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Enkel-Express 2026: So genial zieht mein Brompton den Thule

Der Enkel-Express in Langenfeld: So funktioniert das Gespann im Alltag

Mir ist aufgefallen, dass ich schon unheimlich oft über den Enkel-Express in Langenfeld geschrieben habe. Genau beschrieben, wie dieses Gespann im Detail funktioniert, habe ich bisher aber noch nie. Dabei interessiert das euch offensichtlich brennend. Viele Radfahrer:innen können sich die Kombination aus Faltrad und Kinderanhänger nämlich nur schwer vorstellen.

Enkelexpress Langenfeld: Brompton und Thule Anhänger im Gespann

Unser Enkel-Express besteht aus meinem Brompton G Line Faltrad und einem Thule Doppel-Kinderanhänger. Der wichtigste Passagier soll in diesem Beitrag allerdings einmal keine Rolle spielen. Heute schauen wir uns stattdessen die nackte Technik an.


Die Kupplung: Das Herzstück am Faltrad mit cleverem Extra

Um den Anhänger sicher zu ziehen, braucht das Fahrrad das passende Gegenstück. Bei Thule ist das die sogenannte ezHitch-Kupplung.

Diese Kupplung ist eine robuste, kleine Metallplatte mit einer Kugelpfanne. Jetzt kommt die technische Besonderheit beim Brompton: Da die originale Achse zu kurz ist, um die Kupplung direkt mit der Achsmutter zu fixieren, nutze ich eine Achsverlängerung (den Thule Achsadapter). Dieser Adapter wird auf das bestehende Gewinde geschraubt und verlängert die Achse nach außen hin.

Thule Kupplung an einem Brompton G Line Hinterrad Nahaufnahme

Erst auf diese Verlängerung wird die Kupplungsplatte gesteckt und mit einer zusätzlichen Mutter bombenfest fixiert. Bei der G Line ist dort zum Glück genug Platz, sodass die Falteigenschaft des Rades trotz Kupplung und Adapter nicht beeinträchtigt wird.

Thule Kupplung an einem Brompton G Line Hinterrad

Die Deichselaufnahme am Anhänger: Flexibilität per Knopfdruck

Die Deichsel selbst ist am Thule extrem flexibel einsetzbar, da der Anhänger auch als Buggy oder Jogger genutzt werden kann. Befestigt wird die Deichsel in der sogenannten VersaWing-Buchse vorne links am Rahmen des Anhängers.

Thule Kinderanhänger Bügel für Kopplung ans Fahrrad

Das Einsetzen und Sichern im Detail:

  • Die Montage: Ich stecke das hintere, quadratische Ende der Aluminium-Deichsel gerade in die Buchse des VersaWing-Systems. Man schiebt sie hinein, bis ein deutlicher, federbelasteter Sicherungsknopf mit einem hörbaren „Klick“ einrastet.
  • Die primäre Sicherung: Nach dem Einklicken drücke ich einen integrierten Sicherheitskeil (den sogenannten Click n’Store-Schieber) nach unten. Dieser blockiert den Mechanismus und verhindert mechanisch, dass sich die Deichsel während der Fahrt von der Buchse lösen kann.
  • Die visuelle Kontrolle: Thule hat hier ein cleveres Sichtfenster eingebaut. Ein grüner Indikator zeigt auf einen Blick an, dass die Deichsel korrekt eingerastet und sicher verriegelt ist.

Am vorderen Ende dieser Deichsel sitzt dann das elastische Kupplungsstück aus zähem Kunststoff.

Thule Kinderanhänger, Kugelkopf für Aufnahme am Fahrrad

Dieses Material fängt Stöße ab und sorgt dafür, dass der Anhänger stabil stehen bleibt, falls das Fahrrad einmal umkippen sollte.


So läuft der Kopplungsprozess am Rad ab

Das eigentliche Ankuppeln des Enkel-Expresses ist danach in wenigen Sekunden erledigt. Zuerst schiebe ich das Kunststoffende der Deichsel passgenau in die Kugelpfanne der ezHitch-Kupplung am Hinterrad.

Thule an Brompton angekoppelt

Anschließend wird die Konstruktion zweifach gesichert:

  1. Der Sicherungsstift: Ein massiver Metallstift wird quer durch die Kupplung und das Deichselende gesteckt. Er verhindert, dass die Deichsel aus der Pfanne rutscht. Gesichert wird der Stift mit einem flexiblen Gummiband, das über das Ende gestülpt wird.
  2. Das Fangband: Ein robustes Nylonband ist fest an der Deichsel vernäht. Dieses Band schlinge ich zusätzlich um den Rahmen des Brompton und hänge es mit einem Karabiner wieder an der Deichsel ein.

Sicherheit geht vor: Selbst wenn der Stift theoretisch brechen sollte, hält dieses Fangband den Anhänger sicher am Rad.

Mit diesem System mutiert das Faltrad zum absolut alltagstauglichen Transporter für den Enkeldienst. Habt ihr auch schon mal ein ungewöhnliches Gespann ausprobiert? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare!

Ich bin gespannt auf eure Stories – bis zum nächsten Mal auf zwei Rädern! 🚴‍♂️

Kommentare

  1. Ich finde toll, dass du mit diesem Enkel-Express unterwegs bist.
    Fährst du damit nur auf Radwegen oder auch auf Straßen.
    Hier bei uns gibt es auch Einige die damit unterwegs sind,
    aich auf öffentlichen Straßen.
    Ehrlich dabei hätte ich Angst …
    Segen und allzeit gute Fahrten, kommt gut heim.

    1. Ups, jetzt hast Du mich doch tatsächlich erwischt. Also, ich muss auch auf Straßen fahren, denn ich fahre mit meinem Enkel nicht nur rum, sondern habe bestimmte Ziele und die liegen in der Stadt selber. Allerdings vermeide ich die großen Straßen in Langenfeld, denn die sind schon ohne Anhänger nahe an der Radfahr-Hölle. Normalerweise habe ich ein Fähnchen am Thule, das ich aber gestern echt nicht dran hatte. Mein Sohn lässt mich normalerweise nicht ohne losfahren, aber gestern haben wir wohl kollektiv gepennt. Aber heute wieder sicher!!!

  2. Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht.

    Wenn du über dein Faltrad schreibst, muß ich immer an das Klapprad denken, das mir mal in den 70er Jahren von einer Person geschenkt wurde, die es gut mit mir meinte.
    Das Ding war derartig instabil, das nicht daran zu denken war dem Gepäckträger meine Schultasche anzuvertrauen. Einen Enkelexpress hätte man nie darauf machen können …

    1. Oha, na dann besser nicht! Meins ist sozusagen der Rolls Royce unter den „Klapprädern“ (ich nenne sie lieber „Falträder“). Damit geht eigentlich so ziemlich alles.

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