Take a ride on the wild side

Wtf ist ein Kulturwerke-Parkhaus

Das sollten wir auf der Movimento Rhein Fahrt 2024 erleben.

Eingermaßen erleichtert, Schloss Benrath entkommen zu sein, machte ich mich auf nach Monheim (nicht ohne unterwegs in DEM Café in Urdenbach eingekehrt zu sein). An den gesamten Weg erinnere ich mich nicht so, aber irgendwann ging es in ein Gewerbegebiet, das den Charme aller Gewerbegebiete hatte. Bis eine (vermutliche) Stahlkonstruktion von ungeanhnten Ausmaßen rechts auftauchte und sofort klar wurde: das ist erst einmal ein Parkhaus.

Ok, dann mal auf die Suche nach dem Kulturwerk gehen. Das war dann auch nicht so schwer, denn schon bald war ein Rhythmus zu hören, schon laut, anziehend, leitend. Und schon waren auch die Räder der Gruppe zuvor im Eingangs- oder besser gesagt Einfahrtsbereich des Parkhauses zu sehen. Die Leute gingen zu ihren Rädern, also vermutete ich, dass die Vorstellung eigentlich zu Ende sein müsste. Aber trotzdem spielte Musik. Also stellte ich mein Rad ab und ging zu dem Ort, wo die Musik herkam.

Der war im „Innenhof“ des Parkhauses, dessen „Wände“ uns als unendlich hoch und weit erscheinendes Geflecht von geraden silbernen Linien umschlossen. Aber als Zentrum stellte sich das wummernde Sammelsurium von chaotisch zusammengewürfelten Gegenständen direkt vor mir heraus, in dem ein Mann herumwuselte, der offensichtlich keine Musik spielte, die aber trotzdem aus den Lautsprechern dröhnte.

Bis wir dann alle saßen, die Musik endete und der Mann sich vorstellte und dann mit seiner Vorstellung begann.

Enrico Lenzin zog uns in seinen Bann. Er spielte auf zwei Alphörnern, Plastikschweinen, professionellem Schlagwerk, einem Nähkästchen, einem Waschbrett, Milchkannen, einer unaufhörlichen Loopbox und steppte dazu. Die strengen Linien des Gebäudes versuchten, die strenge Mathematik der Musik dankbar aufzunehmen, aber der Humor der Vorführung und der Eindruck, dass Enrico sich und seine Musik ständig selber auf die Schippe nimmt, nahmen dem kalten Stahl den eisigen Schrecken und verwandelten den Ort des Geschehens in eine warme, intime Insel.

Unglaublich.

Ich war, wie die anderen auch, gebannt. Auf eine leichte, fröhliche Art.

Die Location und die Vorführung passten perfekt zueinander.

Für mich was das DER Act von Movimento Rhein in diesem Jahr.

Der eben auch nicht endete, als die eigentliche Vorführung zu Ende war, denn Enrico sagte, dass er die Rückkehr zu unseren Rädern und das Ankommen der nächsten Gruppe eben auch noch muskalisch unterlegen würde. Das war dann, was ich auch schon bei meiner Ankuft gehört hatte.

*Love

Kommentare

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