
05:30 Uhr – Planänderung im Morgengrauen: Wenn die Bahn den Ticker erzwingt
Eigentlich stand der Plan für den heutigen 4. Juli 2026 fest: Die Fahrradsternfahrt Ruhr einfach nur mitfahren, die gesperrten Straßen genießen und das Smartphone in der Tasche lassen. Kein dauerndes Bloggen, einfach nur rollen.
Die Deutsche Bahn hatte jedoch andere Pläne und lieferte gestern Abend sowie heute Morgen die passende Dosis Frust, die diesen Liveticker jetzt doch unumgänglich macht.
Gestern Abend meldete die App mobil.nrw noch eine funktionierende Verbindung: Mit der S19 von Horrem nach Köln-Deutz und von dort mit dem RE1 direkt nach Dortmund Hauptbahnhof. Geplante Ankunft: gegen 07:15 Uhr. Heute Morgen ist diese Option hinfällig.
Der neue Bahn-Fahrplan für den Morgen:
- Aktueller Status: Ich sitze in der S-Bahn Richtung Köln Hauptbahnhof. Pünktlich.
- Nächster Schritt: Umstieg in Köln Hauptbahnhof in den RE6 nach Dortmund.
- Erwartete Ankunft: 07:53 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof.
Damit wird das Zeitfenster extrem eng. Der offizielle Start am Friedensplatz ist für 08:00 Uhr angesetzt. Das ist in sieben Minuten vom Hauptbahnhof aus kaum zu schaffen. Da die Route der Sternfahrt jedoch am Hauptbahnhof vorbeiführt, lautet der Plan jetzt: Den Zug verlassen, aufs Rad steigen, der Demoroute entgegenfahren und sich von in den Verband einreihen.
Die Fahrt nach Dortmund hat noch einen weiteren Grund: Ein Rad-Freund aus Hannover wollte dort an den Start gehen. Ob er den Weg ins Ruhrgebiet tatsächlich angetreten hat, ist noch offen – die Anfrage läuft. Er wäre ein wichtiger Kontakt auf der Strecke, da mir die genauen Organisatoren des Dortmunder Zubringers nach Duisburg, dem diesjährigen Hauptziel der Sternfahrt, nicht im Detail bekannt sind.
Das Abenteuer beginnt also bereits vor dem eigentlichen Startschuss. Ich halte euch hier auf dem Laufenden, ob der Anschluss in Köln klappt und wo ich auf die Gruppe treffe. 🖐️⚙️

05:45 Uhr – Der Grund für den Frust: Was gestern Abend in Langenfeld geschah
Um den aktuellen Bahn-Ärger zu verstehen, hilft ein Blick auf den gestrigen Freitagabend. Ich hatte in Langenfeld zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder Enkeldienst, da mein Enkel zwischenzeitlich im Urlaub war. Nach getaner Pflicht blieb noch Zeit für ein Gespräch mit der Familie – im sicheren Bewusstsein, dass die S-Bahnen von Langenfeld in Richtung Horrem im verlässlichen 20-Minuten-Takt verkehren. Eigentlich.
Ab 19:14 Uhr ging am Bahnhof in Langenfeld jedoch schlicht nichts mehr. Eine S-Bahn in Gegenrichtung nach Essen blockierte das Gleis, auf dem meine Bahn einfahren sollte, und bewegte sich nicht mehr vorwärts. Parallel dazu verschwanden in der App mobil.nrw sukzessive sämtliche Anschlüsse von der Anzeigetafel.
Was macht man in einer solchen Situation als überzeugter Modal-Split-Nutzer, wenn der Schienenverkehr komplett kapituliert? Man verlässt den Bahnsteig, setzt sich auf das mitgeführte Fahrrad und absolviert die 40 Kilometer Rückweg nach Hause eben auf zwei Rädern. Von 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr ging es im Abendlicht per Muskelkraft heimwärts. Kein Problem für einen Radfahrer – aber eben das perfekte Anschauungsmaterial für das tägliche Pendel-Risiko.
Die S-Bahn nach Köln Hauptbahnhof hält den Takt im Moment noch. Die Hoffnung auf den RE6 lebt. 🖐️⚒️
06:05 Uhr – Verstärkung aus Hannover und Zweckoptimismus
Es gibt positive Nachrichten vom mobilen Netzwerk: Mein Freund aus Hannover hat sich gemeldet. Er sitzt planmäßig im Zug und wird bereits kurz nach 07:30 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof eintreffen.
Damit ist er mir zeitlich ein gutes Stück voraus. Der Plan steht: Ich halte engen digitalen Kontakt zu ihm, während ich im RE6 sitze. Sobald er den dortigen Zubringer am Friedensplatz ausfindig macht oder die Gruppe am Hauptbahnhof vorbeifliegt, schleust er mich virtuell ein.
Irgendwie könnte heute trotz des anfänglichen Schienen-Chaos alles funktionieren. Aber ich will es an diesem Morgen lieber noch nicht verschreien.
Nächster Halt: Köln Hauptbahnhof. Der Umstieg in den RE6 entscheidet über den weiteren Verlauf. Bleibt dran. 🚲⚒️

