
Letzte Woche war ich ja auf einer längeren Tour mit dem Rad unterwegs. Mittwochs ging es mit Mr_O, meinem Ortler Grandtourer Lasteneselchen, von Köln nach Essen. Donnerstags ein Tag Fahrrad-Pause. Freitags von Essen über Bochum nach Dortmund und dort mit der Critical Mass durch die Stadt. Von dort dann mit der Bahn (übrigens ohne Verspätung und mit dem eezy Ticket sehr komfortabel) zurück nach Essen. Und samstags dann von Essen nach Düsseldorf und später von dort zurück nach Kerpen Horrem, wo ich wohne.
Klar, auch wir hier im Rheinland sind nicht besonders zufrieden mit unseren Radwegen. Aber, lasst Euch gesagt sein, nördlich von Düsseldorf, so ab Ratingen, beginnt die Radfahr-Hölle. Dort sind die Radwege noch einmal schmaler, jetzt schon mit Dornen und allem möglichen Zeug zugewachsener, mit allem möglichen Kram zugestellter und vor allem: absolut uneben. Wurzelaufbrüche, Schlaglöcher, Quer- und Längsrillen und dieser ewigen üblen Unebenheit auf den Verbundstein- oder Steinplattenradwegen. Da steht mal ein Stein nach oben raus, da fehlt einer, da ist alles verschoben und mit Rillen durchsetzt. Das ist ab Ratingen weiter nordwärts die Regel.
Ich habe von Düsseldorf nach Essen und von Essen nach Düsseldorf zwei unterschiedliche Wege gewählt. Weil mir der Hinweg über Hösel und Kettwig, der in dieser komoot Tour erkennbar ist:
einfach für die Rückfahrt zu steil erschien, bin ich zurück auf Anraten eines ADFC-Bekannten über die Mendener Brücke in Mülheim gefahren.
Beide Wege führen durch Ratingen. In der Stadt geht es noch einigermaßen, aber darauf zu und daraus hinaus sind die Radwege einfach eklig. Fast nicht zu benutzen, aber auf den Straßen ist so viel Autoverkehr, häufig auf mehrspurigen Trassen, dass ich auch keine Lust hatte, mich ständigem Gehupe und engem Überholen auszusetzen. Ehrlich, ich dachte häufig: das muss die Radfahr-Hölle sein. Und das ist mir ja im Kreis Mettmann, zu dem Ratingen gehört, schon öfter so gegangen.
Weiter nördlich im Ruhrgebiet ist das dann ein wenig differenzierter zu sehen. Richtig gut wurde es über einige Strecken in Bochum (darüber berichte ich noch einmal separat). Ansonsten ziemliche Tristesse, aber zumindest der Trost, dass die Straßen neben den Radwegen den gleichen Trümmerhaufencharakter haben und insofern keine Ungleichbehandlung aufkommt. In Essen gibt es eine hübsche Kombination, wie eine meiner ADFC NRW Vorstandskolleginnen bemerkte: Die kaputtesten Straßen wurden kurzerhand zu Fahrradstraßen gemacht, damit ist dann allen gedient. Zu Essen gäbe es noch viel zu sagen, ich glaube aber, das klemme ich mir vorerst.
Sagte ich anfangs: nördlich von Düsseldorf? Oh, weit gefehlt! Auf dem Rückweg von Essen hatte ich das sehr zweifelhafte Vergnügen, auf dem „Radweg“ entlang der Grafenberger Allee in die Landeshauptstadt zu fahren. Wie soll ich sagen, auch da gab es alles, was das Radfahrerherz stocken lässt. Einer Landeshauptstadt unwürdig, anders kann ich das nicht sagen.
Ich weiß natürlich, dass es durchs Ruhrgebiet wunderbare Bahntrassenradwege gibt und vermutlich kennen auch rund um Ratingen Menschen irgendwelche Nebenstrecken, auf denen man besser fahren kann als auf den Trümmerhaufen, genannt Radweg. Ich wollte aber schnell eine relativ weite Strecke überwinden und dann sind das halt die Wege, über die z.B. komoot einen führt. Und die sind halt echt mies.
Ich habe es überlebt und vor allem: mein Rad und der Inhalt meiner Taschen auch. Also, relativ unbeschadet lange Fahrten über Trümmerhaufen überstehen, auch das ist, WARUMICHRADFAHRE!

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