Take a ride on the wild side

Von Lasten- zu Faltrad: Eine Woche zwischen Bullitt und Brompton

BLUEMOON vor Schutzhütte am Bahnradweg Aldenhoven

Die letzte Woche stand ganz im Zeichen von BLUEMOON, meinem treuen Bullitt-Lastenrad, das mich schon seit einigen Jahren begleitet. Am Mittwoch habe ich es nach längerer Pause wieder flottgemacht, um damit zur Tour de Verkehrswende nach Heerlen zu fahren.

Ein Freund von mir, der mir BLUEMOON früher schon einmal als Mietrad überlassen hatte, meinte zwar, es sei gar kein klassisches Bullitt „Bluebird“ – schließlich besitzt es Vorrichtungen, um Werbeschilder aufzunehmen. Aber da ich die nicht mehr nutze, bleibt es für mich einfach: BLUEMOON. Wobei … ganz ehrlich: Vielleicht sollte ich diese Werbeflächen irgendwann doch wieder aktivieren – man weiß ja nie, wofür sich so ein Lastenrad noch einsetzen lässt.

Auf der Ladefläche war dieses Mal meine große Euro-Norm-Kiste verstaut, einigermaßen gefüllt und trotzdem erstaunlich stabil. Die Fahrt nach Heerlen war ein echtes Vergnügen. Zwar musste ich einen kleinen baustellenbedingten Umweg in Kauf nehmen, aber der Bahnradweg von Jülich über Aldenhoven und Alsdorf ist einfach ein Traum. Selbst in westlicher Richtung, wo es leicht ansteigt, rollt es sich noch wunderbar.

Am Donnerstag ging es dann zurück von Heerlen nach Kerpen-Buir – rund 85 Kilometer über Düren. Die Strecke hatte es in sich: Durch die Niederlande und von Aachen bis Eschweiler ging es ständig hoch und runter. Ich nahm die Steigungen sportlich, und das sorgte für respektvolle Kommentare meiner Mitfahrenden. Schließlich hat BLUEMOON keinen Elektroantrieb – da staunten einige nicht schlecht. Während der Fahrt selbst war das für mich kein Thema, aber am Abend spürte ich dann sehr wohl, was ich geleistet hatte. Erst recht, als ich in Buir noch unsere Soundbox und den ADFC-Aufsteller mit an Bord nahm.

Am Freitag kamen dann noch einmal gute 80 Kilometer dazu. Dieses Mal zwar nur mit kleiner Euro-Norm-Box – aber dafür wieder mit Soundbox. Mein Lastenesel war also voll ausgelastet.

BLUEMOON hat inzwischen eine zweite Karriere als Kampagnenrad hingelegt. Inspiriert von der schwarzen Metallkiste, mit der es ursprünglich zu mir kam, habe ich es fast rahmendeckend mit Aufklebern verziert. Und die ziehen Blicke an! Als ich unterwegs erzählte, dass ich noch ein paar Sticker dabeihabe, entwickelte sich ein regelrechter Tauschrausch: Ein Mensch hatte sogar ein Sticker-Sammelalbum dabei, andere steckten mir spontan neue Aufkleber in die Tasche. Großartig!

Sticker und Bluemoon

Am Ende war ich viele los, hatte aber genauso viele – wenn nicht noch mehr – wieder gewonnen. Nur eines ist klar: Auf BLUEMOON ist inzwischen kaum noch Platz für weitere große Sticker. Da muss ich mir wohl eine kreative Lösung überlegen, denn einige der neuen Fundstücke verdienen unbedingt einen Platz am Rad.

Doch nun ändert sich der Fokus abrupt. Denn während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in einem Reisebus in die Lüneburger Heide. Und hier hat BLUEMOON natürlich keinen Platz. Dafür aber meine neueste Errungenschaft: mein Brompton G Line, das ich liebevoll GSpot nenne. Mindestens zwei Nummern kleiner als das Bullitt, verschwindet es ganz brav in einer Transporttasche, die ich kurzerhand auch als Koffer nutze. Multifunktionalität kann man eben nicht nur Lastenrädern nachsagen.

Brompton GSpot in der Tasche, Reisegepäck

GSpot soll mich beim Erkunden der Heide begleiten. Noch ist es – abgesehen von der Codierung – völlig aufkleberfrei, und vermutlich bleibt es auch so. Schließlich brauche ich mindestens ein seriöses Rad in meinem Fuhrpark. Eins, mit dem ich mich überall sehen lassen kann, ohne gleich wie ein rollender Stickerautomat aufzutreten.

Genau dafür habe ich es angeschafft: um immer und überall ein Rad dabeizuhaben. Denn wer mich kennt, weiß – ich gehe nie ohne Rad aus dem Haus. Natürlich wird GSpot mich auch im Urlaub begleiten, und ich freue mich schon auf die ersten Runden in Bad Bevensen, unserem Zielort.

Und klar: Ich werde berichten. Also dranbleiben – der nächste Radbericht kommt bestimmt.

Kommentare

  1. Lustig, das Rad in der Tasche. !
    Ich besuche in Bad Bevensen häufig die Therme (sehr zu empfehlen) und vor ein paar Tagen war ich mit Sohn und Rad im Kurpark unterwegs. Liebe Grüße aus dem benachbarten Wendland und herzlich willkommen im Norden! Regine

    1. Vielen Dank für den Tipp!

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