Take a ride on the wild side

Rede zur Raddemo für den Hönnetalradweg am 03.09.2023 vor der Balver Höhle in Balve

Demonstration zum Hönnetalradweg am 03.09.2023

Meine Rede zum Start vor der Balver Höhle in Balve als ADFC NRW Vorsitzender

Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrter Herr Bürgermeister (Hubertus Mühling), lieber Dr. Günther Reichle, lieber Vorstandskollege Jürgen Heidenreich, liebe ADFC Aktive, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, toll, dass so viele Menschen hierher gekommen sind und damit zeigen, dass eine breite Öffentlichkeit für den Hönnetalradweg eintritt.

Sehr geehrte Damen und Herren

Die Debatte um die Radverkehrspolitik ist heute, und das ist meine Erfahrung nicht nur meiner ersten zweieinhalb Jahre als Landesvorsitzender des ADFC NRW, eher urban geprägt. Die grossen Verbände und die grosse Politik sitzen in Berlin oder den Landeshauptstädten, die Think Tanks und Universitäten meistens in größeren Städten. Auch die großen Medienhäuser haben ihren Sitz eher in den größeren Städten. Damit leben, arbeiten und bewegen sich viele der Meinungsführer und Meinungsbildner eher urban, und das prägt auch die Berichterstattung. In NRW sind Köln, Düsseldorf, die Ruhrgebiets Städte, Bonn und Aachen in aller Munde, auch der ADFC Fahrradklimatest hat eher Essen, Dortmund und Münster im Blick.

Vom Hönnetalradweg, von Balve und Fröndenberg spricht, mit Verlaub, in Düsseldorf kaum jemand.

Dabei ist der Radverkehr in der Fläche so wichtig. Gute Radverkehrsverbindungen auf dem Land erfüllen ja meistens mehrere Funktionen gleichzeitig. Sie stellen Pendlern eine gute Infrastruktur für den Alltagsverkehr zur Verfügung und ermutigen zum Umstieg vom Auto aufs Rad. Gerade auch dort, wo es bisweilen mit dem öffentlichen Personennahverkehr nicht so prickelnd bestellt ist. Und sie erschließen gleichzeitig die touristischen Angebote unseres schönen Bundeslandes. Genau so wäre es ja auch hier vor Ort.

Deswegen, lieber Günther, bin ich Dir so dankbar dafür, dass Du mich hierher eingeladen hast. Das verschiebt auch meinen Fokus wieder auf die gesamte Bandbreite der notwendigen verkehrspolitischen Diskussion. Ich habe durch Deine Einladung und meine Vorbereitung auf diesen Termin begriffen, dass es wichtige Projekte in NRW gibt, bei denen wir und die Politik in Düsseldorf die Akteure vor Ort nicht alleine lassen dürfen. Projekte, die gleichwertig sind einer Umweltspur in Düsseldorf und freien Ringen in Köln.

Meine Unterstützung jedenfalls hast Du, lieber Günther, und habt Ihr hier vor Ort.

Ich hoffe, sie hilft bei diesem 20 jährigen Projekt und der mittlerweile 4. Trassenplanung für den Hönnetalradweg hier entlang der B515. Das ist schon die dritte Großdemonstration, die stattfinden muss, damit es endlich weiter geht.

Was muss denn geschehen, dass es weiter geht?

Dazu möchte ich Euch auf ein Gedankenspiel mitnehmen: stellen wir uns einen Moment vor, es gäbe die B515 durch das Hönnetal noch nicht. Dann gäbe es doch sicher bald einen Plan, sie zu bauen. Und ganz sicher würden, heutzutage vielleicht nicht so ganz rasch, aber am Ende würde es gelingen, alle Bedenken und Einwände ausgeräumt und die Straße gebaut. So war es jedenfalls doch wohl, als sie in den 50er Jahren gebaut wurde. Da war nämlich das Hönnetal bestimmt auch schon so schön und seine Natur so wertvoll wie heute, vielleicht sogar noch mehr. Und dennoch ist die Straße ja gebaut worden. Aber heute wäre es doch sicher so, dass die Straße mit einem straßenbegleitenden Radweg gebaut würde, etwas anderes käme doch gar nicht mehr in Frage.

Hier geht es also auch um einen Vorgang des Nachholens. An eine solche Bundesstraße gehört einfach ein Radweg, erst recht, wenn er ja die gleichen verkehrlichen Funktionen erfüllen würde wie die Straße selber.

An sich geht es damit hier nicht um einen Neubau, um eine neue Idee, sondern darum, dem Radverkehr die gleichen Möglichkeiten zu geben wie dem Autoverkehr. Eigentlich müsste es den Hönnetalradweg schon längst mit der Straße gegeben haben. Also: holen wir es jetzt schnell nach!

Vielleicht können sich die Behörden, die die drei bisherigen Trassen nicht genehmigt haben, sich einmal mit diesem Gedanken auseinandersetzen.

Aber im Ernst, dass es hier aus Naturschutzgründen keinen Radweg geben soll, klingt, zumindest, verwirrend. Denn ganz offensichtlich durchschneidet ein Asphalt Monster mit vielen vielen Abgase und Lärm emittierenden Blechkisten und aktuell auch noch vielen LKWs genau auch dieses Naturschutzgebiet. Und eine Bahnlinie läuft auch durch das Naturschutzgebiet.

Was könnte im Vergleich dazu ein Radweg für eine Beeinträchtigung der Natur mit sich bringen? Und wieso kommt nicht zum Tragen, dass jeder Ersatz einer Autofahrt durch eine Radfahrt ein Beitrag zum Natur- und Klimaschutz ist?

Liebe Freundinnen und Freunde, jetzt ist es so weit: der Hönnetalradweg muss und wird kommen. Wir werden uns weiter dafür einsetzen und nicht locker lassen.

Kommentare

  1. […] BULLEN hintendrin) hin. Nach Menden, von dort nach Balve, wo ich als ADFC NRW Vorsitzender eine Rede hielt, von dort mit dem Demozug und 500 Teilnehmenden nach Fröndenberg und dann zurück nach […]

  2. […] Rede zur Raddemo für den Hönnetalradweg am 03.09.2023 vor der Balver Höhle in Balve Demonstration für den Hönnetalradweg […]

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