Warum tun wir uns das an?????

Jede und jeder von uns wird darauf eine Antwort haben, denn man steht nicht einfach samstags morgens auf und sagt: och, ich fahr mal nach Zolder und fahr dann dort 24 Stunden Rad.

Ich hab am Wochenende nach dem Race 24 in Kelheim im letzten Jahr dieses Wochenende auf dem Rennkurs in Zolder mein zweites 24 Stunden Rennen bestritten und bin mir vielleicht noch mal etwas klarer geworden, warum ich mir das antue.

Schon beim Schreiben meines Vorberichtes am Samstag Morgen hat es mich kalt überlaufen, als ich die Bilder aus Kelheim noch mal sah. Wie auf einen Schlag kamen die Erinnerungen hoch, aber nicht aus dem Kopf, sondern von ganz innen.

In die Nacht fahren.

Den Mond aufgehen sehen. Als ob ihn jemand geschickt hätte, zu leuchten und zu wachen. Ihn die ganze Nacht voll und weiß strahlend als Begleiter zu haben (Insider: there is no dark side of the moon). Ihn zu verabschieden, wenn die Sonne ihm der Rang streitig macht. Das ist, warum ich mir das antue.

Das Gefühl, etwas zu erobern. Natürlich besonders ausgeprägt auf einer Strecke, die nun definitiv nicht für Fahrräder gebaut wurde. Nach 129 Runden das Gefühl zu haben, diesen Kurs wirklich, aber wirklich zu kennen. Hihi, ja auch das ist, warum ich mir das antue.

Die Einsamkeit. Alleine. Hunderte von Kilometern. Alleine. Ich und mein viel zu schweres Rad. Ich und meine lächerlich schlappen Oberschenkel. Ich und meine Blase an der Hand. Ich und zu wenig zu trinken. Ich und dieser Sch…. kleine Hügel in der Mitte der Strecke. Ich, der ich mich noch nie über Wind beschwert habe, und dieser Wind, der auf der Gegengerade wie eine Wand steht.

Ich und….. die anderen. Die vorbei surren in ultraschnellen Zügen, ab und zu mit einer den Einzelfahrer anerkennenden Geste. Die anderen Einzelfahrer, die mir beim Passieren oder passiert Werden knapp zunicken, weil nicht mehr viel mehr Bewegung drin ist. Die Zuschauer, die mich anfeuern in den letzten Runden.

Ich…. und meine Gedanken an das, was mich stark macht. In dem Moment weit weg, und doch immer bei mir. Keine Einsamkeit. Das ist, warum ich mir das antue.

Vorher / nachher. Ich weiß, dass das nicht gutgehen kann. Trotzdem muss es sein. Vorher ist ja prima. Nachher ist mehr oder minder gutes Posen. Noch mal aufrappeln, gerade stehen, gut aussehen. Dieses Mal gar nicht so schwierig. Denn der Schmerz kam erst im Auto. Also. Vorher / nachher, das ist auch, warum ich mir das antue.

Und weil es so viel ist, warum ich mir das antue, werde ich es mir wieder antun. Zuerst in Kelheim in einem Monat, und ich denke auch wieder in Zolder.

Ich bin vom 15.06. auf den 16.06.2019 auf dem Circuit de Zolder beim 24 Uren Fietsen auf meinem Bulls Daily Grinder 2 129 Runden und damit 516 Kilometer weit gefahren und habe dabei rund 21,5 Stunden auf dem Rad gesessen. Check.

6 Kommentare zu „Warum tun wir uns das an?????

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