
06:24 Uhr
Die erste Etappe meiner Reise lief reibungslos. Ich war um 6:15 Uhr am Bahnhof Horrem und nehme jetzt die S-Bahn, die S19. Um 6:19 Uhr ging es pünktlich nach Köln Hauptbahnhof, von wo aus ich kurz vor sieben nach Bingen weiterreisen werde. Das ist zumindest der Plan.
07:05 Uhr
Station 2 hat ebenfalls gut funktioniert. Momentan sitze ich im Zug nach Bingen, der zwar etwas verspätet in Köln losgefahren ist, doch diese Verspätung hat keine Auswirkungen auf meinen Anschluss in Bingen.
Ich habe zudem einen guten Platz für mein Fahrrad und sitze hier sehr bequem. Der Zug ist nicht besonders voll, daher hat alles gut geklappt.
07:28 Uhr
Ich wurde gerade im RB 26 auf dem Weg nach Bingen kontrolliert.
Mein bundesweites Fahrradticket sowie mein Deutschlandticket haben einwandfrei funktioniert und ich darf weiterhin im Zug sitzen.
08:00
Gerade wurde der Zug in Remagen getrennt, und ich musste aus meinem Abteil aussteigen und nach vorne gehen. Zwei Mitarbeiter der Zuggesellschaft kamen in unser Abteil und wiesen uns an, nach vorne zu gehen.
Letztendlich hat auch das gut geklappt. Ich habe wieder einen passenden Platz für mein Fahrrad bekommen und dazu einen angenehmen Sitzplatz mit Sichtverbindung zum Rad. Also alles bestens.
08:18 Uhr
Es ist gerade Viertel nach acht durch und wir stehen auf offener Strecke.
Die Ansage klang so, als würde es bald weitergehen. Ist für mich unkritisch, weil ich in Bingen genügend Puffer habe.
08:21 Uhr
Es geht weiter.
08:30 Uhr
Wir stehen jetzt auch in Andernach und die Verspätung hat sich mittlerweile schon auf eine Viertelstunde summiert und mein Puffer damit auf etwa 25 Minuten reduziert. Noch bin ich nicht (zu) nervös.
8:40 Uhr
Die Bahn fährt immer noch nicht in Andernach los, und Privat reduziert sich jetzt noch 15 Minuten.
08:44
Wir fahren. Puffer ist noch 11 Minuten.
08:48
Vielleicht ist es an der Zeit, zu erklären, was ich heute genau plane. Ich habe vor, mit dem Deutschlandticket und Regionalzügen eine Strecke von etwas mehr als 620 km von Kerpen Horrem nach Tiengen, das sich im Südschwarzwald in der Nähe des Bodensees befindet, zu fahren. Dafür habe ich eine Route augefrickelt, die mit fünf Umstiegen noch einigermaßen machbar erschien. Die Abfahrt war um 6:20 Uhr, die Ankunft ist aktuell noch um 17:23 Uhr geplant. Aktuell noch, denn mein Puffer schmilzt und schmilzt. Ich sitze in der RB26 des Carriers Mittelrheinbahn (Trans Regio) und hoffe immer noch das Beste.
09:57 Uhr
Nach einigen spannenden letzten Minuten in der Regionalbahn nach Bingen habe ich es endlich geschafft, meinen Anschlusszug nach Kaiserslautern doch noch zu erreichen. Mein Fahrrad ist sicher verstaut und ich sitze hier auch recht bequem.
Es handelt sich um einen Dieselzug der DB Regio, der ziemlich gut gefüllt ist bis auf die üppig ausgestattete 1. Klasse 🙈. Ich bin jetzt mal gespannt, wie es wird. Die Fahrt dauert ungefähr eineinhalb Stunden und ich werde sie sicher genießen. Ist ja Richtung meiner alten Heimat.
10:15
Bad Kreuznach. Hier hat sich der Zug stark geleert und ich konnte mich zu meinem Fahrrad setzen.
Wir haben hier einen geplanten Halt und werden in ungefähr einer Viertelstunde wieder weiterfahren.
10:28 Uhr
Zug ist pünktlich losgefahren.
11:00 Uhr
Nachdem ich die touristischen Gassenhauer wie die Loreley mit flatternden Nerven hinter mir gelassen habe, geht es jetzt durch den Hunsrück, und das ist mir ein Foto wert.

11:34 Uhr
Die Bimmelbahn durch den Hunsrück war äußerst pünktlich, weshalb ich nun bereits im R6 nach Karlsruhe sitze, der allerdings erst in circa 10 Minuten abfährt, aber schon bereit steht.
Mein Fahrrad hat einen Platz in einem sehr großen Radabteil gefunden, und ich sitze auf einem bequemen Platz mit Blick auf mein Fahrrad. Also ist auch hier in Kaiserslautern alles in bester Ordnung.

11:43 Uhr
Der RE6 ist pünktlich in Richtung Karlsruhe abgefahren. Es handelt sich ebenfalls um einen Dieselzug der Deutschen Bahn, entsprechend sparsam ausgestattet. Steckdosen, WLAN und Anzeigebildschirme sucht man vergebens.
Mich wundert, dass ich mich hier gerade mit Dieselzügen bewege. Der Bahnhof in Kaiserslautern muss ja auf jeden Fall elektrifiziert gewesen sein, denn dort hielt ein TGV und es war ein S-Bahn Netz angezeigt. Aber einige Strecken über Land scheinen noch keinen Strom zu haben. Mal sehen, wie das nach Karlsruhe durch Baden-Württemberg weiter geht.
12:15 Uhr
So wie es aussieht einigermaßen pünktlich (nichts verschreien!!!) durch die Weinfelder zwischen Neustadt an der Weinstraße und Landau.
Ich habe mir abgewöhnt, durch Fenster der Bahn hindurch zu fotografieren, gibt meistens keine schönen Bilder.
13:30 Uhr
Gestrandet in Karlsruhe! Der Zug um 13.07 Uhr nach Konstanz war so überfüllt, dass keine Fahrräder mitgenommen werden konnten.

