Take a ride on the wild side

Digital Independence Day – Digitale Souveränität im Alltag: Meine Landkarte für ein freies Netz-Leben

Das digitale Begleitfahrzeug: Wie ich mein Netz-Leben aufräume und neu sortiere

Hallo zusammen!

Bevor ich heute in den Radfahr- Tag und einen neuen Liveticker starte, erst einmal ein wichtiges anderes Anliegen.

Wer hier mitliest, weiß: Ich liebe das Radfahren. Ich liebe die Freiheit, mir meine Route selbst auszusuchen, den Wind im Gesicht zu spüren und unabhängig von starren Fahrplänen zu sein.

Aber wie sieht es eigentlich abseits des Sattels aus? Auf dem Smartphone, dem Mac oder in der Cloud?

In den letzten Wochen habe ich viel über die sogenannten „Hyperscaler“ nachgedacht – diese gigantischen Server-Infrastrukturen der US-Konzerne, die das unsichtbare Rückgrat unseres gesamten digitalen Lebens bilden. Und ich musste mir die Frage stellen: Bin ich im Netz eigentlich noch selbstbestimmt unterwegs, oder sitze ich im sprichwörtlichen goldenen Käfig?

Die ehrliche Antwort: Wir alle haben uns ziemlich tief in die Bequemlichkeit einer Handvoll Tech-Giganten hineingelebt. Aber genau wie beim bewussten Wechsel vom Auto aufs Rad gilt auch hier: Man kann sich die Unabhängigkeit Schritt für Schritt zurückholen. Man muss das digitale Rad ja nicht gleich neu erfinden – neu sortieren reicht völlig aus.

Die Bestandsaufnahme: Meine digitale Landkarte

Digitale Souveränität bedeutet nicht, dass wir ab morgen als digitale Einsiedler:innen im Wald leben müssen. Es bedeutet, bewusste Entscheidungen zu treffen. Ich habe mein eigenes digitales Leben einmal genau durchleuchtet, ungenutzte Accounts aussortiert und freie Alternativen gestärkt.

Hier ist mein aktueller Statusbericht auf dem Weg zu mehr digitaler Unabhängigkeit:

Kleine Befreiungsschläge und eine harte Nuss

Wie ihr seht, sind Microsoft und Amazon bei mir schon komplett Geschichte. Erst vor wenigen Tagen habe ich mich von LinkedIn verabschiedet – ein richtig befreiendes Gefühl beim Aufräumen! Auch bei Meta ist nach dem Ausstieg bei Instagram fast nichts mehr übrig. Einzig WhatsApp erweist sich als die klassische harte Nuss, weil man sonst im privaten Alltag schnell den Anschluss verliert. Aber dafür nutze ich im Freundeskreis immer häufiger Signal oder, was jetzt wohl der Trend ist, SMS.

Das Herzstück meines Setups liegt ohnehin ganz woanders: in meiner eigenen, gehosteten Nextcloud-Instanz und beim Schreiben mit LibreOffice bzw. Collabora Office. Meine Daten bleiben bei mir.

Der nächste Schritt: Die Reise auf europäische Server (Ausblick auf Eurosky)

Wer mir im Netz folgt, weiß, dass ich mich im dezentralen Social-Media-Raum sehr wohlfühle, unter anderem auf Bluesky. Doch obwohl Bluesky auf einem offenen Standard basiert, ist es im Kern ein US-Unternehmen.

Und hier kommt die nächste geplante Etappe meines Experiments ins Spiel: der Umzug zu Eurosky. Das ist die europäische, unabhängige Variante im selben Netzwerk. Dank des offenen Protokolls kann man dort mithilfe des Migrationstools EU-HAUL nahtlos umziehen – mitsamt allen Beiträgen und vor allem mitsamt den eigenen Follower:innen. Das Ganze läuft dann rechtssicher unter der DSGVO auf europäischen Servern. Ich stecke da gerade mitten in den Vorbereitungen und werde euch bald berichten, wie der Wechsel geklappt hat!

Macht mit: Der nächste Digital Independence Day steht vor der Tür!

Falls ihr jetzt auch Lust bekommen habt, eine App auszusortieren oder eine freie Alternative zu testen: Ihr müsst das nicht alleine tun. Mittlerweile hat sich der Digital Independence Day (DI. DAY) als feste, monatliche Initiative etabliert. An jedem ersten Sonntag im Monat tun sich Menschen zusammen, um gemeinsam den Wechsel zu datenschutzfreundlichen Tools anzugehen – oft unterstützt von lokalen Gruppen und Initiativen, die praktische Starthilfe geben.

Der nächste Termin ist der 7. Juni 2026, also heute. Vielleicht nimmt sich der oder die Eine von euch ja an diesem Tag auch einen kleinen Wechsel vor?

Wie sieht es bei euch aus? Wo habt ihr den großen Tech-Konzernen schon erfolgreich Alternativen entgegengesetzt und wo fällt es euch am schwersten? Lasst uns in den Kommentaren austauschen!

Bleibt souverän – auf der Straße und im Netz!

Euer Axel

Kommentare

  1. Interessantes Thema, das mich auch konstant beschäftigt. LinkedIn ist gelöscht, E-Mail läuft auf eigenen Instanzen, gekostet bei deutschen Anbietern.
    Insta reduziert, Facebook nur noch in Gruppen, bei denen ich sonst keine Veranstaltungen mitbekommen würde.
    Messenger Threema und Signal, Microsoft nur noch als Betriebssystem, weil meine Fotoprogramme nicht Linuxfähig sind.
    Schritt für Schritt geht es, ohne dass ich zum Einsiedler werde.

  2. Ja das Thema ist für mich nicht ganz einfach. Was ich vor allem suche ist eine digitale Ablage meiner vielen Fotos. Da geht der Trend aber eher zu einer schnöden Festplatte.

    1. Das ist der Grund, warum ich nicht von Google wegkomme. Das Speichern ist ja eine Sache, dass wiederfinden eine andere und mit Google Fotos habe ich noch alles wieder gefunden, was ich gesucht habe.

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