
Ihr kennt wahrscheinlich den typischen Chefspruch: Der Tag hat 24 Stunden, und wenn das nicht reicht, nehmen wir noch die Nacht dazu. Nicht witzig, aber doch interessant, denn tatsächlich zählen wir ja die Tage als 24-Stunden Abschnitte. Wir sagen: das Jahr hat 365 Tage. Oder: der Februar hat dieses Jahr 28 Tage. Wir kämen nicht auf die Idee zu sagen: der Januar hat 31 Nächte. Obwohl er die ja hat.
Denn tatsächlich besteht der Tag in der üblichen Zählweise aus Tag und Nacht. Und da definieren wir als Tag, was hell ist und als Nacht, was dunkel ist. Vielleicht genauer: als Tag den Abschnitt, an dem die Sonne da ist und als Nacht, wenn sie eben nicht da ist.
Und das ist gerade spannend, vor allem auch für uns Radfahrerinnen und Radfahrer. Denn auch wenn viele von uns natürlich auch nachts Rad fahren, es ist auf jeden Fall unter mannigfaltigen Aspekten viel viel schöner und angenehmer, am Tag und bei Helligkeit zu fahren als nachts, wenn man ja auch noch Vorkehrungen benötigt wie Licht am Fahrrad zum Beispiel oder auch Kleidung, die unterstützt, besser gesehen zu werden.
Deswegen interessieren mich Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und die Länge des „hellen“ Abschnittes, also des Tages im engeren Sinne besonders.
Ich habe zu diesem Thema ja schon verschiedentlich geschrieben, vor allem anlässlich der Wintersonnenwende am 22.12. im letzten Jahr.
An dem Tag war der „Tag“ weniger als acht Stunden lang, also zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang lagen hier in Kerpen nur 7:56 Stunden.
Ich schreibe jetzt noch einmal aus im Wesentlichen zwei Gründen. Zum einen hat Claudia Kleinert, die Wetterreporterin, Abend in der Aktuellen Stunde im WDR anlässlich des wunderschönen Sonnentages gestern darauf hingewiesen, dass es an einigen Orten in NRW fast neun Stunden Sonnenschein gab. Das hat mich fasziniert, denn das bedeutet ja, dass innerhalb von weniger als sechs Wochen die Tage über eine Stunde länger geworden sind.
Zum anderen hat meine wunderbare Apple Watch ein noch wunderbareres Ziffernblatt namens „Sonnenuhr“, das genau mit diesem Thema spielt. Es zeigt Tag und Nacht in unterschiedlicher Helligkeit auf einer Fläche aus 24 Stunden. Die Begrenzungen zwischen hell und dunkel werden durch Sonnenaufgang und Sonnenuntergang markiert. Ein Zeiger zeigt, wo am Tag man sich befindet, also wie nah an Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang. Und ein zweites Zifferblatt im Zifferblatt zeigt die Uhrzeit und eine Sekundenskala. Diese zweite Ziffernblatt wird durch den Zeiger in einem Kreis weiterbewegt, so dass man auch an seiner Lage sehen kann, wo am Tag man sich befindet. Zusatzanzeigen zeigen das Datum, die Außentemperatur, und den Lärmpegel. Durch einen Druck auf das Ziffernblatt wird das Aussehen leicht verändert und man erhält als Information, wie lang der Tag, also die Phase zwischen Sonnenaufgang und -untergang ist.
Es ist mein Lieblings-Ziffernblatt. Manchmal mache ich an freien Tagen von ihm abhängig, wann ich zu einer Radfahrt aufbreche und ob ich es noch schaffe, im Hellen nach Hause zu kommen oder ob ich sogar lieber in die Dämmerung hineinfahre oder vielleicht sogar in die Dunkelheit. Oh, da fällt mir gerade auf, über das Phänomen der Dämmerung habe ich ja noch nie geschrieben. Also los:
Die Dämmerung ist die Übergangsphase zwischen Tag und Nacht, in der das Licht der Sonne die Atmosphäre indirekt erhellt. Sie tritt sowohl vor Sonnenaufgang (Morgendämmerung) als auch nach Sonnenuntergang (Abenddämmerung) auf. Während dieser Zeit ist der Himmel oft in sanften Farbtönen wie Blau, Orange und Rosa gefärbt, was eine besondere Atmosphäre schafft. Es gibt drei Arten von Dämmerung: die bürgerliche, die nautische und die astronomische Dämmerung, die sich durch den Grad der Helligkeit unterscheiden. Bei der bürgerlichen Dämmerung ist es noch so hell, dass man ohne künstliches Licht auskommt. Die nautische Dämmerung ermöglicht es, den Horizont auf See zu erkennen, während die astronomische Dämmerung das Ende der Dämmerungsphase markiert, wenn der Himmel vollständig dunkel ist.
Also, die Tage werden wieder länger, meine Uhr zeigt mir das in eindrucksvoller Darstellung. Bei so wunderschönem Sonnenschein wie gestern oder heute ist das ein echter Aufheller auch für die Seele.
Aber das wird natürlich nicht immer so weiter gehen. Bald wird es so sein, dass Tag und Nacht gleich lang sind. Hier in Kerpen ist das am 20.03.2025, dem Frühlingsbeginn, der Fall, das wird auch noch einmal passieren am 22.09.2025, dem Herbstanfang. Dann werden die Tage schon wieder kürzer sein, das beginnt aber schon viel früher, nämlich an der Sommersonnenwende, in Kerpen ist das am 21.06.2025. Bis dahin werden die Tage länger. Der heutige Sonntag ist in Kerpen 09:18 Stunden lang, wie Ihr dem Titelbild und dem Ziffernblatt der Apple Watch entnehmen könnt. Ein paar Stunden davon werde ich die Sonne draußen genießen, heute aber definitiv, ohne in die Dämmerung oder Dunkelheit hineinzufahren.
Noch eine Anekdote, die mir gerade meine Frau erzählte, witzigerweise hat sie meine (verstorbene) Mutter zitiert. Denn heute ist auch Maria Lichtmess (der 40. Tag nach Weihnachten), und laut meiner Frau hat meine Mutter wohl gesagt: „Maria Lichtmess, beim Hellen zu Abend gess!“ Voilà!

Kommentar verfassen