
hr kennt das: die tägliche Pendelstrecke, die man Hunderte Male abspult, ohne dass etwas wirklich Bemerkenswertes passiert. Letzten Montagabend, es war wieder so weit, auf der Aachener Straße in Köln – eine Routinefahrt, wie Dutzende Male zuvor.
Doch auf einmal veränderte sich die Szene komplett. Die Blechkisten neben mir wurden merklich langsamer und etwas Ungewöhnliches auf der Fahrbahn erregte auch meine Aufmerksamkeit: Ein kleiner Hund wetzte mitten auf der Straße, auf der mittleren von drei Spuren, in Richtung stadtauswärts. Ganz alleine. Von Herrchen, Frauchen oder Divers-chen: keine Spur.
Der kleine Vierbeiner lief schnell, wirkte aber nicht gehetzt. Und tatsächlich: Die Autofahrenden traten auf die Bremse und fuhren sehr langsam hinter ihm her. Ich schwöre euch, sie behandelten das Hündchen um ein Vielfaches vorsichtiger als jeden von uns Radfahrenden! Man beachte den Unterschied! 😉
Das sind die skurrilen Situationen, die einem nur im Großstadtdschungel begegnen. Oft sind es neue Graffitis, improvisierte Baustellen, zurückgelassene Gegenstände am Wegesrand. Manchmal auch verliebte Pärchen, die den Radweg als perfekte Kuscheldecke auserkoren haben, oder die obligatorischen FC-Fans mit den begleitenden Polizeihundertschaften.
Aber ein lebendes Tier, das sich über ein paar Hundert Meter so unbeeindruckt im Verkehr bewegt, das war eine Premiere!

Irgendwann fragte ich mich schon, wie das weitergehen sollte. Der Hund zog zwar ab und zu eine sanfte Kurve, machte aber keine Anstalten, seinen Geradeauslauf zu beenden.
Obwohl das übliche Hupkonzert der Blechlawine ausblieb und ich auch nicht „Hündchen, komm!“ rief, besann er sich dann doch und bog nach rechts in ein Wohngebiet ab. Er hatte zwar ROT, und obwohl ich GRÜN hatte, ließ ich ihn anstandslos passieren.

Wie sagt der Kölner so schön? „Et hätt noch emmer joot jejange.“
Keine Ahnung, wie der kleine Abenteurer auf die Straße gekommen war, wem er davongelaufen ist oder wer ihn ausgesetzt hatte. Vielleicht trollt er sich ja mittlerweile wieder im eigenen Garten. Oder er gönnt sich demnächst einen kleinen Auslauf auf der nahegelegenen Autobahn. Ich wünsche ihm auf jeden Fall alles Gute und ein langes Leben.
Es ist genau diese Unvorhersehbarkeit, dieses tägliche Mini-Abenteuer, das unsere Routen so spannend macht und uns immer wieder daran erinnert, warum wir radfahren!
Was war eure verrückteste Begegnung im Sattel? Erzählt es mir in den Kommentaren, teilt diesen Beitrag und lasst uns gemeinsam das nächste Abenteuer suchen!

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