
Baustellen sind auf den ersten Blick oft die Pest. Die Verkehrssituation ist ungewohnt, es steht weniger Platz zur Verfügung und man muss sich umstellen. Das schmeckt im ersten Moment nicht so gut.
Aber dann, nach einiger Zeit, merken vor allem wir Radfahrenden, dass für uns an manchen Baustellen bessere Bedingungen geschaffen werden als sie an der gleichen Stelle vorher galten. Oft werden Baustellendurchfahrten für Autos ganz oder teilweise gesperrt, aber für Räder stehen noch Spuren zur Verfügung. Auch wird manchmal Raum für Radfahrende markiert oder sogar abtrassiert, um eine (einigermaßen) sichere Durchfahrt zu ermöglichen. Und an solchen Stellen entsteht bei mir immer der Wunsch: Lasst es so!
So auch an der Stelle auf dem Beitragsfoto. Sie liegt in einem der fahrradunfreundlichsten Bereiche, die ich überhaupt kenne, nämlich im Gewerbegebiet Köln Marsdorf. In dem riesigen Gebiet mit vielen Handels- und Dienstleistungsunternehmen gibt es für Radfahrerinnen und Radfahrer: NICHTS! Es ist das Autoparadies und die Radfahrhölle.
Doch als ich die Woche von der Marsdorfer Straße auf die Dürener Straße ins Gewerbegebiet einbog, war da eine Baustelle, naja, eigentlich erst eine Baustellenabsperrung, die die Rechte von zwei Fahrspuren teilte und damit für Autos unbefahrbar machte. Ich konnte mir aussuchen, ob ich links oder rechts der Baken fahren wollte. Sicherer erschien mir rechts. Ein geschützter Radfahrstreifen aus Baustellenbaken. Auch mal was Hübsches. Leider hörte das Ganze nach ein paar Metern wieder auf, aber das Fahren auf dem Stück machte Spaß. Viel mehr Spaß jedenfalls auf dem immer wieder durch Laternenmasten verengten kombinierten Rad-Gehweg rechts neben der Straße, der benutzungspflichtig, aber eigentlich unbenutzbar ist.
Auch hier: Lasst es so! Und verlängert es genau so weiter ins Gewerbegebiet hinein. Dann kommen vielleicht noch mehr Menschen mit dem Rad zu den Geschäften oder zur Arbeit. Wundert mich sowieso, dass die Radständer, die es an Geschäften wie Globus oder Decathlon, die ich schon mal aufsuche, durchaus frequentiert sind. Wahrscheinlich durch diejenigen, die sowieso durch jede Hölle fahren (wie ich). Das muss aber nicht sein.

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