
Die Veedelstour-Mission: Immer dem Neuen auf der Spur
Mittwoch ist Veedelstour-Tag, und wie die Uhr geschlagen hat, also pünktlich um sechs am Abend, sind wir mit unseren sechs Mitfahrer*innen gestartet. Ihr wisst ja: Ich habe mir natürlich, wie immer, eine kleine Überraschung ausgedacht – und die wurde, wie immer, vorher streng geheim gehalten. 😉
Es ging westlich aus Horrem heraus, durch Sindorf immer Richtung Westen, bis wir Elsdorf-Heppendorf erreichten. An der ersten größeren Kreuzung dort bogen wir südwestlich ab. Aber statt wie sonst auf der K16 rechts in den Norden zu schwenken? Nö! Wir zogen geradeaus ins Feld, mitten hinein in Flurstücke mit den klangvollen Namen „Auf der neuen Heide“ oder „Pitschenrat“ – so hübsch kann Komoot sein!

Kurz auf den Radweg entlang der B477, und schon die nächste Gelegenheit genutzt: Wieder rechts ins Feld, zurück nach Heppendorf. Jetzt durch die „Kellersheide“ oder „auf den achtzehn Morgen“.

In Heppendorf dann links und etwas später, wo es rechts zur Burg Stammeln geht, wieder links. Nochmal durchs Feld, am Hubertushof vorbei, Richtung Elisenhof. Dort passierten wir den Hof und stoppten.
Das Rätsel der Dauerschleife und der Gigant aus Redmond
Meine Begleiter*innen dachten sich wahrscheinlich schon: „Was soll das, immer dieses eine, wirklich große Feld hin und her durchqueren?“ Ich löste das Rätsel auf. Denn genau hier, so hatte ich einen Presseartikel im Stadtanzeiger vom 15.09. interpretiert, will Microsoft seinen dritten Hyperscaler bauen!
„Was ist ein Hyperscaler?“ war die prompte und berechtigte Frage.
Stellt euch einen Hyperscaler als eine Art technisches Muskelpaket vor, ein riesiges Rechenzentrum mit gigantischer Leistung und Speicherkapazität. Es dient als Fundament für Cloud Computing, also dafür, dass ihr all eure Daten, Apps und Dienste online nutzen könnt – von der Mail bis zum Streaming. Um das zu stemmen, sind unzählige Server, Speichereinheiten und Netzwerkkomponenten verbaut.
So eine Anlage benötigt Mengen an Energie und Wasser. Ein einzelnes, großes Rechenzentrum kann zehn bis zwanzig Megawatt Strom verbrauchen, was dem Bedarf einer Kleinstadt entspricht. Der Wasserverbrauch zur Kühlung kann im Jahr schnell die hunderttausende Kubikmeter erreichen, je nach Kühltechnik. Kurzum: Ein technisches Monster, das hier auf die „neue Heide“ soll.
Der „Frank Rock See“ und ein globales Unternehmen in der Region
So ein Ding soll nun auf diesem Feld entstehen! Ich konnte mir einen Scherz nicht verkneifen: Ich witzelte, dass sie eine Rolltreppe zum nahegelegenen, künftigen „Frank Rock See“ (eine kleine, augenzwinkernde Anspielung auf den Tagebau Hambach und den Landrat des Rhein-Erft-Kreises) bauen, damit die Mitarbeitenden schnell mal zum Baden abhauen können. 😉
Das sorgte für echtes Erstaunen! Reicht die Fläche (sie ist riesig!)? Wie wird das Ding mit Wasser und Strom versorgt?

Und wer macht den dicken Reibach? Fragen über Fragen, die ich nicht beantworten konnte – aber genau darum ging es: Interesse und Neugier wecken, die Landschaft, die wir durchradeln, mit neuen Augen sehen.
Dieser dritte Hyperscaler soll in unserer Gegend entstehen, die beiden anderen sind wohl in Bedburg und Bergheim geplant – alle gebaut von Microsoft.
Microsoft, 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet, ist heute einer der globalen Giganten, der unsere digitale Welt von Betriebssystemen wie Windows über Office-Anwendungen bis hin zur Xbox-Spielekonsole prägt. Die Bedeutung des Unternehmens für die moderne Technologie ist kaum zu überschätzen.
Das verstärkte Engagement im Rheinland ist kein Zufall. Die Region bietet eine zentrale Lage in Europa, eine gute digitale Infrastruktur und die Nähe zu potenziellen Geschäftskund*innen. Hier will Microsoft die digitale Transformation in Deutschland vorantreiben und Unternehmen dabei unterstützen, die Cloud-Technologie zu nutzen. Der Bau mehrerer Hyperscaler in relativ enger Nachbarschaft unterstreicht diese Strategie und macht die Region zu einem wichtigen Hub für Microsofts Cloud-Dienste (Azure) in Europa.
Ausblick und das Ende der sommerlichen Veedelstouren
Nach diesem kleinen pädagogischen Exkurs (der übrigens fast immer dabei ist und nicht nur von mir alleine bestritten wird!), ging es nach einem kurzen Abschied noch einmal durch Heppendorf, durchs Feld, Richtung Ahe und dann zurück nach Hause.
Am Ende standen etwas über 20 entspannte Kilometer auf dem Tacho, wie Ihr hier in der Komoot Tour sehen könnt.
Es dämmerte schon merklich und war die ganze Zeit recht kühl. Das signalisiert: Die Veedelstour-Saison neigt sich dem Ende zu. Ich muss mir langsam Gedanken machen, wie wir den Abschluss in zwei Wochen gestalten. Wahrscheinlich eher nicht mehr draußen, aber da hole ich mir noch die Ideen meiner Begleiter*innen ein.
Warst du auch schon mal auf einer Tour, die dich zu einem unerwarteten Hingucker in deiner Umgebung geführt hat? Erzähl davon! Liken, Kommentieren oder Rebloggen ist ausdrücklich erwünscht – vielleicht hast du ja sogar eine Idee für unseren Saisonausklang!

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