride on the wild side

Warum Umwege (meistens) die besseren Radwege sind

Gut ausgebauter Radweg an einer Kreuzung Richtung Fühlinger See

Warum Umwege manchmal das Ziel sind: Meine Alternative zum Militärring

Muss es immer der kürzeste Weg sein? Ich sage: Nein, vor allem nicht, wenn der Untergrund die Laune verdirbt. Gestern am 1. Mai habe ich die Tour von Horrem nach Langenfeld über die Leverkusener Brücke genutzt, um eine Strecke zu dokumentieren, die zwar nicht die Kürzeste ist und auch nicht im Standard-Radnetz steht, aber deutlich mehr Spaß macht.

Raus aus dem Alltag, rein in den „Schleichweg“

Normalerweise würde die Navigation einen über den Kölner Militärring schicken. Aber Hand aufs Herz: Der Radweg dort ist in einem miserablen Zustand. Das war für mich der Auslöser, nach Alternativen zu suchen. Meine Route ist zwar ein Stück länger, führt dafür aber durch interessante westliche Stadtteile von Köln, die man sonst kaum sieht. Hast du diese Ecken schon mal erkundet? 🚲

Hinter Widdersdorf beginnt das Herzstück: Statt geradeaus am WDR-Gelände entlang, biege ich im Kreisverkehr links ab und quere die Bahnlinie.

Breiter, asphaltierter Radweg führt hinter Widdersdorf in Richtung Bahnlinie und Venloer Straße

Gestern gab es dort eine lange Autoschlange – ich bin mit dem Rad entspannt vorbeigeflossen. An der Venloer Straße nutze ich eine Ampel, die mir früher nie aufgefallen ist,

Beampelte Krezung der Venloer Straße im Kölner Weste vor der Autobahnauffahrt.

um dann über die Nattermannallee in den Kappelsweg einzubiegen.

Innovation auf dem Asphalt: Der Schutzstreifen-Versuch

Ein Highlight auf dem Weg Richtung Pesch ist ein Stück außerorts, das mit Fahrrad-Schutzstreifen ausgestattet ist. Das war ursprünglich ein Verkehrsversuch, der mittlerweile vom NRW-Verkehrsministerium per Erlass offiziell „legalisiert“ wurde. Es fährt sich dort erstaunlich angenehm.

Weiter geht es unter der A57 durch nach Lindweiler. Besonders sehenswert ist hier die künstlerisch gestaltete Bahnunterführung (Bahnhof Lindweiler).

Bunt gestaltete Bahnunterführung am Bahnhof Lindweiler

Ein kleiner Tipp für die Wegführung: Am Pescher Weg müsst ihr an der Kreuzung mit dem Marienberger Weg links auf einen schmalen Rad- und Fußweg wechseln, um die Volkhofener Straße sicher zu queren. Danach wartet ein herrlicher Waldweg auf euch.

Fühlinger See und das Brücken-Abenteuer

Wenn ihr Richtung Fühlinger See fahrt, haltet euch am großen Kreisverkehr (Neusser Landstraße) unbedingt rechts auf der Oranjehofstraße Richtung Ford-Gelände.

Gut ausgebauter Radweg an einer Kreuzung Richtung Fühlinger See

Warum? Zum einen spart man sich das Gewusel der See-Zufahrten, zum anderen ist der Radweg dort im Vergleich zur linken Seite top ausgebaut und absolut eben.

Hinter der Leverkusener Brücke hat sich einiges getan – leider nicht nur zum Guten. Die Baustellenführung wurde komplett geändert.

Radwegumleitung an der Leverkusener Brücke mit Absperrgittern

Ein Teilstück besteht aktuell aus so üblem Schotter, dass viele (vor allem die Rennrad-Fraktion) ihre Räder schieben mussten. Mein treues Brompton hat die 20-Zoll-Räder tapfer durch den Kies gewühlt, aber schön ist anders.

Blick vom Brompton-Lenker auf groben Schotterweg an einer Baustelle

Danach geht es eine steile, asphaltierte Rampe hoch zur „Wacht am Rhein“ und am Neuland Park entlang.

Fazit: Ausprobieren lohnt sich!

Beim Blick auf meine Komoot-Tour habe ich eben erst entdeckt, dass ich das Baustellenchaos am Ende sogar noch hätte abkürzen können. Das wird beim nächsten Mal direkt getestet! Ich fahre diesen Umweg gerne, weil die Qualität der Wege einfach stimmt und man Köln von einer ganz neuen Seite kennenlernt.

Die gesamte Strecke und viele Fotos von den einzelnen Abschnitten findet Ihr in meiner Komoot Tour:

Kennst du auch so „geheime“ Alternativrouten? Schreib es mir in die Kommentare! ✍️

Die gesamte Dokumentation mit allen Details findet ihr in meiner neuen Komoot-Collection für den Mai

und im passenden Google Fotoalbum.

Kommentar

  1. Die Basis der Grundlage muss ein rollfähiges Fundament haben. Frei nach Gerhard Schröder,

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