
Radtour Kerpen 2026: Entdeckungen zwischen Schloss Lörsfeld und Manheim-neu
Unverhofft kommt oft – so auch meine Radtour am Sonntag durch das sommerliche Kerpen. Eigentlich war mein Tag verplant, doch die Freiheit auf zwei Rädern rief mich früher als gedacht in den Sattel. 🚴♂️
Abenteuer Erfttalstraße: Mutprobe auf dem Rad
Mein Startpunkt war Sindorf, von wo aus ich ohne festen Plan einfach losfuhr. Ich entschied mich für die Erfttalstraße Richtung Kerpen, eine Strecke, die Radfahrer:innen einiges an Nerven abverlangt. Die Überquerung der Autobahnbrücke ist aktuell eine echte Zumutung und laut ADFC Kerpen völlig zurecht in der Kritik.
Es ist die einzige direkte Verbindung zwischen den größten Ortsteilen, doch der Radverkehr wird hier stiefmütterlich behandelt. Wer von euch meidet diese Brücke auch, wann immer es geht? Die abenteuerliche Fahrt führte mich schließlich zum Park&Ride Parkplatz an der Autobahn, auf dem ein abgemeldeter verwaister Porsche auf seine neue Bestimmung wartet….. Vielleicht steckt der Schlüssel ja auch noch.

Barocker Glanz: Schloss Lörsfeld erleben
Vom Parkplatz aus führt ein verwunschener Weg durch ein kleines Wäldchen direkt zu Schloss Lörsfeld. Das Anwesen liegt westlich der Erft
und wurde in seiner heutigen Form im 15. Jahrhundert als spätgotische Burg errichtet. Über die Jahrhunderte wechselte es oft den Besitz, unter anderem gehörte es der Familie von Bellefroid, bevor es heute als exklusives Restaurant und Eventlocation glänzt.
Der Schlosshof ist glücklicherweise zugänglich und bietet mit seinem großen Brunnen ein wunderbares Gebäudeensemble (siehe Titelbild). Hier steht auch die Statue von Graf Berghe von Trips, dem berühmten Rennfahrer aus der Region. Während viele ihn hier verehren, betrachte ich den automobilen Kult und die Person selber eher mit einer gesunden Portion Skepsis. 😅
Trödelmarkt-Trubel und die Flucht nach Manheim
In der Innenstadt von Kerpen war am Sonntag richtig was los, denn der traditionelle Trödelmarkt zog die Massen an. Dieser Markt ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und lockt Schnäppchenjäger:innen aus dem ganzen Rhein-Erft-Kreis an. Da mir das Gewusel zu groß war, ergriff ich über den Nordring schnell die Flucht Richtung Manheim.
Dabei entdeckte ich neue Schleichwege, die mir die ungeliebte Humboldtstraße ersparten – ein echter Gewinn für jede Tour!

Habt ihr auch solche „Geheimwege“, die ihr erst nach Jahren entdeckt habt? In Manheim-neu angekommen, beeindruckte mich die moderne Infrastruktur und ein weiterer schöner Brunnen.

Manheim-neu: Leben nach dem Tagebau
Manheim hat eine bewegte Geschichte hinter sich, da der alte Ort dem Tagebau Hambach weichen musste. Die Umsiedlung begann bereits vor Jahren, und heute ist der Ortsteil fest in das Stadtgefüge von Kerpen integriert. Trotz der fehlenden historischen Substanz wirkt das Leben dort sehr lebendig und organisiert. 💡
Die Radwegeverbindung nach Kerpen ist vorbildlich breit und lädt zum zügigen Fahren ein. Direkt am Ortsrand entdeckte ich eine blühende Blumenwiese, die ich sofort als digitalen Muttertagsgruß verschickte.

Es sind diese kleinen Momente, die das Radfahren im Mai so besonders machen.
Das Finale: Über den Bahnradweg zurück
Nach Manheim bog ich auf die B477 ab und nutzte den seltenen Schutzstreifen außerorts Richtung Blatzheim.

Danach folgte die berüchtigte „Berg und Tal Fahrt“ nach Buir – Kenner unter euch wissen genau, welche „Serpentinen“ ich meine! Über die Olbertzer Brücke erreichte ich schließlich Bürgewald und den entspannten Bahnradweg.
Am Ende standen fast 40 Kilometer auf dem Tacho, mit denen ich morgens gar nicht gerechnet hatte.
Zur besseren Orientierung hier die Karte mit den markanen Punkten (die mit einem Bild sind vergrößerbar).
Das zeigt mal wieder: Die besten Touren sind oft die, die man nicht plant! Was war eure spontanste Entdeckung in dieser Woche? Schreibt es mir in die Kommentare!
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Ich bin gespannt auf eure Stories – bis zum nächsten Mal auf zwei Rädern! 🚴♂️

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