
Tatsächlich bin ich gerade unsicher, selbst im Moment, als ich das schreibe, ob ich heute etwas zum Sündenwäldchen hier in Kerpen sagen soll. Was es damit auf sich hat, hatte ich Anfang des Monats ja schon einmal geschrieben.
Um was es sich damals drehte, wird gerade akut. Das Oberverwaltungsgericht von NRW hat gestern in einem Klageverfahren, das der BUND angestrengt hatte, entschieden, dass das Wäldchen gerodet werden darf.
Und ganz offensichtlich beginnt RWE, das Unternehmen, das den Tagebau Hambach betreibt und die Fläche des Wäldchens für Kiesabbau in Anspruch nehmen möchte, auch schon mit der Rodung.
https://www.ksta.de/dpa-nrw/rwe-beginnt-rodung-am-suendenwaeldchen-951496
Ich schreibe das ohne Parteinahme. Aber in der (traurigen) Erwartung einer größeren Auseinandersetzung zwischen Aktivisten im und um den Wald, der Polizei und RWE. Und leider auch in der Gewissheit weiterer Risse in der Bevölkerung hier. Der Tagebau und die Vorkommnisse und Verhältnisse darum herum haben harte Fronten zwischen den Menschen in unserer Gegend geschaffen. Na ja, geschaffen haben die Fronten natürlich die Menschen selber und mein Eindruck ist, dass sie immer unüberwindlicher werden.
Vielleicht geht das nicht anders bei Themen, die so wichtig sind wie die Gestaltung einer in so einem großen Umfang zerstörten Landschaft in der Zukunft. Aber gerade der Aspekt, dass es langsam von der Zerstörung zur Neugestaltung übergeht, böte doch die Chance, sich wieder einander anzunähern. Ich hoffe, das wird gelingen.
Ich bin jedenfalls froh, noch einmal da gewesen zu sein, am Sündenwäldchen. Auch wenn die Reise damals bedrückende Eindrücke hinterlassen hat.
Ich werde sicher in Kürze wieder hinfahren und mir anschauen, was geschehen ist.

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