
Diese Woche hatte ich mich so richtig in Warnwesten verstrickt. Artikel in Stadtanzeiger, mein Leserbrief dazu, der sogar veröffentlicht wurde. Darüber wird noch zu sprechen sein.
Aber zuerst einmal zu den Warnwesten. Warum heißen die eigentlich „Warnwesten“ ? Wen warnen sie? Und vor was?
Normalerweise warnt man ja vor einer Gefahr, und zwar diejenigen, denen die Gefahr droht.
Komisch. Das ist ja bei Warnwesten komplett auf den Kopf gestellt. Denn hier tragen ja die Radfahrenden die Warnwesten, also nicht diejenigen, von denen die Gefahr ausgeht, sondern denen Gefahr droht! Wen also warnen Sie? Die Autofahrenden? Aber vor welcher Gefahr? Die Gefahr geht doch von den Autofahrenden aus. Also müssten die doch Warnwesten tragen. Aber nein, hier sollen die warnen, denen die Gefahr droht. Absurd!
Oder ist die Logik eine andere? Droht doch den Autofahrenden Gefahr? Klar, die Gefahr, an einem Unfall Schuld zu sein! Die Gefahr, jemanden anderen zu verletzen oder zu töten. Und wie bekommt man diese Gefahr gebannt? Indem man den potentiellen Opfern die Verantwortung aufdrückt. Und Warnwesten und Helme anzieht.
Also, es ist so: Wir Radfahrenden warnen die Autofahrenden davor, uns umzunieten. Ist das die krude Logik? Die Täter werden die Opfer?
Das Klappern für die Warnwesten ist ein weiterer deutlicher Beweis für die Bevorzugung des Autos. Den potenziellen Unfallopfern, denen, die möglicherweise verletzt oder getötet werden, wird die Verantwortung für die Unfallvermeidung aufgedrückt. Und die Kosten. Und die Einschränkung ihrer Freiheit, Kleidung nach ihrem Gusto zu tragen. Die Gefährdeten werden zur Gefahr. Und die Gefährder zu Gefährdeten.
Verkehrte Welt. George Orwell lässt grüßen. Die Warnweste wird zur Wahnweste!
Das ist nicht, WARUMICHRADFAHRE!
Das Titelbild hat übrigens ChatGPT gemalt.

Antworte auf den Kommentar von SusanneAntwort abbrechen