Take a ride on the wild side

Fahrrad-Navigation im Test: Komoot schlägt die Alternativen

Apple Watch Display mit Komoot Navigation

Komoot und die Alternativen: Ein Herz für Höhenmeter-Hasser 🚴‍♂️💻

Heute wird es mal wieder ein wenig technisch bei mir. Wir sprechen über die heilige Dreifaltigkeit für Radfahrer:innen: Routenplanung, Navigation und Dokumentation. Am Ende landen wir dabei natürlich fast immer bei einem bestimmten Tool: Komoot.

Auf meiner letzten großen Tour von Köln zur Sternfahrt nach Berlin war die App mein treuer Begleiter. Ich habe damit meine Zubringer-Etappen bis Wunstorf geplant und mich per Apple Watch am Handgelenk lotsen lassen. Gleichzeitig lief die Aufzeichnung aller Etappen. Später wandert alles als Einzelstrecke oder schicke Collection

ins digitale Archiv. Kurzum: Komoot liefert einfach alles aus einer Hand. 📦

Der Investor-Schreck und die Überraschung 📈

Bestimmt habt ihr die Diskussionen mitbekommen. Der Finanzinvestor Bending Spoons hat Komoot übernommen. Ich habe hier im Blog ja auch darüber berichtet.

Viele Radfahrer:innen wandten sich ab. Es gab Gerüchte über „Hire and Fire“ und schlechte Stimmung in der Belegschaft. Doch ich muss eine Lanze für das Produkt brechen.

Seit der Übernahme jagt ein starkes Update das nächste. Alle Neuerungen sind top dokumentiert und werten die App massiv auf. Und das Beste: Uns Privatnutzer:innen kostet das keinen einzigen Cent extra. Gute Software entsteht nicht am grünen Tisch in Italien. Dahinter stecken spürbar motivierte Entwickler:innen, die ihr eigenes Produkt lieben und die Perspektive der Kundschaft verstehen.

Zwei Fragen bleiben für mich da offen: Warum herrschte vor dem Verkauf jahrelang Flaute bei Funktionen und Updates? Und ist das Arbeitsklima dort jetzt wirklich so mies, wenn gleichzeitig so viel Herzblut in die Updates fließt? Das passt für mich nicht ganz zusammen.

Das Mai-Update: Endlich flach fahren! 🏔️❌

Mein absolutes Highlight aus dem Mai ist die neue Planungs-Engine für iOS. Jetzt kann ich endlich auf dem iPhone-Display genau das tun, was früher nur am Desktop in der Web-App ging. Die neuen Filter sind ein Traum. Ihr wählt nicht nur euren Radtyp, sondern wünscht euch explizit ruhige Wege. Fast wie beim beliebten BikeRouter.

Für meine Planung der Zubringer-Etappen zur Sternfahrt Berlin 2027 ist das genial: Ich kann steile Steigungen jetzt gezielt wegfiltern. Das bedeutet im Klartext zwar oft ein paar Kilometer mehr auf dem Tacho, dafür schone ich meine Knie und die meiner potenziellen Mitfahrer:innen.

umap-alternative-komoot-koeln-hagen-steigung
OpenStreetMap Mitwirkende; Karte zusammengestellt mit UMAp

Ein konkretes Beispiel gefällig? Ich habe meine erste Etappe von Köln nach Hagen noch einmal durch den neuen Filter gejagt. Das Ergebnis im Vergleich:

  • Alte Route (rosa): Steile Rampen, die ich mir nie wieder antun möchte.
  • Neue Route (blau): Zwar 15 Kilometer länger, dafür aber satte 200 Höhenmeter weniger und keine steilen Rampen!

Gibt es eigentlich echte Alternativen? 🗺️

Ich bleibe dabei: Es gibt derzeit keine All-in-one-Alternative zu Komoot. Manchmal nutze ich den BikeRouter

https://bikerouter.de/#map=5/51.000/9.844/osm-mapnik-german_style

für die reine Vorplanung. Aber der Rest? Google Maps im Radfahr-Modus ist und bleibt ein Abenteuer für Mutige. Auf dem Weg von Nauen nach Falkensee jagte mich Google über wirklich üble Pisten (rote Linie im Chart). Die Komoot-Alternative sah da auf den ersten Blick deutlich fahrradfreundlicher aus.

umap-alternative-google-maps-komoot-nauen-falkensee
OpenStreetMap Mitwirkende; Karte zusammengestellt mit UMAp

Und OSMAND? Ich habe es wirklich noch einmal versucht. Aber ich raffe diese App einfach nicht. Entweder finde ich meine Ziele bei der Planung erst gar nicht, oder ich komme dank der Navigation völlig woanders an.

Wie plant ihr eure Touren am liebsten? Seid ihr Komoot treu geblieben oder habt ihr den perfekten Geheimtipp für mich gefunden? Erzählt es mir in den Kommentaren! 💬

Transparenzhinweis: Dieser Blog ist und bleibt wirtschaftlich komplett unabhängig. Ich habe von Komoot weder Geld noch andere Vorteile für diesen Bericht erhalten (und werde das auch in Zukunft nicht tun). Hier liest du wie immer meine ganz persönliche, ungeschönte Meinung als Radfahrer.

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