
Wir waren ja in Frankfurt einen Moment zu spät angekommen. Das, das Gewusel am Bahnhof und meine Kaffeesucht führten mich statt auf irgendeinen Radweg geradewegs ins Backwerk und dort an den Kaffeeautomaten. Und dann zurück auf den geänderten Bahnsteig, wo ich auf den RE 55 der DB Regio Bayern nach Würzburg wartete, der sehr frühzeitig einfuhr und mit somit ermöglichte, mein Rad gut und sicher abzustellen und mir selber im Doppeldeckerabteil direkt darüber einen komfortablen Platz zu sichern. Die Fahrt verlief dann leider alles andere als pünktlich, denn auf den wenigen Kilometern bis Hanau hatten wir fast schon eine Viertelstunde Verspätung eingefahren. Bei einem Puffer in Würzburg von nur 20 Minuten ein eher ungutes Gefühl für die restliche Reise.
In Frankfurt hatte ich den großen Vorzug von Kopfbahnhöfen schätzen gelernt: Man brauch keine Treppen und Lifte (in Siegen, by the way, ging kein einziger Lift und ich musste richtig schleppen). Alles ist ebenerdig und man geht einfach am Kopf der Gleise entlang zu seinem nächsten Zug. Das ist schön auf der anderen Seite bin ich mir ziemlich sicher, dass der Kopfbahnhof mit Schuld an diesem Chaos im Bahnverkehr im Rhein-Main-Gebiet ist. Denn das war ja bei der schnell herbeigefahrenen Verspätung ja sehr schnell sichtbar geworden.
Im Zug gab es dann erst mal Middaach. Ich hatte mir Essen und Trinken von zu Hause mitgebracht, weil ich natürlich nicht riskieren will, bei den Umstiegen aus logistischen Gründen unter Druck zu geraten. Bin ja wieder an die vegetarische Front gewechselt, deswegen Brötchen und Käse. Kaffee hatte ich nicht mitgenommen, aber dafür reichte die Zeit in Frankfurt.
Der RE 55 der DB Regio Bayern ist ein Doppelstockzug ohne WLAN, aber mit Steckdosen. Mit dem Hinweis:

Was immer das auch bedeuten mag. Ob das mit dem mangelhaften Ausbau der Windenergie in Bayern zu tun hat, vermag ich nicht zu sagen, aber meine Geräte jedenfalls luden auf und das ist ja nun mal die Hauptsache.
Wir rollen jetzt gerade durch eine ziemlich schöne, waldreiche Landschaft zwischen Aschaffenburg und Würzburg. Die Wolken sind weniger und nicht mehr ganz so dunkel. Mal sehen, was wird in München morgen.
Gemünden am Main hat den Beweis erbracht: es kann auch aus nicht allzu dunkeln Wolken regnen. Und ich habe auf einem gegenüberliegenden Gleis gesehen, dass dieser Zug auch Main-Spessart Express heißt. Das ist doch war für einen, der immer allen Dingen Namen gibt. Ein kurzes Nickerchen habe ich auch gemacht, bis vier Damen einstiegen und mit Schlagermusik einen 40. Geburtstag feiern. Sieht aus, als würde in Würzburg auf die Pauke gehauen, na denn man tau!
Die Bahn fährt jetzt direkt am Main entlang, wie schön. Wenn ich den Anschluss jetzt in Würzburg noch kriege, ist auch das wieder eine schöne Fahrt.

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