
Die Kunst des Umsteigens: Wie das Deutschlandticket und mein Faltrad die Reisezeit versüßen
Stell dir vor, die Bahn hat Verspätung und du freust dich darüber. Klingt verrückt? Mit der richtigen Planung und einem Faltrad im Gepäck wird jeder Umstieg zum Mini-Abenteuer! 🚲✨
Slow Travel mit dem Deutschlandticket
In meinen Beiträgen vom Wochenende habe ich euch bereits von meiner Reise nach Freiburg und zurück berichtet. 480 Kilometer klingen erst einmal viel, besonders wenn man konsequent auf den Nahverkehr setzt. Das Deutschlandticketist dafür natürlich das Ticket der Wahl – für eine monatliche Flatrate hast du Zugriff auf alle Regionalexpress-Züge, Regionalbahnen, S-Bahnen und Busse.

Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zum Fernverkehr (ICE/IC): Es gibt keine Zugbindung, aber bei Verspätungen am Zielort greifen die Fahrgastrechte im Nahverkehr erst deutlich später. Zudem zerfällt so eine lange Reise schnell in vier oder sogar sechs Einzelstrecken. Wer hier mit den Standard-Umstiegszeiten der Bahn plant, landet oft im Stress-Modus.
Entspannt planen mit der DB-App
Seit meinen ersten Erfahrungen zu 9-Euro-Ticket-Zeiten habe ich meine Strategie geändert. In der DB Navigator Applässt sich unter den Optionen die Umstiegszeit individuell anpassen. Ich stelle dort grundsätzlich mindestens 20 Minutenein. Das hat zwei Vorteile: Anschlusszüge erreiche ich trotz kleinerer Unpünktlichkeiten fast immer sicher, und ich muss nicht hektisch nach Ersatzzügen suchen. 📱
Schon mal probiert, die App so zu „tunen“? Es nimmt sofort den Druck aus der Reisekette.
Umstiegszeiten sinnvoll nutzen, wie geht das?
Die Umstiegszeiten sind aber häufig länger als die 20 Minuten und ich kann in den Städten dann die Zeit nutzen, noch schnell ein paar Kilometer Rad zu fahren und Entdeckungen zu machen. Die „Rüstzeiten“ sind mit meinem Brompton praktisch gleich null: entfalten, Tasche vorne drauf und los. Und Pläne mache ich auch nicht. Die Bahnhöfe sind ja meist ziemlich zentral gelegen und mit ein paar Tritten ist man in der Innenstadt oder an markanten Punkten. Klar, der Rückweg muss gesichert sein, die einfachste Variante ist, einfach den gleichen Weg zurück zu fahren. Aber mit ein wenig Orientierungssinn oder im schlimmsten Fall etwas Komoot Unterstützung klappt auch das prima. Ich habe jedenfalls noch keinen Anschlusszug wegen meiner Fahrten verpasst. Und so sah das auf meiner Reise aus:
Brücken-Hopping in Köln

In Köln hatte ich das Glück, einen Zug früher von Horrem aus zu erwischen, was mir satte 50 Minuten Umstiegszeit bescherte. Genug Zeit für eine kleine Brücken-Runde! Ich bin direkt zur Deutzer Brücke gefahren, habe den Panoramablick auf den Dom genossen und bin über die Hohenzollernbrücke – vorbei an den tausenden Liebesschlössern – zurück zum Hauptbahnhof geradelt. Ein perfekter Start in den Tag.
Ein kurzer Gruß vom Mainzer Rheinufer

In Mainz war das Zeitfenster mit etwas über dreißig Minuten deutlich knapper bemessen. Aber auch das reicht völlig aus, wenn man mobil ist! Ein schneller Trip zum Rhein, einmal tief die Flussluft einatmen und dann auf einem Schlenker über die Altstadt wieder zurück. Es ist erstaunlich, wie viel frische Energie so ein kleiner Zwanzig-Minuten-Ritt freisetzen kann, bevor es wieder in den nächsten Waggon geht.
Feuerwehr-Spektakel und Schlösser in Karlsruhe

Auf der Hinfahrt klappte es in Karlsruhe nicht mit einer Fahrt in die Stadt, aber auf der Rückfahrt hatte ich fast eine Stunde Aufenthalt. Schon vom Bahnhof aus sah ich den Schlossturm blitzen und wusste: Da muss ich hin! Am Schloss angekommen, traute ich meinen Augen kaum: Bestimmt 100 alte Feuerwehrfahrzeuge aus dem ganzen Land waren dort versammelt, um das 100-jährige Jubiläum der Karlsruher Berufsfeuerwehr zu feiern. Irre! Ich hätte den ganzen Tag dort bleiben können. Auf dem Rückweg entdeckte ich zudem einen neuen Wasserturm und das Schloss Gottesaue – ein echtes Kleinod, das ich bisher noch gar nicht auf dem Schirm hatte.
Rad-Infrastruktur in Offenburg genießen

Auch in Offenburg war die Umstiegszeit nicht riesig, aber ein Abstecher ins Stadtzentrum musste sein. Was mir hier (wie in fast allen Städten in Baden-Württemberg) positiv auffällt, ist die wirklich gute Radinfrastruktur. Es rollt sich einfach flüssig und sicher durch die Stadt. Wer braucht da schon ein Taxi oder den Bus, wenn man sein eigenes Gefährt unter dem A(rm) hat?
Mein treuer Begleiter: #GSpot

Das alles funktioniert so reibungslos nur dank meines Faltrads. Mein Brompton G Line, von mir liebevoll #GSpot genannt, ist hier der wahre Star. Es bewältigt Aufzüge, Rolltreppen und engste Zugabteile mit Leichtigkeit. Es ist meine persönliche Garantie für das letzte Quentchen Entspannung. Eine ausführliche Liebeserklärung an dieses Rad folgt bald in einem eigenen Beitrag!
Am Ende geht es nicht um „Kilometer-Ballern“, sondern um das Entdecken. Neun Stunden Reisezeit klingen lang, aber wenn sie mit interessanten Zugfahrten und kleinen Rad-Exkursionen gefüllt sind, gibt es für mich keine bessere Art zu reisen.
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