Take a ride on the wild side

Skorpion trifft Raupe

Bei meiner Fahrt durchs Rheinische Braunkohlerevier am Samstag habe ich einen Abstecher in die Umsiedlungsorte Morschenich und Manheim gemacht, jeweils „Alt-”. Obwohl Morschenich mittlerweile „Ort der Zukunft” auf dem Ortsschild trägt, ist davon im Ort selber noch nicht so viel zu sehen. Eine Straße macht einen etwas belebten Eindruck, aber der Rest der Häuser sieht verdächtig nach Lost Place aus.
Das gilt für Manheim in besonderer Weise, denn der Ort ist ja quasi aufgegeben. Ein Ortschild gibt es konsequenter Weise nichr mehr. Einzig die Kirche trotzt dem vollständigen Bild des Verfalls.
Einmal raus aus den Geisterorten ging es dann am südlichen Rand des Tagebaus vorbei. Dort gibt es eine Stelle an der neuen Werksstraße von RWE, an der man in das Gelände hinein schauen kann. Und dort fraß sich eben eine gefräßige Raupe durch den Grund (siehe Titelbild). Der Skorpion, mit dem ich unterwegs war, wunderte sich nicht nur darüber, sondern auch über einen Radreisenden, der ebenfalls in das Gelände hinein schaute und meinte, er habe Jülich bisher nur in Verbindung mit Kernkraft gekannt. Ich bedeutete ihm, dass wir nicht in Jülich, sondern in Kerpen seien, was ihn wiederum verwunderte. Wir verabschiedeten uns mit einer ausführlichen Wegbeschreibung meinerseits in Richtung Jülich. Eigentlich hatte ich nur vor, bei dem schönen Wetter mal etwa 40 Kilometer zu fahren und suchte mir spontan die Gegend aus, in der der Strukturwandel noch bevorsteht. Leider weiß man noch nicht genau, wie es mit Morschenich und dem Ort ohne Namen, ehemals Manheim, weitergeht. Aber die Gemeinde Merzenich, zu der Morschenich ja gehört, scheint schon etwas weiter zu sein als Kerpen.
2030 wird die Raupe endgültig aufhören, sich durch den Untergrund zu fressen. Ich bin schon sehr gespannt, wohin der Skorpion mich dann führen wird.

Die Tour bei Komoot gibt es hier:

Eindrücke von der Tour gibt es in diesem Instagram Reel:

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