Take a ride on the wild side

The Torture Stops in 1 Day! – Licht und Schatten auf dem Weg nach Bad Oeynhausen ⏳🎸

Impressionen von der Lippe in Lippstadt

Der finale Countdown läuft, die Anspannung weicht der puren Vorfreude: The Torture Stops in 1 Day! Morgen sitze ich endlich im Zug Richtung Bad Doberan zur Zappanale. Doch der Mittwoch blickt erst einmal zurück auf den gestrigen Dienstag – ein Tag, der landschaftlich traumhaft begann, sich am Nachmittag jedoch in eine echte fahrradplanerische Zumutung verwandelte. 85 Kilometer von Lippstadt nach Bad Oeynhausen liegen hinter mir und meinem Brompton.

Perfekter Start und technikfreie Zonen 📱⛪

Am Dienstag ging es pünktlich um 8:45 Uhr nach dem hervorragenden Müsli-Frühstück in Lippstadt los.

Impressionen von der Lippe in Lippstadt

Die ersten Kilometer liefen wie am Schnürchen: Nach einer Dreiviertelstunde hatte ich bereits flache, sehr schöne 12 Kilometer auf straßenbegleitenden Radwegen absolviert. Die Nahversorgung entlang der Strecke war vorbildlich: Bei Kilometer 5 lud ein Netto zum Verpflegen ein, bei Kilometer 11 ein Penny. Und wer nach 8 Kilometern nicht nur moralischen Beistand in einer täglich geöffneten Kapelle suchte, sondern handfeste Hilfe brauchte, kam an einem Fahrradhändler vorbei.

Navigiert habe ich dieses Mal übrigens mit meinem neuen Android-Zweithandy. Das Gerät hat keine SIM-Karte, aber die Offline-Navigation von Komoot lief absolut perfekt. Die Android-App ist wirklich klasse aufgebaut – man hat auf einen Blick alle wichtigen Infos vor Augen. So macht Tourenplanung Spaß!

Nach exakt 20 Kilometern und einer Stunde Fahrt erreichte ich Rietberg. Eine wirklich fahrradfreundliche Stadt mit einem Lidl und einer netten Bäckerei direkt am Ortsausgang – ideal für eine erste Kaffeepause inklusive Toilettengang. Wie ich allerdings gestern Abend im Wetterbericht sah, hatte Rietberg eine unruhige Nacht hinter sich mit ziemlich viel Regen. Davon war heute Morgen allerdings nichts mehr zu sehen.

Das landschaftliche Highlight: Auf dem Dach der Tour ⛰️☕

Die Fahrt bis zur Hälfte der Strecke war landschaftlich der bisher schönste Abschnitt der gesamten Reise. Bei bestem Radfahrwetter – angenehme 25 bis 30 Grad und ein herrlich kühles Lüftchen im Schatten – ging es über verkehrsarme Landstraßen und gut asphaltierte Radwege, auf denen selbst die Baumwurzelaufbrüche flach und harmlos waren.

Zwei Brötchen und eine Tasse Kaffee beim Mittagessen in Bielefeld, Brackwede

In Bielefeld-Brackwede, dem topographischen „Dach“ der gestrigen Etappe, legte ich meine Mittagspause ein. Der Stadtteil bietet eine rund 600 Meter lange Einkaufsstraße mit reichlich Geschäften und einer großen Sparkasse. In einer gemütlichen Bäckerei stärkte ich mich bei einem leckeren Mittagessen und zwei Tassen Kaffee, um die Akkus für die restlichen 40 Kilometer aufzuladen. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch bester Dinge.

GSpot in Bielefeld Brackwede vor der Bäckerei, in der ich meinen Mittagessen einnahm

Die automobile Hölle von Ostwestfalen 🚗🤬

Doch nach der Mittagspause wendete sich das Blatt komplett. Eigentlich gibt es ab Bielefeld-Brackwede bis zum Ziel nach Bad Oeynhausen nichts Schönes mehr zu berichten. Was sich die Verkehrsplaner hier gedacht haben, grenzt an Sadismus: unbrauchbare, gefährliche Radwege, wohin man schaut. Stattdessen regiert das Auto.

Durch Bielefeld und Herford zu fahren, von Bielefeld nach Herford und weiter über Löhne nach Bad Oeynhausen entlang der großen Bundesstraßen – das will wirklich kein Mensch erleben. Man teilt sich den Raum mit Blechlawinen und teilweise extrem aggressiven Autofahrer:innen. Für mich steht fest: Sollte ich diese Zubringertour noch einmal mit einer Gruppe fahren, muss ich diesen gesamten zweiten Abschnitt komplett umplanen. So, wie es gestern lief, ist die Strecke für Mitfahrende eine absolute Zumutung!

Zusätzlich machte mir auf den letzten 15 Kilometern ein kräftiger, böiger Gegenwind das Leben schwer, der das Vorwärtskommen zur echten Willenssache machte.

Regenguss in der Eisdiele und die Logistik für morgen 🍨⛈️

Gegen 15:00 Uhr erreichte ich schließlich Bad Oeynhausen. Meine Ankunft feierte ich wie gewohnt mit einer großen Portion erfrischendem Fruchteis. Und das Timing war eine Punktlandung: Kaum hatte ich den Löffel beiseitegelegt, öffnete der Himmel seine Schleusen. Einen heftigen, viertelstündigen Regenguss saß ich gemütlich unter dem großen Schirm der Eisdiele aus, bevor ich mein Zimmer in einer netten kleinen Pension bezog. Mein Brompton #GSpot parkt auch hier wieder sicher direkt bei mir im Zimmer.

Da in dieser Pension standardmäßig kein Frühstück angeboten wird, heißt es für mich jetzt: Logistik planen! Morgen geht es mit dem Deutschlandticket quer durch die Republik Richtung Ostsee. Da muss im Vorfeld genau gecheckt werden: Wann fahren die Anschlusszüge? Wo bekomme ich unterwegs einen Kaffee, ein ordentliches Müsli und den obligatorischen Apfel her?

Aber darum kümmerte ich mich dann. Ich zog noch los auf ein wohlverdientes Abendbier und plante in aller Ruhe den heutigen Bahntag.

Gleich schicke ich euch das erste Update aus dem Zug in Richtung Zappanale! Stay tuned!

Euer Axel! 🖐️⚙️

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