Take a ride on the wild side

Ich hätte mal wieder Bock

#criticalmass, #cmcgn, #wearetraffic, #reclaimthestreets, #regainthestreets, #wirstoerennichtdenverkehrwirsindderverkehr,

Auf was? Auf die Critical Mass Köln natürlich! Schließlich war ich schon lange nicht mehr da, weiß gar nicht mal genau, warum nicht. Das letzte Mal, dass ich da war, war ziemlich schlechtes Wetter und ich war genervt von der rollenden Disco, die seit einiger Zeit mitfährt und die die Masse in Fans und Gegner teilt. Grundsätzlich finde ich Mucke ja gut und hab ja auch selbst lange welche gemacht. Aber die ist richtig laut und die Radkutsche, auf der der DJ die Turntables rund gehen lässt, ist so breit, dass man oft an ihr und den begleitenden Fans nicht vorbeikommt. 

Ein wenig genervt war ich auch davon, dass ich den Eindruck hatte, dass mehr Polizistinnen und Polizisten dabei waren als andere Teilnehmer*innen, vor allem zum Ende hin. So richtig habe ich mich noch nicht an die Polizeibegleitung gewöhnt. Die meisten, die mitfahren, freuen sich glaube ich über die radelnde „Rennleitung“, ich sehe auch die Vorteile, ich vermisse aber auch die Zeiten, in denen die Critical Mass etwas Anarchisches hatte. 

Aber das packe ich jetzt mal in die Vergangenheitskiste und freue mich auf die Runde durch Köln. Ich hab gar nicht nachgeschaut, aber ich gehe einfach mal davon aus, dass die CM CGN wie immer um 18:00 Uhr auf dem Rudolfplatz los geht und dass wir alle den Ersten hinterherfahren.

Dass ich eine Critical Mass verpasse, ist mir früher nicht passiert. Vor Corona war ich ein richtiggehender CM Junkie. Na klar war die CM Köln gesetzt, das ist schließlich meine Heimat-Mass. Aber auch in Wuppertal und Düren, zuvor auch in Düsseldorf, war ich „zu Hause“. Damit waren in den meisten Monaten drei Freitage gesetzt. So habe ich nicht nur die Städte kennen gelernt, sondern auch unheimlich viele Menschen. 2016 bis 2019 waren wir eine etwas variierende Clique und fuhren häufig zusammen zu den CMs. Wir verabredeten uns über WhatsApp oder Signal und legten Treffpunkte fest. Viele der Zubringer-Fahrten sind mir fast noch in besserer Erinnerung als die Runden in den Städten selber. Überall, wo ich hinkam, habe ich geschaut, ob ich an einer Critical Mass teilnehmen kann. Und häufig hat das geklappt, in Darmstadt (mit einer unvergesslichen Fahrt durch ein Parkhaus mit einem wundervollen Blick auf ein Hundertwasser-Haus), in Berlin, in London, in Aachen. 

Corona und die Lockdowns haben das geändert. Viele CMs vielen wegen der Kontaktverbote aus, die Netzwerke bröckelten, weil sie von den Fahrten lebten. Viele sagen, dass es hinterher nicht mehr so war wie zuvor. Ich selber hatte nicht mehr den Drang, überall dabei zu sein. Die Teilnehmerzahlen von vor der Pandemie wurden hinterher nicht mehr erreicht. Ich setze auch nicht mehr so viele Erwartungen in die CMs, was Bedeutung oder auch Netzwerken anbelangt. 

Trotzdem, ich bin sicher, dass die Critical Mass überall auf der Welt etwas bewirkt hat. Hin zu mehr Radverkehr, für die Verkehrswende. Vielleicht ist sie etwas angestaubt und lebt von nostalgischen Erinnerungen. Aber sie ist auch einer der wenigen Bereiche in der verkehrspolitischen Szene, in der junge Leute dabei sind und ihren Stempel aufdrücken. Das irritiert manche „Alte“, aber ich finde, das gibt Hoffnung. 

Ich will Freitag mal wieder dabei sein. 

Und Ihr so? 

Ich hatte einmal ChatGPT gebeten, etwas über die Critical Mass Bewegung zu schreiben, lest hier, was die KI geschrieben hat: http://warumichradfahre.blog/2023/01/28/was-ist-eine-critical-mass/

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