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Sommer auf dem Fahrrad: Baumwolle schlägt Kunstfaser im Härtetest

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☀️ Langarm statt Lycra: Wie ich der Hitze auf dem Rad den Kampf ansage

Der heutige Beitrag hat gleich mehrere Auslöser. Gestern war der bundesweite Hitzeaktionstag. Ein wichtiges Datum, denn extreme Temperaturen betreffen uns Radfahrer:innen im Sommer immer direkter.

Hitze in unserer Umwelt entsteht vor allem durch intensive Sonneneinstrahlung und die zunehmende Versiegelung von Flächen. Beton und Asphalt speichern die Wärme extrem gut. Sie verwandeln unsere Straßen in regelrechte Backöfen. Kombiniert mit den Folgen des Klimawandels sorgt das für immer längere und intensivere Hitzeperioden. Darauf müssen wir reagieren.

Der zweite Grund für diesen Text seid ihr. Viele Leser:innen haben mich nach meiner Kleidung auf der Tour von Köln nach Berlin gefragt. Ich hatte dazu bereits im Liveticker zu Tag Null einiges geschrieben.

Das Kelheim-Debakel als Weckruf

Hinter meiner Kleidungswahl steckt eine schmerzhafte Erinnerung. Beim 24-Stunden-Rennen 2023 in Kelheim musste ich am zweiten Morgen abbrechen. Es war drückend heiß, weit über 30 °C im Schatten. Die Straße glühte. Ich trug damals das schwarze, synthetische Event-Shirt. Ein schwerer Fehler. Ich spürte deutliche Anzeichen einer Hitzeerschöpfung. Die Angst vor einem echten Hitzschlag fuhr im Nacken mit.

Bei einer Hitzeerschöpfung verliert der Körper durch starkes Schwitzen zu viel Wasser und Salz. Die Warnsignale sind Schwäche, Schwindel und Kopfschmerzen. Wer jetzt nicht sofort in den Schatten geht und trinkt, riskiert einen Hitzschlag. Das ist ein lebensgefährlicher medizinischer Notfall. Dabei versagt die körpereigene Temperaturregelung komplett. Die Körpertemperatur schießt rasant in die Höhe.

Mein neuer Kleidungsplan: Naturfaser statt Plastik

Aus diesem Fiasko habe ich gelernt. Für die Fahrt nach Berlin hatte ich einen klaren Plan im Gepäck. Mein neues Rezept gegen die Sonne heißt: helle Naturfasern und lange Ärmel.

axel-in-heller-kleidung
  • Kopfschutz: Immer eine helle Mütze oder ein Hut. Gesicht und Nacken müssen im Schatten liegen.
  • Oberkörper: Helle, langärmelige Hemden aus Leinen oder Baumwolle.
  • Schichten-Verzicht: Lieber lange Ärmel tragen, dafür aber komplett auf das Unterhemd verzichten.

Die Erfahrungen auf den 680 Kilometern waren absolut großartig. Die Baumwolle nahm den Schweiß perfekt auf. Nichts klebte unangenehm auf der Haut. Selbst bei Pausen im Wind kühlte mein Körper nicht aus. Die helle Farbe reflektiert die Sonne spürbar. Der Körper heizt sich nicht zusätzlich auf.

Der Gegenbeweis auf der Sternfahrt

Ein Mann steht neben seinem Fahrrad vor der Siegessäule in Berlin, umgeben von Radfahrern und Zuschauern.

Den ultimativen Härtetest gab es unfreiwillig auf dem Final-Zubringer von Falkensee zum Großen Stern. Ich wechselte für die Demo auf mein dunkles Cycology-Shirt aus Kunstfaser. Das Wetter war exakt wie an den Tagen zuvor. Das Ergebnis? Ich war sofort mehr aufgeheizt und fühlte mich unwohl.

Lycra und Polyester auf nackter Haut fand ich zunehmend unangenehm. Das Material klebt sofort. Es fängt schnell an zu riechen. Sobald man anhält und ein Lüftchen weht, transportiert der feuchte Kunststoff die Kälte direkt an den Körper.

Auch ein altes Credo musste ich über Bord werfen. Früher trug ich selbst im Sommer immer ein Halstuch. Diesmal blieb es weg. Das Atmen fiel mir ohne Tuch deutlich leichter.

Moderates Wetter und die Ausnahmen für die Beine

Zur Wahrheit gehört auch: Die Temperaturen auf der Tour waren mit meist um die 25 °C recht moderat. Die Sonne schien zwar oft, aber nicht ununterbrochen. Ein angenehmer Rückenwind hat die Hitzeentwicklung zusätzlich gebremst.

Bei den Hosen sehe ich die Sache etwas lockerer. Sie bekommen meist weniger direkte Sonne ab. Hier setze ich noch auf Kunstfaser-Radhosen, meist kurz und mit Innenhose. Eine Ausnahme gab es allerdings: Für den mückigen Waldrastplatz hinter Rathenow wechselte ich auf eine lange Hose, um die Mücken abzuhalten (was auch gut gelang). Man muss Prioritäten setzen.

An den Füßen hatte ich Sport-Halbschuhe mit Gore-Tex-Einlage. Die hielten beim einzigen Regenguss perfekt trocken. Neu sind aber meine Socken: Nur noch reine Baumwolle und komplett ohne einschneidenden Bund. Ein Traum für Füße und Beine.

🏁 Mein Fazit

Der Kleidungsplan ging voll auf. Man kann sich auch ohne tonnenweise Sonnenmilch effektiv vor Hitze und UV-Strahlen schützen. Ich habe auf der gesamten Tour keinen einzigen Tropfen Sonnencreme gebraucht. Naturfasern und lange, helle Kleidung sind für mich ab jetzt gesetzt.

Wie schützt ihr euch an heißen Tagen im Sattel? Seid ihr noch im Team Synthetik oder habt ihr Naturfasern schon ausprobiert? Bleibt cool und kurbelt entspannt weiter! 🚲💨

Kommentare

  1. Für mich reicht ja zum Radeln normale Kleidung, und die ist nie synthetisch!

    1. Dem nähere ich mich langsam an.

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