Take a ride on the wild side

Erkenntnisse

Radwegweiser im Parrigwald in Horrem

Viele fragen mich, sobald sie erfahren, dass ich Ende des Jahres in Rente gehe, was ich dann vorhabe – ob ich etwa lange Radreisen unternehmen will und wohin die führen könnten.

Einige Antworten habe ich bereits aus meinen Urlauben der letzten Jahre erhalten. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus lauten:

Ich werde keine ausgedehnten Radreisen planen, bei denen ich Tag für Tag von A nach B pendle. Solche Touren habe ich bislang nur in wenigen Ausnahmefällen an langen Wochenenden ausprobiert – und das bleibt auch künftig so. Der Grund liegt nicht nur in privaten Umständen, sondern auch darin, dass ich dafür weder die nötige Infrastruktur noch das passende mentale Setting habe.

Stattdessen hat mir meine Zeit in Bad Griesbach

Nürnberg

und jetzt Bad Bevensen gezeigt, dass ich von einem festen Ausgangspunkt aus die Umgebung wunderbar per Rad erkunden kann. Fahrten von 50 bis 80 Kilometern am Tag, verteilt auf vier bis fünf Stunden, lassen sich problemlos mit einem Hotel als Basis verbinden. So muss ich kein Gepäck immer wieder einpacken, auspacken und schleppen – das wäre für mich ein echter Graus – und bleibe flexibel, was Tagesziele und Strecken angeht. Wenn ich nicht gerade in die Pedale trete, habe ich genug Zeit, die Umgebung zu genießen, ein Café zu besuchen oder einfach zu entspannen. Es gibt zahlreiche Orte, die sich dafür eignen; meine Frau und ich werden sicher gemeinsam die besten auswählen.

Vielleicht gibt es doch ein paar Ausnahmen. Kleinere Etappenfahrten stehen bereits im Gespräch, doch diese müssen erst konkretisiert werden – dafür bleibt noch genügend Zeit.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Ich fahre gern allein. Natürlich macht das Radfahren in der Gruppe oder zu zweit – etwa mit meinem Sohn rund um Bad Griesbach und Nürnberg – ebenfalls viel Spaß. Doch das Alleinsein auf dem Rad hat seinen eigenen Reiz. Ich kann jederzeit abbremsen, wenn mir etwas Interessantes ins Auge fällt, oder geradeaus beschleunigen, wenn ich das Gefühl habe, es eilt. Selten höre ich dabei so aufmerksam auf mich selbst wie beim einsamen Fahren. Dieses bewusste Hören auf die eigenen Bedürfnisse gefällt mir sehr gut und schließt andere Formen des Radfahrens keineswegs aus. Bei neuen Entdeckungen und zur Erholung wird das Solo‑Radfahren jedenfalls einen festen Platz behalten.

Damit habe ich ein Stück meines Inneren nach außen gekehrt. Persönliche Fragen, was ich im nächsten Jahr genau vorhabe, beantworte ich natürlich weiterhin gern – vielleicht bei einer Tasse Kaffee nach einer gemütlichen Runde durch die Landschaft.

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