Erft-Radweg 2026: Überraschungen, Baustellen und ein neuer Blick auf die renaturierte Erft

Gestern wollte ich nur eine kleine Runde drehen – und landete in einem Abenteuer. Der Erft-Radweg zwischen Türnich und Kerpen hatte mal wieder eine Überraschung parat: eine gesperrte Brücke, die mich zwang, meine Route spontan umzudenken. Am Ende wurde daraus eine Entdeckungstour mit neuem Blick auf die renaturierte Erft und ihre wildromantischen Ecken. 🚴♂️
Warum die Erft queren? Eine topografische Einordnung
Die Erft schlängelt sich von Süd nach Nord durch eine der abwechslungsreichsten Landschaften Nordrhein-Westfalens. Östlich des Flusses erhebt sich der Höhenzug der Ville – ein sanftes Hügelland, das mit seinen Mischwäldern und alten Bacheinschnitten perfekt für gemütliche Touren ist. Westlich dagegen breitet sich die Jülicher Börde aus: eine weite, flache Ebene, die einst vom Tagebau geprägt war und heute durch Renaturierungsprojekte wie die neue Erftaue oder den Sophienhöhe-Park in Bergheim neue Attraktivität gewinnt.
Hier, zwischen Erftstadt und Kerpen, liegt ein Hotspot für Radfahrer:innen. Im Osten reihen sich fast lückenlos die Ortsteile von Weilerswist, Erftstadt (z. B. Liblar, Lechenich) und Kerpen (Türnich, Horrem, Sindorf) aneinander – ideal für alle, die lieber auf Asphalt unterwegs sind. Doch das eigentliche Highlight liegt im Westen: Feldwege soweit das Auge reicht, gesäumt von Schlössern wie Schloss Lörsfeld oder Nörvenich, der historischen Gymnicher Mühle (einem beliebten Ausflugsziel mit Café und Museum) und sogar dem Fliegerhorst Nörvenich (für Militär- und Flugzeugfans ein Muss!).
Die gesperrte Brücke: Ein Plan B mit Überraschungseffekt
Mein ursprüngliche Ziel war klar: Am Schloss Türnich aus wollte ich die Erft nach Westen überqueren, an der Gymnicher Mühle vorbeifahren und dann Richtung Vinger Weg weiter. Doch die Brücke bei Türnich war ohne Vorwarnung gesperrt – kein Schild, keine Ankündigung, nichts. Typisch Baustelle 2026, dachte ich mir und seufzte. 😅



Denn eigentlich sind die Brücken flussabwärts bis Erftstadt seit Monaten wegen der Renaturierung der Erft gesperrt. Das Projekt, das die Erft wieder in einen naturnahen Zustand versetzen soll, ist ein Leuchtturmprojekt für den Artenschutz in der Region. Infos dazu gibt’s beim Erftverband. Doch wo bleibt da die Alternative?
Ich beschloss, es an der nächsten Brücke zu versuchen: der Balkhausener Straße. Und siehe da – sie war wieder offen!

Also querte ich das alte Flussbett der Erft dort.



Doch der weitere Verlauf war alles andere als ideal: Der Radweg trug noch deutliche Spuren des Baustellenverkehrs.

Besonders kritisch wurde es, als ich nach Norden in Richtung Gymnicher Mühle abbog. Der Weg war:
- Unbefestigt und voller Schlaglöcher
- Mit losem Untergrund, der bei Nässe richtig matschig wird
- An einigen Stellen stand noch Wasser – perfekt für eine spontane Radwäsche. 💦
Der absolute Höhepunkt? Die neue Brücke über die renaturierte Erft.

Hier musste ich fast schieben – aber der Ausblick entschädigte für alles. Die renaturierte Erft ist einfach ein Naturerlebnis der besonderen Art. Ein Tipp: Halt hier unbedingt an und genieß die Stille!

Das Happy End: Offene Absperrungen und neue Routen-Ideen
Am Ende der Strecke war dann auch die Absperrung an der Gymnicher Mühle offen.

Ich konnte meine Tour fortsetzen – und hatte nicht nur eine spannende Geschichte zu erzählen, sondern auch eine neue Route entdeckt. Übrigens: Die Gymnicher Mühle selbst ist immer einen Besuch wert. Das Mühlenmuseum zeigt die Geschichte der Region, und das Café lädt mit Kuchen und regionalen Spezialitäten zum Verweilen ein.
Und ich war nicht allein mit meiner Überraschung: Auch andere Radfahrer:innen standen ratlos vor der gesperrten Brücke bei Türnich. Einer schrieb mich sogar an und fragte, ob ich wüsste, was los sei. Mein Rat: Immer einen Plan B haben!
Zur besseren Orientierung hier noch mal ein Karte, auf denen ihr die beschriebenen Stellen lokalisieren könnt.
Fazit: Baustellen hin oder her – die Erft lohnt sich immer
Ja, die Sperrungen sind nervig. Aber sie haben auch ihr Gutes: Sie zwingen uns, neue Wege zu entdecken. Und die renaturierte Erft ist ein perfektes Beispiel dafür, wie aus einer industriell geprägten Landschaft wieder ein Naturparadies werden kann. Also: Nicht meckern, sondern losradeln und staunen!
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