Messe-Flucht, Schandtat und RS1-Glück: Mein Tag in Essen

Messe Essen, aber diesmal ohne Krawatte und Funktionärs-Pflichten. Statt staubiger Fachtagungen gab es echte Kilometer und ein gefaltetes „Wunder“ an meiner Seite. Warum ich heute fast als Rollator-Fahrer durchging? Lies selbst! 🚲
Diesmal war alles anders. Keine Standbesetzung für den ADFC, kein Pflichtprogramm. Nur ich, meine Presseakkreditierung und WARUMICHRADFAHRE.BLOG. Die AGFS-Fachtagung habe ich glatt geschwänzt. Planungen über Pläne, wie man Pläne macht? Nein danke. Ich will gute Radwege im Hier und Jetzt, nicht in der Powerpoint-Präsentation von 2040.
Von Luxus-Camping zu Komoot-Diskussionen
Zuerst bin ich entspannt über die parallel stattfindende Campingmesse geschlendert. Wahnsinn, was man da an Geld lassen kann! Für den Preis mancher Mobile könnte ich den Rest meines Lebens in Luxushotels einquartieren. Aber ein paar Inspirationen für Radtouren in Ostfriesland habe ich doch mitgenommen. Notizen sind gemacht!

Später landete ich in der Fahrradhalle am ADAC-Stand bei meinem Bekannten Thomas Froitzheim. Dort sprach gerade ein Verantwortlicher von Komoot. Da ich mich an der öffentlichen Diskussion um die Plattform schon beteiligt habe, schnappte ich mir den guten Timmy direkt nach seinem Vortrag. Wir sind im Austausch, mein Artikel liegt ihm vor – ich bin gespannt, was sich daraus entwickelt. Ach ja, die erste Messebeute gab es auch: Ein paar Shimano-Schuhe für schmale zehn Euro. Schnapper!

Die „Schandtat“ und der RS1-Check
Nach einer kleinen „Schandtat“, über die ich hier (noch) schweigen muss, zog es mich raus. Was passt besser zu Essen als der Radschnellweg 1 (RS1)? Die Idee hinter diesem „Rad-Highway“ ist gigantisch: Eine kreuzungsfreie Verbindung quer durch das Ruhrgebiet, von Duisburg bis Hamm. Über 100 Kilometer Gesamtlänge sind geplant, oft auf alten Bahntrassen.
Ich fuhr über den Grugabahn-Radweg Richtung Mülheim und war baff: Der RS1 ist Richtung Westen gewachsen! Er endet nicht mehr dort, wo ich es kannte, sondern führt zwei Kilometer weiter über die Ruhr hinweg durch spannendes Industriegelände.

Vorbei an Boulderhallen und Eventlocations bis hin zu Schloss Broich

und einem alten Wasserturm. (Ihr wisst ja: Ich sammle Wassertürme! 📸)

Schon mal dort langgerollt?
Auch Richtung Essener City hat sich was getan. Die nervige Ampel-Unterbrechung an der Hauptstraße ist weg, man kann jetzt unterbrechungsfrei durchrollen. Alles ist asphaltiert, kein Gehoppel mehr auf wassergebundenen Decken. So muss das!
Sauerbraten-Liebe und das Brompton-Wunder
Gegen 19:00 Uhr knurrte der Magen. Im Einkaufszentrum gab es einen der besten Sauerbraten meines Lebens. Mein treuer Begleiter: Das neue Brompton G-Line. In der Messe blieb es an der Garderobe, im Einkaufszentrum habe ich es einfach gefaltet am Sattel geschoben.
Die Leute guckten zwar, aber keiner sagte was. Meine Standardantwort für Notfälle lag bereit: „Das ist mein Rollator!“ Tatsächlich ist es nicht größer als ein Koffer und durfte sogar mit an den Tisch im Restaurant. Das G-Line ist einfach perfekt – robust genug für die Schotterwege der Gruga, aber schnell genug für den RS1.

Den Abschluss bildete der obligatorische Anstieg zum Hotel auf dem Baldeney Berg. Ein bisschen Schwitzen gehört in Essen dazu. Zur Belohnung gab es ein Bierchen mit Aussicht. Wer hier oben ist, sollte übrigens das Wirtshaus „Heimliche Liebe“ besuchen., dass sich Gästezimmer anbietet. Der Name rührt daher, dass sich hier früher die Paare trafen, die im Tal nicht gesehen werden durften.

Heute ist es vor allem wegen der Panoramaterrasse über dem Baldeneysee ein Muss für Radler:innen und Ausflügler:innen.
Welches Rad begleitet dich am liebsten auf Städtereisen? Schreib es mir in die Kommentare!

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