Glossierte Kurzgeschichte
von Astrid Johann, Immer auf Rad

Aufstehen, das übliche des Morgens. Zudem. Wäsche waschen und aufhängen, spontan mit R zum Spaziergang bzw zur kleinen Radtour verabreden. Essen einpacken.
Viel zu spät los. Geht nicht, gibt’s nicht! Statt lange nachdenken: in die Pedale treten. Was ein Glück – ich rausche über die grüne Ampel und steige am steilen Berg nicht vom Faltrad ab. Um 12.11 Uhr auf den letzten Drücker den RE in NK bekommen, mir hängt sie Zunge raus. 😝🥴 Die ist bis St Wendel wieder an ihrem Platz und ich habe im mäßig ausgelasteten Fahrrad-Anteil auch einen bekommen. 🚲😉😄
Brunch bei R. Ich bereite das Frühstück vor, während R sich nach seinem Lauf noch dehnt und duscht. Wir genießen das Leben trotz mancher Unbilden:
Gemütlich schmausen. Müsli, Brot und mehr. R spendet seiner alten Schindmähre noch etwas Luft und dann einen Ausritt. Auf die Räder und los nach Oberlinxweiler. Die Metallgäule am Fuß des Steinbergs an der alten Infotafel anketten und zu Fuß weiter.
Der längere Spaziergang mit R im Naturschutzgebiet des ehemaligen Steinbruchs auf dem Steinberg ist total schön. Dort ist es mal magisch-mystisch, mal urig, mal idyllisch. Und die unterschiedlichen Vegetationstypen wie Wald, Felsenlandschaft, feuchte, trockene Wiesen, Teich („Silbersee“) Buschwerk wechseln sich ab, machen es spannend.
Im Mai ist es da besonders wunderbar und generell total ruhig dort, an manchen Stellen siehst du keine Häuser, keinen Ort und schaust nur in die Weite und auf Wald (zB des Spiemonts) oder maximal auf eine Siedlung und an Lichtungen ansonsten kilometerweit über Felder, Wiesen und Wälder in die Ferne. Jedes Mal, wenn ich dort verweile, denke ich, dass ich in einer anderen Welt bin, kleine Hobbit-Mittelerde. Wir kraxeln teils über unwegsames Gelände, hören Vögel 🐦, kommen über einen gewagten Umweg am Silbersee vorbei und begehen steile Pfade, leben unser kleines Abenteuer. 🤩🌱🌿🌳🌳🌳🌼🌸

Nach einem etwa dreistündigen Spaziergang stehen – trotz Rs Unkenrufe – unsere ausgeruhten Rösser noch, wo wir sie vorhin angebunden haben. Wir radeln durch die Sonne über die verkehrsarme Werksstraße zurück nach St Wendel, flüchten vor der Schlagermusik des Winzerfestes in der Mott, schlecken noch spontan ein Eis auf der Hand und setzen uns dafür auf eine Bank vor der Bibliothek, die blühenden Stauden-Hochbeete im Rücken. ☘️🌱💮🌸🌺🌼🏵️🌱🌿🌞 Unsere besten Stücke 🚲🚲 direkt vor und neben uns.
Draußen Wetter! Wie ich das liebe! 🌞🌼🌸🌿🌱🌳
Bei R meine nach etlichen Jahren abgeranzten Ortliebtaschen abholen (die haben übrigens zusammen mit mir schon halb Europa gesehen) und uns verabschieden. 🤗 Dankeschön für diese wunderbaren, gemeinsamen Mikroabenteuer-Erlebnisse. 🙏🌳🌱🥾🚲
Doch diese sind zumindest für mich heute noch nicht vorüber. 😄
Vorm Bahnhof in WND entscheide ich mich spontan, wieder über die ruhige Werkstraße, mit dem Faltrad noch nach Niederlinxweiler, meinen Heimatort, zu radeln. Dort vorm Ortseingang geht es noch spontaner über einen schlecht geteerten Weg bis zum Waldrand und endet da, doch ich lasse mich davon nicht abschrecken und schiebe, als hätte ich heute noch nicht genug Robinsonade gehabt, mein kleines Faltrad mit dem Gepäck durch unwegsames Gelände im Wald des Spiemonts (des großen Bruders des Steinbergs – die müssen sich heute wohl wegen mir angesprochen haben). 🤪🥵🌳🌳🌱🌿

Bis ich dann wieder auf den breiteren Forstweg komme. Kleines Aventüre neben der gehabten Wanderung im Steinberg. 😂 Am Waldrand am Wischling, mit dem wie immer gigantischen Blick in die Ferne, mache ich Tai Ji. Leider scheint jemand die weiße Bank, die jahrelang dort für alle lose stand, innerhalb der letzen 2 Wochen entfernt zu haben. Von weitem war sichtbar: hier kann ich mich niederlassen. Die war völlig in Ordnung. Offenbar scheint jemand das Prinzip Gemeinwohl nicht zu verstehen und sich daran bedient zu haben. 🤔

Danach noch an meinem Elternhaus vorbei zum Friedhof, ans Grab meiner Mutter. Um dem Zug noch zu bekommen, düse ich – mit einem Bein in der Kruft 🤪 – unerlaubter Weise über den Friedhof. Doch was jucken mich unsinnige Gesetze und Vorgaben, hat heute bereits R festgestellt, wenn sie keinen Sinn machen! 😝 Die Toten stört es nicht – und es ist kein lebendiger Mensch, den ich umnieten könnte, weit und breit zu sehen. Die sitzen jetzt vor der Glotze und schauen alle gebannt Tatort. ⛏️⚰️🗡️🧨 Über den unteren Ausgang unter der alten, mystischen Kastanie und den holprigen Pfad geht es an der evangelischen Kirche entlang zum Bahnhof Niederlinxweiler.
In Neunkirchen bekäme ich ewig (ca 25 Minuten) keinen Bus und radle daher über die Mozartbrücke den Berg hoch bis in die Schloßstraße, dabei ein Motivationsvideo hörend. 🚲🌳🌿🌸 Radfahren – pure Freiheit!
Wäsche reinholen, das zu viel mitgenommene Essen verstauen, Taschen auspacken.
Noch etwas futtern, zu lange am Tisch sitzen und Fruchtriegel schmausen. Ansonsten ein rundum gelungener Tag. Mein ganz privater, ureigener radlicher „Muttertag“, wie ich am Abend feststelle 😉😂🚲🥾🥾🌳🌿🌸🤩
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