
Sporen im Asphalt-Dschungel
Vom Sattel gestiegen,
den Gang rausgenommen.
Im Schatten der Brücke
sind Geister gekommen.
Gelbe Bäuche, Augen weit,
Tanzen gegen die Einsamkeit.
Drei Köpfe im Wind, aus Lack und aus Sprüh,
sie flüstern mir zu: „Komm, radle, sei früh!“
Kein Wald weit und breit, nur graue Wand,
doch hier blüht der Pilz aus der Sprüherhand.
Ein kurzer Halt, ein tiefer Blick,
ich lass den grauen Alltag ein Stück zurück.
Der Pilz-Halt am Wegesrand
Wer mit dem Rad unterwegs ist, sieht die Welt nicht durch eine Windschutzscheibe, sondern atmet sie ein. Dieser Stopp unter der Betonbrücke war kein Zufall, sondern eine Einladung. Das Graffiti präsentiert uns eine bunte Crew aus charakterstarken Pilz-Figuren, die wie moderne Waldgeister den urbanen Raum zurückerobern.
Die beiden linken Figuren im „Rubber Hose“-Stil der 30er Jahre wirken fast so, als würden sie den Radfahrer mit einem Augenzwinkern begrüßen. Sie symbolisieren die Leichtigkeit, die wir beim Treten in die Pedale suchen. Dass jemand ein „1. FC Köln?“ darüber getaggt hat, erdet das Kunstwerk im Lokalen – ein Dialog zwischen dem Künstler, dem Fan-Dasein und der Stadt. Rechts daneben sehen wir eine eher psychedelische, abstrakte Pilz-Form, die den Übergang von der Realität in die kreative Freiheit darstellt. Für uns Radfahrer ist das der Moment, in dem der Kopf frei wird und die Gedanken anfangen zu wandern. Ein wunderbares Beispiel dafür, dass Inspiration oft dort wartet, wo der raue Asphalt auf sprühende Kreativität trifft.

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