
Guten Morgen in die Runde aller Rad-Enthusiast*innen!
Die Gelegenheit war günstig: Ein kleines Zeitfenster ohne direkten Niederschlag – perfekt für eine flotte Runde! Und wenn das Wetter schon etwas launisch ist, dann muss wenigstens das Rad stimmen. Heute hatte ich mein Ortler Mr_O unterm Sattel, das ich euch ja gestern schon etwas genauer vorgestellt habe.
Man fährt ja nicht nur, man zelebriert auch ein bisschen die Ausfahrt, nicht wahr?
Der Weg führte mich wieder über meine „Hausrunde” am Tagebau Hambach entlang, über den Speedway und die Wiedenfelder Höhe. Klar, diese Route bin ich schon gefühlte tausendmal gefahren, aber mal ehrlich: Ist es nicht gerade das Schöne, dass sie jedes Mal ein bisschen anders ist?
Künstlicher Regen und tierische Tarnkünstler*innen
Zum Start gab’s gleich eine skurrile Überraschung entlang der Grube: Obwohl von oben kein Tropfen fiel, wurde ich unterwegs nass gespritzt! Die Böschungs-Besprengung war offensichtlich im Gange, um den Staub zu binden. Da aber ein kräftiger, böiger Wind von Westen blies, wurde das feuchte Nass einfach in die Höhe gewirbelt und klatschte dann auf Radweg und Fahrbahn – ein unerwarteter, künstlicher Regen sozusagen. Eine feucht-fröhliche Dusche mitten auf der Piste!
Weiter auf dem Speedway fielen mir die Rodungsarbeiten an den Böschungen auf. Geht da schon die Vorbereitung los für die zukünftige Wasserleitung vom Rhein, um den riesigen Tagebau zu fluten? Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Landschaft dort ständig wandelt und für die Zeit nach der Kohle vorbereitet wird.

Mitten in diesem sich wandelnden Areal hatte ich dann eine schöne Tierbegegnung: Ein Reh kreuzte den Weg. Ich konnte es beim Vorbeifahren noch kurz in der Böschung erkennen. Ein wirklich gut getarntes Exemplar, denn in meinem Video-Material konnte ich es später partout nicht mehr wiederfinden. Schade, das hätte ich euch gerne gezeigt, aber manchmal behält die Natur ihre kleinen Schätze eben für sich.
Kurioses Krafttraining und jungfräulicher Asphalt
Das kurioseste Erlebnis des Tages wartete auf dem Weg hinauf zur Wiedenfelder Höhe. Dort begegnete mir eine Sportlerin. Ich kannte die Disziplin nicht genau, aber sie wuchtete sich auf einem Gestell die Steigung hinauf und zog dabei – haltet euch fest – einen Autoreifen hinter sich her!

Ich fuhr vorbei und meinte mit einem Augenzwinkern, sie mache es sich wohl nicht gerade leicht. Sie bejahte lachend und als ich fragte, ob ich helfen könne, entgegnete sie nur: „Nein, das ist volle Absicht!“ Tja, so hat eben jede*r Radfahrer*in und Sportler*in eine andere Art, sich zu quälen. Ich fuhr mit einer Mischung aus Bewunderung und leichtem Befremden weiter, überquerte die Wiedenfelder Höhe und ließ mich vom nun kräftigen Rückenwind – der Westwind war mir schon auf dem Speedway eine prima Hilfe – die andere Seite hinunter nach Südosten treiben, an Oberaußem vorbei.
Dabei kam mir in den Sinn, den brandneuen Radweg entlang der noch nicht fertiggestellten Verbindungsstraße zwischen Oberaußem und Kenten auszuprobieren. Der Radweg selbst ist schon perfekt ausgebaut, aber die Straße daneben ist gleich mehrfach gesperrt. Ein witziges Gefühl: Auf einem topmodernen Radweg zu fahren, der eine Straße begleitet, auf der noch nie ein Auto gefahren ist. Ich dachte mir schmunzelnd: Vielleicht bleibt das ja so! Wobei, zugegeben, die neue Straße im Moment auch noch im Nirgendwo endet.

Der Radweg selbst mündet aber auf einen befestigten Feldweg Richtung Martinswerk. Nur das letzte Stück über einen unbeschrankten Bahnübergang lässt mich immer etwas mulmig werden – kennt ihr das?
Auf diesem Stück drehte der Kurs dann strikt nach Westen, was bedeutete: voller Gegenwind! Meine Regenjacke blusterte sich ordentlich auf. Man sieht es im Titelbild vielleicht nicht so deutlich, aber gefühlt sah ich aus wie ein Michelin-Männchen auf zwei Rädern! Zum Glück konnte ich am Martinswerk wieder vom direkten Gegenwind abdrehen und war dann ruckzuck zu Hause.
Meine Hausrunde: Oft gefahren, aber dank künstlichem Regen, Rehen, Reifenzieherinnen und jungfräulichem Asphalt wieder einmal total anders! Genau das macht das tägliche Radeln doch so wunderbar!
Welche kuriosen Begegnungen oder unerwarteten Wetter-Überraschungen hattet ihr auf euren Hausrunden? Lasst uns wissen, was euch bewegt hat, teilt eure Geschichten und gebt mir ein Like, wenn euch dieser Blick hinter die Kulissen gefallen hat – ich bin gespannt auf eure Kommentare!

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