Jetzt befinde ich mich hier am Bahnhof auf dem Gleis, das mir eine freundliche Bahnbedienstete genannt hat, wo der nächste Zug abfahren soll, und schon kam ein Gleiswechsel.
Jetzt werde ich aber zuerst etwas essen und dann schauen, wie es weitergeht.
14:06 Uhr
Damit endet mein Liveticker. Ich bin über 600 km mit dem deutschlandticket durch Süddeutschland gefahren. Habe viele unterschiedliche Gegenden gesehen mit vielen Menschen gesprochen und viel erlebt. Das war’s mir wirklich wert. Ich wünsche euch allen noch einen schönen Abend.
Einige Radfahrerinnen und Radfahrer sind gerade in einen Ersatzzug gestiegen, der uns von Karlsruhe nach Offenburg bringt. Dort hoffen wir, den regulären Zug Richtung Konstanz zu erwischen und einsteigen zu können.
Mal schauen, wie es weitergeht. Ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass ich heute noch mein Ziel erreiche.
14:47 Uhr
Ich sitze in einer angenehmen Gruppe, deren Unterhaltung im Wesentlichen daraus besteht, wie es jetzt in Offenburg weiter gehen könnte. Ich bin gespannt, ob ich mit dem Rad jetzt in den Zug rein komme, den der, in dem ich gerade sitze, entlasten soll. Na ja, die Hoffnung stirbt zuletzt.
15:14 Uhr
Der „Plan“ ist aufgegangen. In Offenburg konnte ich in den RE 2 einsteigen und bin jetzt mit einer Stunde Verzug unterwegs. Neben mir sitzt Gunnar Fehlau, der auch zur Spezi unterwegs ist aber von Singen aus mit dem Rennrad fahren will. Das mach ich dann mal lieber doch nicht (ein Rennrad hätte ich dann ja auch nicht zur Hand beziehungsweise zum Fuß)
16:00 Uhr
Schwarzwald, tolle Landschaft wechselt sich mit Tunneln ab. Reizvoll. Bahnfahrt läuft aber, sieht gut aus, dass es bei der Stunde Verzögerung bleibt.
16:40 Uhr
Bald trenne sich umsere Wege wieder, dann fährt Gunnar mit dem Rad weiter und ich mit der Bahn.

War eine schöne Unterhaltung quer durch den Schwarzwald.
17:52 Uhr
Nach meiner Ankunft in Singen und einer kurzen Rundfahrt durch die Stadt, die mir eigentlich ganz gut gefällt, stehe ich jetzt am Bahnsteig und warte auf den Zug nach Basel, der sich um eine Viertelstunde verspätet. Damit komme ich auch in den Ort, zu dem ich möchte.
Es sieht hier ziemlich voll aus, und ich hoffe, dass noch Leute in die S-Bahn einsteigen, die momentan vor unserem Zug abfährt und nach Engen fährt.
Ich bin jetzt nur noch etwa 60 Kilometer von Tiengen entfernt. Gunnar müsste mittlerweile mit seinem Rennrad unterwegs sein, und ich hoffe, dass nicht nur bei ihm, sondern auch bei mir alles glatt läuft, sodass ich in etwa einer Stunde in mein Hotel einchecken kann.
18:15 Uhr
Ich „sitze“ jetzt im Radabteil des Regionalexpresses von Singen nach Basel, der auch in meinem Zielort, Tiengen, hält. In Ausführungszeichen deswegen, weil ich umzingelt bin von (Spezial-) Rädern und auf dem einzigen Sitz hocke, der in der ganzen Reihe hier nicht von Rädern total blockiert wird.
In Singen war Zeit für eine zugegebener Maßen kurze Tour und ein paar Bilder. Hier sind alle Skulpturen und Figuren schräg.

Und es gibt so Tempo 20 Zonen und Shared Spaces, in denen auch lauter schräge Linien zu finden sind.
Gerade halten wir in Schaffhausen und damit in der Schweiz. Und sind schon durch. Allerdings nur durch Schaffhausen. 
18:32 Uhr
Wir sind jetzt erst durch die Schweiz durch, ich hoffe, ich hab nicht zu viele Roaming Gebühren zahlen müssen durch das Hochladen dieses Beitrages.
20:31 Uhr
Um 19:00 Uhr war ich im Hotel und hab eingecheckt. Der Zug war um 18:40 Uhr am Ziel. Im Großen und Ganzen ein spannender, aber auch entspannender Tag.
P.S. (22.05)
Nachdem ich nun über 17 Stunden wach bin, mehr als 12 Stunden im Zug verbracht habe und ein ziemlich anstrengendes Check-in im Hotel hatte, nach einer Tour hier in die Schweiz und zurück, zwei alkoholhaltige Weißbiere und eine Portion Pommes in einer ganz angenehmen Gaststätte genossen habe, werde ich allmählich müde. Ich werde jetzt noch mein Getränk zu Ende trinken und dann ins Bett gehen.
Übrigens, die Gaststätte, in der ich mich gerade aufhalte, gehört nicht zum Hotel. Das Hotel selbst ist recht anonym. Die Zimmer öffnen sich mit einem Code und es ist niemand vor Ort.
Dennoch kann eine anonyme Stimme über eine Handynummer fast alles von dort aus klären, wo sie sich befindet.
Und damit gute Nacht!
Der nächste Liveticker folgt am Montag auf der Rückreise von hier nach Hause❣️

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