Radfahren zwischen Gestern & Morgen: Die neue Erft-Aue

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Blick von einem Radweg auf das neu gestaltete, mit Erde verfüllte Flussbett der Erft. Hinter der dunklen Erdmassen ragen kahle Bäume in den klaren blauen Himmel. Die Aufnahme aus der Fahrerperspektive zeigt den Kontrast zwischen dem grauen Asphalt und den großflächigen Erdarbeiten zur Flussumlegung.

Wandel an der Erft: Wenn Brücken verschwinden und Flüsse wandern

Heiligabend 2025 – während andere den Baum schmücken, saß ich noch mal im Sattel. Bei Kaiserwetter gab es eine letzte Erft-Sichtung für dieses Jahr. Die wichtigste Entdeckung, die neue Erft-Trasse bei Blessem, habe ich euch ja neulich schon im Blog präsentiert. Damit ihr den Weg direkt findet, habe ich jetzt auch ein passendes Komoot Highlight für euch erstellt. Aber das war längst nicht alles! 🚴‍♂️✨

Wo ist die Brücke hin?

Kurz hinter dem Wasserkreuz von Erft und Kleiner Erft war plötzlich Schluss. Die Brücke, die den Erftradweg in den Kerpener Bruch führt, ist weg! Aktuell klafft dort eine Lücke.

Radweg-Sperrung bei Sonnenuntergang an einem Flusslauf mit Baustellengittern, Bagger und Durchgangsverbot-Schildern für Fußgänger und Radfahrer. Im Vordergrund ist ein Teil eines Liegerads oder Velomobils zu sehen, das auf die Barriere zufährt.

Wer die Strecke kennt, weiß: Die Brücke war schon lange ein Nadelöhr und nur einspurig passierbar. Ob und wann ein Neubau kommt, steht noch in den Sternen. Da die Wege westlich der Erft ohnehin eher etwas für Trockenperioden und Abenteurer sind, ist die Verbindung vor allem für den lokalen Freizeitverkehr wichtig. Wer neugierig auf die Baustelle ist: Hier geht’s zum Komoot Highlight der Brückenbaustelle. Schon mal vor einer verschwundenen Brücke gestanden? 🤔

Ein Flussbett wird Landfläche

Der eigentliche Grund für meinen Sprint an die Erft war aber die Neugier auf die Renaturierung. Es ist kaum zu glauben: Das alte, schnurgerade Erftbett wird tatsächlich mit Erde verfüllt! Wo früher das Wasser kanalartig und fast „seelenlos“ dahinfloss, entsteht jetzt eine geschlossene braune Fläche direkt am Radweg.

Blick von einem Radweg auf das neu gestaltete, mit Erde verfüllte Flussbett der Erft. Hinter der dunklen Erdmassen ragen kahle Bäume in den klaren blauen Himmel. Die Aufnahme aus der Fahrerperspektive zeigt den Kontrast zwischen dem grauen Asphalt und den großflächigen Erdarbeiten zur Flussumlegung.

Dieses Mammutprojekt ist Teil des Erftumbaus 2030, bei dem der Fluss mehr Raum und eine natürliche Dynamik zurückerhält. Dass die alte Trasse nun komplett verschwindet, ist ein krasser Anblick für jeden, der hier jahrelang entlanggeradelt ist. Laut aktuellen Infos des Erftverbandes wird das Projekt die Klimaresilienz der Region stärken – ein wichtiges Thema, wie man auch in Studien zum Hochwasserschutz an der Erft nachlesen kann. Die Erft fließt jetzt weiter südlich bereits in ihrem neuen, kurvigen Bett. Schaut euch das „Erdreich-Update“ hier in meinem Highlight an.

Heimat im Wandel

Drei Entdeckungen, eine Tour. Falls ihr die Runde nachfahren wollt, findet ihr hier die komplette Aufzeichnung und meine gesamte Dezember-Kollektion.

Die Erft zeigt uns gerade massiv, wie sich unsere Heimat wandelt. Politische und ökologische Entscheidungen verändern das Gesicht der Landschaft – und ich bleibe für euch dran und berichte weiter aus der Fahrradperspektive. Wer von euch hat die neuen Abschnitte schon getestet? Schreibt es mir in die Kommentare! 👇

9 Kommentare zu „Radfahren zwischen Gestern & Morgen: Die neue Erft-Aue“

  1. Avatar von Gisela Benseler

    Da kommt ja einiges in Bewegung. Ich bin gespannt, wie es auch entwickelt, kann aber selbst alles nur aus der Ferne begleiten…

  2. Avatar von Gisela Benseler

    bin gespannt, wie es sich entwickelt…

    1. Avatar von warumichradfahre

      Na, ich auch!

  3. Avatar von ruhlerhof

    So ist mir das mit der THW-Brücke über die Örtze in Hermannsburg gegangen.

    Bin mal gespannt was dort jetzt hinkommt.

    1. Avatar von warumichradfahre

      Ich bin sicher, dass hier über die Erft noch mal eine Brücke kommt. Das ist eine wichtige Verbindung für alle Spaziergänger und Radfahrer.

  4. Avatar von ruhlerhof

    In der Gemeinde in der ich wohne ist das der Gemeinde teilweise egal.

    Die haben Mitte der 2010-er Jahre eine beliebte Brücke am Ortsrand erstzlos entfernt obwohl diese bei der örtlichen Bevölkerung sehr beliebt war und der dazugehörige Rundweg viel genutzt wurde. Die Kosten für eine Brücke war ihnen zu hoch.

    1. Avatar von warumichradfahre

      Oh oh, ich hoffe das läuft hier nicht so.

  5. Avatar von Bibo59

    Ich habe schon mal vor einer verschwundenen Brücke gestanden, war aber selbst Schuld. Rheinradweg linksrheinisch rheinabwärts, och die kenne ich ja, da brauche ich das Navi nicht. Komoot nur aufzeichnen lassen. Und dann war die Brücke über die Ahrmündung weg. Und anstatt dann einfach nach links abzubiegen und in Sinzig nach einem Zimmer zu fragen, bin ich zurück nach Bad Breisig, Auf der anderen Rheinseite wieder zurück bis Linz und von da mit der Fähre nach Kiripp. https://www.komoot.com/de-de/tour/830340765
    An der Erft habe ich auch schon im Rahmen der Renaturierung vor einer nicht vorhandenen Brücke gestanden, das ließ sich aber leicht umfahren.

    1. Avatar von warumichradfahre

      Nicht vorhandene Brücke an der Erft? Wo war das?

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