Take a ride on the wild side

Ich verzichte heute mal auf Kraftausdrücke

Was mir, zugegebenermaßen, schwerfällt. Aber heute einfach mal eine Schilderung der Ereignisse. 

Am gestrigen Freitag fand abends eine kleine Runde von Vorstandsmitgliedern und Mitarbeitenden der Landesgeschäftsstelle des ADFC NRW in Aachen statt, an der ich teilnehmen wollte, weil ich ja scheidender Landesvorsitzender bin und gerne noch einmal einen schönen Abend mit Menschen erleben wollte, mit denen ich in den letzten vier bzw. zwei Jahren viele gemeinsame Dinge erlebt habe. Die Hinfahrt nach Aachen bestritt ich, bei wunderschönem Wetter, mit meinem Schwarzen Bullen, also per Rad, auf einer weitgehend wunderschönen, vom BRouter erzeugten knapp 60 Kilometer Strecke, die ich zum Navigieren mit der SuperCycle App nutzte (davon später mehr). 

Der Abend in einem Aachener Lokal war dann schon sehr schön, aber zumindest für mich auch schon etwas getrübt, denn der Plan war, mit der Bahn zurückzufahren. Wenn man das plant, muss man ja ständig auf sein Handy schauen und kontrollieren, ob der Plan aufgeht. Und die Informationslage wurde von Tag zu Tag und von Stunde zu Stunde schlechter. Klar war, dass ich quasi mitten im Essen zur Bahn würde fahren müssen, weil alle Züge nach 21:00 Uhr in Düren enden und dann per Schienenersatzverkehr fortgesetzt werden würden. Und der nimmt ja bekanntlich keine Räder mit und hätte auch viel zu lange gedauert. 

Also: ich nach dem letzten Bissen los zum Bahnhof, um dort auf der Anzeigetafel zu finden, dass mein Zug ausfällt. Der Schock darüber war mäßig, denn ich hatte mir so etwas schon gedacht, nachdem andere Gäste unseres abends, die aus dem Ruhrgebiet angereist waren, eine Odysee hinter sich hatten. 

Ich versuchte dann noch, in einen anderen Zug nach Köln zu kommen, der sich aber als vollständig ausgebuchter Nachtzug mit Schlafwagen entpuppte und in den der Schaffner außer Menschen mit Reservierung niemanden hineinließ. 

Nachdem ich ein paar Polizisten am Bahnhof noch gefragt hatte, wann sie denn endlich die Verbrecher im Bahnmanagement festnehmen, die den Leuten das Geld abnehmen, ohne dafür eine Leistung zu erbringen (in meinem Fall per Deutschlandticket, das sich jetzt im April nicht mehr für mich lohnen wird), setzte ich mich auf mein Rad und fuhr nach Hause. 

Ich war dann nach insgesamt 120 gefahrenen Kilometern am Tag kurz nach Mitternacht zu Hause (eigentlich hätte es halb zehn sein können mit der Bahn). So wurde die Nacht kurz und heute werde ich noch einen größeren Teil unserer Landesversammlung bestreiten müssen. 

Danke, liebe Bahn! Für nichts! Fuck you!

(Jetzt habe ich doch Kraftausdrücke benutzt, wollte ich doch gar nicht). 

Ergänzung: 

Am Samstag wagte ich erneut eine Bahnfahrt, dieses Mal von Kerpen Horrem nach Aachen zur Landesversammlung des ADFC NRW. Die begann um 10:30 Uhr. Ich hatte mir vorgenommen, einen Zug um halb neun zu nehmen und dann kurz nach neun in Aachen zu sein. Das hatte allerdings den Grund, dass ich mich in Aachen noch ein wenig auf die Landesversammlung vorbereiten wollte, weil ich als Vorsitzender des ADFC NRW ja noch bis zur Wahl eines neuen Vorstandes noch Beiträge zur Versammlung leisten würde. 

Natürlich fährt man in Deutschland nicht einfach zum Bahnhof, um seinen ausgewählten Zug zu nehmen, sondern man überprüft schon lange vor der geplanten Abfahrt, ob der Zug denn fährt und wenn ja, ob er pünktlich fährt. Das tat ich dann auch, und siehe da: Er fuhr nicht pünktlich. Die Züge zuvor allerdings auch nicht, sodass ich einen verspäteten Zug, der kurz vor meinem Geplanten fuhr, nehmen konnte. 

Puh, dann kann ja nichts passieren. Na klar, kann! Denn der Zug fuhr dann gar nicht bis nach Aachen, sondern nur bis Eschweiler. Wegen der großen Verspätung. Klar, nachvollziehbar, oder? Einfach nicht bis zur Endhaltestelle fahren, gängige Praxis. Gab ja auch den Hinweis, dass man dann gerne einen Anschlusszug eine dreiviertel Stunde später nehmen könne in Eschweiler, der dann nach Aachen fährt…. vielleicht. 

Darauf wollte ich mich dann nicht einlassen und bin von Eschweiler die 15 Kilometer mit dem Rad, das ich ab sofort immer dabeihaben werde, wenn ich Bahn fahre, gefahren. Das tat meiner Vorbereitung auf die Versammlung nicht gut, aber zumindest der Durchblutung meines Gehirns.

Anderen ging es auch so, sodass zum Beginn der Tagung erst zwei Drittel der Delegierten anwesend waren. Gott sei Dank trudelten die dann ein, bevor die Abstimmungs-Tagesordnungspunkte an die Reihe kamen. Aber die Unzuverlässigkeit der Bahn hat unsere Mitgliederversammlung beeinträchtigt. 

Ehrlich, das geht nicht. Unter keinen Umständen. Das muss, bald, besser werden!  

Kommentare

  1. Avatar von Michael F. Brack
    Michael F. Brack

    Ich bin heute die 60 km von MG nach AC mit dem Rad gefahren und der Zug kam zu spät. Dafür bin ich um 5 aufgestanden und um 6 gefahren und kam entspannt dort rechtzeitig an. Gestern war ich in Mannheim und aufgrund eines umgefallen Baums und mit anderen Züge mit 4 Umsteigen zwei Stunden später zu Hause als eigentlich. Wenn man mal einen wichtigen Termin hat, muss man schon zwei Züge früher nehmen.

    1. Das ist leider so. Hilft aber auch nicht immer. Es gibt gleich noch ein Update zum Artikel, wie es mir am Samstag ging.

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