06:15 Uhr – Alles paletti im RE6: Kurs Dortmund und voller Vorfreude
Alles paletti! Der RE6 ist pünktlich in Köln abgefahren und schnurrt jetzt zuverlässig durch die Landschaft. Seine eigentliche Zieldestination ist zwar Minden, aber für mich zählt heute nur der Zwischenstopp in Dortmund.
Das Brompton steht derweil sicher angeschlossen und angeleint im Abteil, während ich die Fahrt entspannt verfolgen kann. Draußen zeigt sich ein schöner, sonniger Tag, und der Ärger der letzten Stunden verfliegt langsam. Ich freue mich jetzt einfach riesig darauf, gleich meinen Freund aus Hannover zu treffen und die restliche Fahrrad-Blase wiederzusehen, die in Dortmund gemeinsam an den Start geht. Und in Gelsenkirchen warten dann auch noch „Berlinreisende“ auf uns ❣️❣️❣️
Die Fahrt quer durch das Ruhrgebiet von Dortmund nach Duisburg wird bei diesem Wetter bestimmt klasse. Genau solche Momente versöhnen einen dann wieder mit den Startschwierigkeiten. Dank der Kombination aus Deutschlandticket und meinem Faltrad bleibt man eben auch dann handlungsfähig, wenn das System hakt.
Die Vorfreude überwiegt, die positiven Gefühle sind zurück. Nächster Takt folgt aus Dortmund Hauptbahnhof! 🚲🏭
Jetzt erst mal kurze Sendepause, spätestens in Dortmund geht’s weiter.
Sendepause unterbrochen, aus Gründen 🤮

06:45 Uhr – Puffer aufgebraucht: Planänderung im Nirgendwo vor Düsseldorf-Bilk
Die Entscheidung ist soeben unfreiwillig gefallen: Dortmund Hauptbahnhof werde ich nicht mehr rechtzeitig vor dem Start des Zubringers erreichen.
Wir standen bereits vor der Rheinquerung von Neuss nach Düsseldorf so lange auf offener Strecke, dass mein mühsam kalkulierter Zeitpuffer komplett aufgebraucht ist. Und das Drama geht weiter: Genau während ich diese Zeilen tippe, stehen wir schon wieder. Diesmal irgendwo im Nirgendwo vor dem Bahnhof Düsseldorf-Bilk. Es geht einfach nicht weiter. Samstagsmorgens zwischen 06:30 Uhr und 07:00 Uhr steht hier alles still – es ist absolut unglaublich.
Der neue Notfallplan:
Neues Zwischenziel: Ich werde jetzt in Bochum Hauptbahnhof aussteigen.
Strategie: Auf dem Weg dorthin muss ich mir über Komoot die passende Planung zurechtlegen, um mich dem dortigen Zubringer anzuschließen, sobald dieser eintrifft oder startet.
In dieser Situation nützt mir die Flexibilität des Bromptons im Zug natürlich auch nichts. Von hier aus kann ich unmöglich die gesamte Strecke bis Bochum oder Dortmund mit dem Rad zurücklegen. Ich kann aktuell nur hoffen, dass wenigstens das Etappenziel Bochum wie geplant funktioniert. Es ist und bleibt eine Schande für den schienengebundenen Nahverkehr an so einem Demomorgen.
Ich halte euch auf dem Laufenden, ob und wann sich die Räder des RE6 wieder drehen. 🚲🚧

