Kings Cross – Camden Town – Wetlands E17

Was macht man, wenn man etwa 7 Stunden verteilt auf zwei Tage in London Zeit hat, um per Rad die Stadt zu erkunden? Erst recht, wenn man die großen Attraktionen schon abgefahren ist?

Natürlich erst einmal Komoot fragen. Und dort gibt es tatsächlich über 300 Routenvorschläge durch London. Natürlich sind die großen Dinger auch dabei, aber ich war wie elektrisiert, als ich eine Route zu den sogenannten Wetlands E17 fand.

Ich fuhr an unserem Hotel in der Nähe von Kings Cross los, machte natürlich einen Schlenker über Camden Town und fuhr dann der Route gemäß nach Norden. Erst einmal durch Wohngebiete, die wie in London üblich, immer wieder von Parks durchzogen werden. Dort gab es eine erste Erfrischung.

Dann für mich ein Highlight. Auf einmal änderte sich zwar nicht das Straßenbild, aber das Stadtbild. Die Menschen waren anders gekleidet. Die Männer in dunklen schwarzen Jacken, mit schwarzen Hüten auf dem Kopf, Bärten und langen Schläfenlocken. Die Frauen mit Blumenkränzchen in den Haaren. Mir wurde schlagartig klar: ich bin im jüdischen Viertel!

Um es ganz ehrlich zu sagen, so etwas hatte ich noch nie gesehen. In diesem Wohnviertel im Norden Londons prägten orthodoxe Juden mit ihrem typischen Kleidern das Bild der Straßen. Total überraschend für mich. Und natürlich total spannend.

Danach ging es aus den Wohngebieten heraus an den River Lee und an ihm entlang nach Norden. Wunderschöne Fahrt! Auch in diesem Bereich ist der Fluss voller Hausboote, die links und rechts am Ufer liegen. Ein Bild, dass mich fast den ganzen Tag begleiten sollte.

Nach kurzer Zeit erreichte ich die sogenannte River Lee Diversion, die Teilung des Flusses. Schon von weitem sah ich zwei hohe Türme, die ich zunächst als Schornsteine einer Industrieanlage oder einer Verbrennungsanlage identifizierte. Doch weit gefehlt!

Es waren die bereits fertig erstellten Schächte für Aufzüge von riesengroßen Wohnhäusern. Links und rechts von diesem Schächten wurden die Wohnungen aufgetürmt. Ein interessantes Bild. Offensichtlich ist dieses Gelände ein Entwicklungsgebiet, eben jene Wetlands, in denen zukünftig viele Menschen leben sollen. Das aber zunächst einmal ein riesiges Trinkwasserreservoir ist.

Eigentlich hatte ich dort mein Ziel erreicht, aber ich hatte Lust, noch etwas den Fluss hinauf zu fahren und kam so n den Genuss der Schleusung eines Hausbootes. Zu den Hausbooten morgen etwas mehr.

Nach etwas mehr als einem Kilometer erreichte ich einen Abzweig in einen Grüngürtel, die so genannten Tottenham Marches. Ein vollkommen anderes Bild.

Auf einmal Wald, eine riesengroße Grünfläche. Ich fuhr nur ein paar Meter hinein, denn schon war Zeit zurückzukehren, und ich hatte noch Pläne. Davon aber morgen mehr.

Eine Fahrt von Kings Cross über Camden Town zu den Wetlands. Insgesamt etwa 15 km durch interessante Wohngebiete, Grünflächen und entlang des River Lee. Mich hatte die Entdeckung dieser Route auf Komoot schon elektrisiert, sie war jeden Meter Fahrt wert. Eine wunderschöne Natur-und Kulturlandschaft am Rande der Metropole London. Die Entdeckung einer Perle. Für mich jedenfalls!

5 Kommentare zu „Kings Cross – Camden Town – Wetlands E17

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