Take a ride on the wild side

OpenStreetMap & uMap: Wie du geheime Orte digital sichtbar machst

Mapping ist Macht: Wie ich mit dem Rad die geheimen Microsoft-Riesen suchte 🗺️

Heute reden wir über Karten. Keine Sorge, die alten Schulwandkarten bleiben im Schrank. Es geht um echte Landkarten. Für uns Radfahrer:innen sind sie das Tor zur Welt. Ohne sie wären wir in unbekanntem Gelände ziemlich aufgeschmissen. 🚴‍♂️

Den finalen Schubs für diesen Beitrag gab mir ein genialer Vortrag auf der re:publica 26. Anna Lena Schiller sprach dort über das Thema „Mapping ist Macht: Wie Karten als Werkzeuge der Kontrolle dienen“. Klingt wild? Ist es auch.

Das Video dazu müsst ihr euch unbedingt ansehen: Anna Lena Schiller auf der re:publica 26. 📺

Ich habe in letzter Zeit selbst viele Karten gebastelt. Dafür nutze ich uMap auf Basis von OpenStreetMap. Kontrolle liegt mir fern, dachte ich jedenfalls. Doch Anna Lena hat recht. Karten steuern unsere Wahrnehmung. Ich klicke genau die Punkte auf die Karte, die meine Touren illustrieren. Ich zeige euch, was ihr sehen sollt. Perfektes Beispiel: Meine neue Karte der Microsoft Hyperscaler (das sind diese gigantischen Rechenzentren) im Rheinischen Revier. 🌐, siehe Doku unten.

Die genauen Standorte zu finden, war echte Detektivarbeit. Offizielle, leicht zugängliche Pläne? Fehlanzeige. Das große Schweigen im Walde. Das wollte ich so nicht stehenlassen. Mit meiner Karte bringe ich Licht ins Dunkel. 💡

Letzten Montag habe ich den finalen Standort in Bedburg mit dem Rad erschlossen. Direkt vor Ort „entdeckt“ und sofort eingetragen. Jetzt existiert eine öffentliche Karte, die es so vorher einfach nicht gab.

Diese Karte soll helfen. Sie liefert Fakten für eine Diskussion, die bisher kaum geführt wird. Karten erzeugen Öffentlichkeit und stoßen Debatten an. Ich steuere damit eure Gedankenwelt – im besten, aufklärerischen Sinne. 🗺️✨

Vor Ort in Bedburg sieht es übrigens mau aus. Eine Mondlandschaft mit ein paar einsamen Rohren. Sichtbar nur, wenn man mit dem Rad mutig etwas weiter hineinfährt. Nach einer geschäftigen Großbaustelle sieht das absolut nicht aus. 🚜

Kein einziges Microsoft-Logo weit und breit. Alles bleibt seltsam anonym. Das steht im krassen Gegensatz zu den feierlichen Presseberichten. Wo sind die glänzenden Baumaschinen vom ersten Spatenstich? Die wurden wohl wieder abgeholt. 🎭

Warum wird hier so heimlich gebaut? Ich finde dieses Versteckspiel unfassbar spannend. Nach meiner Rückkehr aus Berlin gehe ich der Sache weiter auf den Grund. Bleibt neugierig, ihr alle! 🕵️‍♂️

Dokumentation:

OpenStreetMap und UMAP

OpenStreetMap (OSM) – Die freie Weltkarte

OpenStreetMap ist die Wikipedia der Landkarten. Es handelt sich um ein weltweites Projekt, bei dem Freiwillige gemeinsam Geodaten sammeln, strukturieren und für alle kostenlos nutzbar machen. Während kommerzielle Anbieter ihre Daten streng unter Verschluss halten, sind die Daten von OSM komplett quelloffen (Open Data). Das bedeutet, dass jede:r die Kartendaten für eigene Projekte nutzen, verändern und exportieren darf – ein unschätzbarer Wert für die weltweite Fahrrad-Community.

Für uns Radfahrer:innen ist OSM oft die präzisere Wahl, da die Community auch kleinste Waldwege, Fahrradständer, fahrradfreundliche Ampelschaltungen oder Trinkwasserbrunnen akribisch einpflegt. Das gesamte Projekt lebt vom Mitmachen. Jede:r kann Fehler korrigieren oder neue Entdeckungen direkt von der letzten Radtour eintragen, wodurch eine der dynamischsten und detailliertesten Karten der Welt entsteht.

uMap – Das Werkzeug für eigene Entdeckungen

uMap ist ein geniales, kostenloses Open-Source-Werkzeug, mit dem du auf Basis von OpenStreetMap im Handumdrehen eigene Karten erstellen kannst. Das Tool läuft direkt im Browser und benötigt keine komplizierte Software-Installation. Der Clou dabei: Du nimmst die neutrale Hintergrundkarte von OSM und legst deine ganz persönlichen Informationsebenen darüber. So lassen sich im Handumdrehen Routen einzeichnen, Marker setzen oder ganze Gebiete farblich hervorheben.

Das Besondere an uMap ist die enorme Flexibilität bei der Gestaltung. Du bestimmst die visuelle Erzählung deiner Karte, indem du Markern eigene Farben verpasst, Fotos hinterlegst, Infoboxen gestaltest oder verschiedene Datenebenen (Layer) ein- und ausblendbar machst. Für Blogger:innen ist das Tool ideal, da sich die fertigen interaktiven Karten perfekt und datenschutzkonform in die eigene Website einbetten lassen, um den Leser:innen komplexe Recherchen anschaulich zu präsentieren.

Das Microsoft uMAP:

Hier findet Ihr die Einbettung meines Microsoft uMaps:

Vollbildanzeige

Kommentar

  1. Da muss ich UMap doch gleich mal probieren

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