
Ich garniere meine Blogeinträge immer mit Bildern. Und entsprechend der Grundausrichtung des Blogs sollen die Bilder auch etwas Schönes zeigen. Ich glaube, das gelingt mir auch meistens.
Manchmal aber auch nicht. Oder nicht ganz. Wie auf dem heutigen Titelbild. Das Bild zeigt eine Szene, die ich letzten Samstag kurz vor der Auffahrt auf die Fleher Brücke von Westen her gesehen habe. Inspiriert hat mich das schöne Morgenrot kurz vor Sonnenaufgang. Das wollte ich natürlich festhalten. Aber: Ich stand neben der Autobahn und konnte sie auf dem Foto nicht vermeiden. Wenigstens habe ich einen Moment ohne Autos erwischt. Aber das graue, hässliche Band zieht sich jetzt mitten durchs Bild und schmälert so seine Wirkung.
So geht es mir oft. Ich sehe ein schönes und interessantes Motiv, aber seine Wirkung oder auch nur sein Anblick wird durch davor parkende Autos, Verkehrsschilder oder auch immer öfter durch Baustellen und deren Absperrbaken beeinträchtigt. Und parkende Autos zum Beispiel oder Schilderwälder finde ich hässlich und nur Zeichen dafür, wie sehr die Blechmenschen in unser Leben eingedrungen sind. In den Städten gibt es kaum noch Szenen ohne sie. Oft genug verzichte ich dann sogar darauf, das entsprechende Objekt zu fotografieren oder mache Verrenkungen, um wenigstens die nicht durch Blech verdeckten Teile einzufangen.
Das nervt. Und macht alles hässlich.
Kürzlich war es nicht der Anblick von farbigem Blech, sondern der Autolärm, der mich störte und nervte. In Fürth spielt der Rathausturm jeden Tag um 12.04 Uhr auf seinem Glockenspiel „Stairway to Heaven“. Ich hatte mich ahnungslos vor das Rathaus gestellt und konnte dann leider Teile des Spiels wegen der vorbeifahrenden Autos nicht hören.
Wie singt Jan Böhmermann in „Warum hört der Fahrradweg einfach hier auf“: „Wie lange nehmen wir Brumm Brumm noch in Kauf?“ Und wie lange noch die Verschandelung durch Blech in unseren Innenstädten?

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