
Man kann es nicht mehr leugnen, der Herbst schleicht sich langsam aber sicher an. Für viele, die den Morgen gerne etwas länger im Bett verbringen, mag es noch nicht so auffallen. Für uns Radfahrer aber, die oft schon früh auf dem Sattel sitzen, ist es eines der deutlichsten Zeichen: Wenn der Wecker kurz vor sechs klingelt, ist es draußen noch ziemlich dunkel.
Meine Uhr verrät mir, dass es sich um die „nautische Dämmerung“ handelt – eine ganz besondere Zeit kurz vor Sonnenaufgang, in der der Horizont zwar schon zu erkennen ist, die Sterne aber noch leuchten. Auch wenn der Tag rein rechnerisch noch länger ist als die Nacht, fühlt es sich schon anders an. Auf die astronomischen Feinheiten komme ich in ein paar Tagen, zur Tagundnachtgleiche am 22. September und damit dem offiziellen Herbstanfang, bestimmt noch einmal zu sprechen.
Aber es ist nicht nur das schwindende Licht. Man spürt es auch auf der Haut: Es wird kühler. Meine Wetter-App verspricht für heute zwar einen eher sonnigen Tag, doch die 20-Grad-Marke wird wohl zur seltenen Ausnahme. Es ist also an der Zeit, die langärmeligen Trikots und Jacken langsam wieder aus dem Schrank zu holen. Und das Wetter zeigt sich von seiner unbeständigen Seite. Gestern zum Beispiel geriet ich auf dem Heimweg in einen veritablen Herbststurm – nicht nur mit ein bisschen Regen, sondern mit Windböen, die einen daran erinnern, gut am Lenker festzuhalten. Herbstlich, eben.
Klar, einen kühlen Morgen oder einen Regenschauer gab es auch im Sommer. Aber jetzt ist es anders. Es ist diese ganz besondere Mischung aus allem: die kühle, klare Luft am Morgen, die plötzlichen Wetterwechsel und das sanfte Licht am Nachmittag. Es ist ein Gefühl im Bauch, das unmissverständlich sagt: Der Sommer hat seine Koffer gepackt. Für uns auf dem Rad bedeutet das, sich ein wenig umzustellen. Die Regenjacke wird wieder zum ständigen Begleiter, und man wirft morgens einen noch genaueren Blick auf die Wetter-App, um die besten Zeitfenster für eine trockene Fahrt zu erwischen.
Doch bei aller Wehmut über den Abschied des Sommers – auch der Herbst auf dem Rad ist einfach wunderschön und hat seine ganz eigene Magie. Wer jetzt zweifelt, den lade ich ein, in ein paar älteren Beiträgen zu stöbern, die genau das einfangen:
Also dann: Gute Fahrt euch allen und, unter allen Umständen: Passt auf euch auf da draußen
Citations:
[1] https://warumichradfahre.blog/2021/10/08/fruehherbst/
[2] https://warumichradfahre.blog/2024/10/19/herbst-auf-dem-rad/

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