
Über den Speedway :terr nova habe ich ja schon öfter berichtet. Der Freizeitweg vom Aussichtspunkt am Tagebau Hambach in Richtung Niederaußem auf der ehemaligen Bandstraße für den Transport von Abraum ist für sich schon eine Landmarke.
An seinem Rand gibt es zwei große Gebäude, die ich ebenfalls als Landmarke bezeichnen würde. Eine südwestlich der Erft (siehe Titelbild), eine nördlich davon.

Landmarken auch deswegen, weil sie vom Speedway aus von Weitem schon zu sehen sind.
Ich bin natürlich schon sehr häufig an diesen Gebäuden vorbeigefahren und habe auch immer mal wieder Menschen gesehen, die sich dort aufhalten. Aber ich war noch nie nahe an diesen Bauten dran und dachte letzte Woche auf einer meiner Fahrten über den Speedway: Ach, fahr doch einmal mal hin.
Gesagt, getan.
Beide Bauten sind in dem für :terra nova typischen Orange gehalten, aber bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass die Besucherinnen und Besucher sie für sich „markiert“ haben. Es finden sich viele Graffitis und Verewigungen von Liebesschwüren, Wiederkommensbekundungen und ähnlichen gemalten, geschriebenen oder eingeritzten Ausdrücken.
Ich bin mit meinem ICE-Liegedreirad unmittelbar an die Landmarken herangefahren und habe die nördliche auch durchquert. Die Plätze sind für mich nicht wirklich schön und haben mich nicht zum Verweilen animiert. Obwohl sich dort auch gelegentlich Menschen, Besucher*innen, aufhalten, wirken die Bauten doch fremd und entfernt. Vielleicht wie die ganze :terra nova, die neue Erde, die ja geschaffen und gestaltet wurde aus den Überbleibseln des Braunkohleabbaus.
Der Speedway verläuft ja durch einen Geländeabschnitt, der selbst gar nicht davon betroffen war, außer dass das landwirtschaftlich genutzte Gebiet von der damaligen Bandstraße durchschnitten wurde. Vielleicht auch deswegen wirken die futuristischen, bunten Gebäude wie nicht dazugehörend.
Aber vielleicht ist das ja auch gerade der Sinn. Auf die Ambivalenz, die Vielgesichtigkeit unserer Gegend hier aufmerksam zu machen, zu irritieren, zum Forschen und Erobern anzuregen. Das schaffen die neuen Landmarken. Allerdings hat es für mich vieler Fahrten bedurft, um mich auch zu ihnen hingezogen zu fühlen.

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