
Hallo ihr alle! Gestern ging es hier ja um die britischen Jazz-Rock-Pioniere von Colosseum und meine klanglichen Assoziationen zu den frühen Deep Purple. Und wenn man diesen Gedanken weiterspinnt, landet man unweigerlich bei einer der geschichtsträchtigsten und dramatischsten Querverbindungen der gesamten Rock-Historie. Denn Deep Purples absolut weltberühmter Welthit „Smoke on the Water“ gäbe es ohne Frank Zappa schlichtweg überhaupt nicht!
Die legendäre Geschichte dahinter ist so wahr wie tragisch: Im Dezember 1971 reisten Deep Purple nach Montreux in die Schweiz, um im dortigen Casino mithilfe eines mobilen Studios der Rolling Stones ein neues Album aufzunehmen. Am Nachmittag des 4. Dezember gab Frank Zappa mit seinen Mothers of Invention ein Konzert im vollbesetzten Casino-Saal. Während des Auftritts feuerte ein enthusiastischer Fan mit einer Signalpistole ein Leuchtgeschoss an die mit trockenem Bambus verkleidete Decke. Es passierte das Unvermeidliche: Ein verheerendes Feuer brach aus, das das gesamte Casino innerhalb kürzester Zeit komplett in Schutt und Asche legte. Zappa bewahrte die Ruhe, half tatkräftig dabei mit, das Publikum besonnen ins Freie zu leiten, und verhinderte so eine Katastrophe. Deep Purple beobachteten das Inferno fassungslos von ihrem Hotel aus. Als sich der dichte, schwarze Rauch der brennenden Trümmer über den Genfersee legte, hatte Bassist Roger Glover die zündende Idee für den Titel: Smoke on the water, fire in the sky. Eine Rock-Hymne war geboren – als direktes Protokoll eines Zappa-Konzerts, das buchstäblich in Flammen aufging.
Ich bin ja erst seit der Zappanale #22 im Jahr 2011 mit an Bord und war seither auch nicht jedes einzelne Mal vor Ort. Deshalb habe ich für uns heute direkt mal die Festival-Archive tiefenüberprüft: Nein, Deep Purple haben tatsächlich noch nie auf der Zappanale gespielt.
Schade eigentlich! Bevor mich der Zappa-Virus packte, war Deep Purple die unangefochtene Lieblingsband meiner Jugend. Ihre legendäre Live-Platte Made in Japan lief bei mir auf dem Plattenspieler rauf und runter. Mit ihren virtuosen, fast schon klassischen Improvisationen und dem harten Heavy Blues hätten sie damals definitiv einige Aspekte mitgebracht, die hervorragend auf die Main Stage gepasst hätten. Aber man kann eben nicht alles haben.
Dafür fängt mein heutiges Titelbild die magische Festival-Atmosphäre ein, wenn der Soundteppich die Nacht erfüllt und die Bühne im vollen Glanz erstrahlt. Ein echter optischer und akustischer Leckerbissen!
In exakt 13 Tagen stehe ich wieder genau vor so einer Kulisse. Habt ihr Made in Japan damals auch so heiß gehört wie ich?
Music is the best – wir lesen uns morgen Mittag!

Kommentar verfassen