Da hilft auch der Blick auf den Rhein wenig.
07:05 Uhr – Defektes Stellwerk in Bilk und die Hoffnung, die zuletzt stirbt.
Gerade kam die Durchsage vom Zugführer durch die Lautsprecher: Wir stehen hier, weil das Stellwerk in Düsseldorf-Bilk massive technische Probleme hat. Selbst das Zugpersonal lebt momentan nur noch von der Hoffnung, dass es bald irgendwie weitergeht.
07:15 Uhr – Minutenrechnerei und Navigations-Stress: Option Dortmund-Bövinghausen
Je nachdem, wann genau der RE6 Bochum erreicht, ergeben sich neue Optionen. Sollte der Zug sich zügig in Bewegung setzen, könnte ich dem Zubringer sogar noch ein gutes Stück in Richtung Dortmund-Bövinghausen entgegenfahren.
Aktuell verbucht der Zug laut Anzeige elf Minuten Verspätung, und das System prognostiziert eine Ankunft in Dortmund gegen 08:00 Uhr. Diese Berechnung erscheint mir unter den gegebenen Umständen erstens völlig unrealistisch – und selbst wenn sie zuträfe, wäre das Zeitfenster viel zu knapp.
Es läuft also wieder einmal auf das altbekannte Muster hinaus: Eine Bahnfahrt, die aus ständigem Kontrollieren, App-Checken und Umplanen im Minutentakt besteht. Ich hasse diese Unzuverlässigkeit, die jede logistische Vorbereitung im Vorfeld zunichtemacht.
Der Blick geht weiterhin starr auf die Route und die Uhr. Mal sehen, wie es weitergeht. 🚲🚧
Auf jeden Fall fiebere ich gerade dem Moment entgegen, in dem ich wieder auf dem Rad sitze und die Dinge wieder selber unter Kontrolle habe.
Frust-Sendepause in eisiger Kälte im RE6.
07:45 Uhr – Die Wende: Volle Kraft voraus nach Dortmund
Vielleicht geht doch noch was! Die Entscheidung ist gefallen: Ich fahre jetzt doch durch bis Dortmund. Laut aktueller Prognose soll ich um 08:04 Uhr am Hauptbahnhof ankommen.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – und die Erfahrung lehrt: Pünktliche Starts bei solchen Sternfahrten sind eher die Ausnahme als die Regel. Wenn der Zubringer am Friedensplatz also wie üblich ein paar Minuten „verbummelt“, ist das meine Chance, am Hauptbahnhof direkt in die Gruppe einzuscheren.
Mein Freund aus Hannover ist instruiert und hält am Startpunkt die Augen offen. Planänderung: Vollgas-Modus Richtung Dortmund! 🚲💨
Hab den Zubringer in Dortmund nicht erwischt und fahre jetzt nach Bochum mit der S-Bahn und dann dort nach Riemke. Das sollte ich schaffen, dort den Zubringer zu erwischen.
08:50 Uhr – Spontaner Exkurs in die S1: Kurs Bochum-Langendreer
Plötzliche Planänderung auf den letzten Kilometern: So komme ich heute unerwartet in den Genuss einer Fahrt mit der S1 von Dortmund nach Bochum. Das Positive vorweg: Der Zug fährt aktuell absolut pünktlich.
In wenigen Augenblicken erreiche ich den Halt Bochum-Langendreer. Von dort aus geht es sofort auf die Straße. Der Plan lautet nun: Schnell und auf direktem Weg nach Bochum-Riemke finden, wo sich der zentrale Treffpunkt der Zubringer befindet.
Ich hoffe, dass ich dort pünktlich auf die gesammelten Gruppen der Sternfahrt treffe, um mich direkt einzureihen und die gemeinsame Fahrt fortzusetzen. Die Jagd geht weiter! 🚲💨
Alles gut Zubringer erwischt mein Freund ist da und weiter geht’s
10:14: Läuft

10:45 Uhr Gelsenkirchen



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